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Big Apple Talk: Wallstreet liebt den politischen Stillstand

FuW berichtet aus New York. Heute: Bei den Parlamentswahlen im November ist ein Ergebnis wahrscheinlich, das dem Aktienmarkt ganz besonders schmeckt.

FuW hat in diesem Gefäss bereits einmal auf die Performance des US-Aktienmarktes in Wahljahren fokussiert. Die Analysten von Ned Davis Research haben sich das Thema nochmals genauer vorgenommen und mit Blick zurück bis ins Jahr 1900 ein interessantes Muster entdeckt. Das zweite Jahr eines US-Präsidenten, dann, wenn zur Halbzeit seiner Amtszeit die sogenannten Zwischenwahlen stattfinden, ist gemeinhin das schwächste für den Aktienmarkt in dem vier Jahre dauernden Präsidentschaftszyklus. In so einem Jahr befinden wir uns gerade.

Im Median hat der US-Leitindex Dow Jones Industrial im ersten Präsidentschaftsjahr 12,7% gewonnen, im zweiten nur 3,1%, im dritten 14,8% und im vierten 7,4%. Ein ähnliches Bild ergibt sich für den breiten Marktindex S&P 500 seit 1948: 12,9% im ersten, 6,2% im zweiten, 16,7% im dritten und 7,3% im vierten.

Biden bestätigt das Muster

Für dieses Muster gibt es keine harten Erklärungen. Doch in Wissenschaft und an Wallstreet herrscht die Deutung vor, dass ein Präsident die politisch schmerzhafteren Dinge tendenziell am Anfang seiner Amtszeit angeht, wenn seine Wiederwahl noch weit weg liegt. Ausgaben werden eingeschränkt und die US-Notenbank ermutigt, die Zinsen anzuheben. Das lastet dann am stärksten auf den Aktienmärkten im zweiten Jahr, in dem vor der Wahl aber wieder Wohltaten an das Wahlvolk verteilt werden, die im dritten Jahr dann ihre volle Wirkung entfalten.

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