Märkte / Derivate

Big Bang an den Swapmärkten

Die Tage des Interbankensatzes Libor sind gezählt. Dieses Wochenende stellen die grossen Clearinghäuser sämtliche Swapkontrakte auf die neuen Nachfolgezinsen um.

Es handelt sich um eine der grössten Anpassungen an den Geld- und den Derivatmärkten. Vielleicht ist es die grösste überhaupt: die Libor-Abschaffung am Swapmarkt. In den kommenden Tagen geht sie über die Bühne. Das Ganze erinnert an die Einführung des Euros als Nachfolgewährung für die D-Mark, den Franc und weitere zehn Währungen oder an die mittlerweile in Vergessenheit geratene konzertierte Computeranpassung wegen des Millennium Bug in der Nacht der Jahrtausendwende.

Auch diesmal steht die Silvesternacht im Mittelpunkt. Dann endet offiziell die Ära des Interbankensatzes Libor. Er ist der Referenzzins für unzählige Finanz- und Termingeschäfte, Derivate, Kredite, Hypotheken. Nachdem in vielen Sektoren die Akteure sich bereits angepasst haben – beispielsweise werden am Schweizer Hypothekarmarkt seit Monaten nur noch Geldmarkthypotheken auf den Libor-Nachfolger Saron angeboten –, werden kommendes Wochenende die Zahlungssysteme umgestellt.

Umwandlung über Nacht

Alle zentral abgewickelten Libor-Swaps werden dann in Swaps, die auf die jeweiligen Nachfolgezinsen lauten, umgewandelt. Im Franken werden aus Libor-Swaps Saron-Swaps. Denn der Übernachtsatz Saron (Swiss Average Rate Overnight) ist der neue Referenzzins für sämtliche Geschäfte. Swapgeschäfte sind das Herz fast jeder finanziellen Transaktion: Damit sichern Banken untereinander ihre Kredite, Anleihenemissionen etc. ab. In der Regel wird dabei ein variabler Zins in einen fixen Zins getauscht oder ein fixer in einen variablen.

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