Unternehmen / Gesundheit

Biogen-Debakel färbt kaum noch auf Roche ab

Die Verkaufsanstrengungen für das Alzheimermedikament werden eingestellt, der Biogen-CEO muss gehen. Ein Schlussstrich, den die Börse vorweggenommen hat.

Nach einer langen Kaskade von Rückschlägen zieht Biogen für ihr Alzheimermedikament Aduhelm die Konsequenzen: Das grosse US-Biotech-Unternehmen mit gewichtiger Präsenz in der Schweiz löst die kommerzielle Organisation für Aduhelm auf und entlässt CEO Michel Vounatsos.

Das Debakel hatte schon kurz nach der überraschenden Zulassung des Mittels auf schmaler, wenig überzeugender Datenbasis durch die US-Gesundheitsbehörde FDA seinen Lauf genommen. Fachleute kritisierten den Entscheid, Krankenkassen zudem den hohen Preis von jährlich 56’000 $ pro Patienten.

Hohe Kosten, kaum Einnahmen

Obschon Biogen den Preis bald halbierte, wollten Ärzte den an der Universität Zürich und von deren Spin-out Neurimmune entwickelten Antikörper kaum verschreiben. Die Verkäufe, die gemäss Analystenschätzungen dereinst 10 oder 20 Mrd. $ erreichen sollten, lagen Ende März kumuliert bei mickrigen 5,8 Mio. $. Demgegenüber haben die Ausgaben für die Markteinführung inklusive eines grossen Abschreibers 800 Mio. $ erreicht.

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