Meinungen

Bitcoin-Blues

Die Kryptowährung fällt und fällt. Schuld sollen unter anderem Steuerpläne in den USA sein. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Vergessen Sie eines nicht: Ein Gewinn ist erst im Trockenen, wenn er realisiert ist.»

Wenn eine Aktie in wenigen Tagen einfach so mal fast 25% verliert, dann ist Krisenstimmung angesagt. Wenn Bitcoin (Bitcoin 55'701.00 -0.51%), wie in den letzten Tagen geschehen, ein Viertel des Werts einbüsst, wird das in die Kategorie «normale Kursschwankungen» eingebucht. Der Kurs der Kryptowährung ist binnen zehn Tagen von deutlich über 63’000 auf zwischenzeitlich unter 48’000 $ gefallen.

Als einer der Gründe für die Schwäche wird die von US-Präsident Joe Biden geplante Erhöhung der Kapitalgewinnsteuer ins Feld geführt. Für reiche Amerikaner soll sich die Abgabe verdoppeln. Die gute Nachricht? Ich erwarte nicht, dass sich das längerfristig wirklich auf die Popularität von Bitcoin auswirkt. Gerade Investitionen, die von der Hoffnung auf überproportional hohe Kursgewinne getrieben sind, dürften dadurch nicht beeinträchtigt werden. Die schlechte Nachricht? Bitcoin bleibt hoch spekulativ und je nach Investitionsgrad für den Privatanleger hoch gefährlich.

An dieser Stelle hatte ich Ihnen schon zwei Mal grünes Licht gegeben, falls Sie vorhaben, mit etwas «Spielgeld» auf Bitcoin zu setzen. Das erste Mal war vergangenen Dezember, als die Kryptowährung 20’000$ kostete, das zweite Mal im Januar, als sie 40’000$ wert war. Beide Male ist die Rechnung aufgegangen – auch jetzt noch nach dem Kursgewitter von Bitcoin.

Und wieder stellt sich die Frage: und jetzt? Aus rein spekulativer Sicht ohne jegliche fundamentale Begründung ist der Zeitpunkt für einen Zukauf günstig. Doch vergessen Sie eines nicht: Ein Gewinn ist erst im Trockenen, wenn er realisiert ist. Und noch einmal, weil man es einfach nie genug sagen kann: Setzen Sie Ihre Altersvorsorge nicht aufs Spiel.

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