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Märkte / Devisen

Bitcoin-Börse in China gibt auf – Kurs sackt ab

Einer der weltweit grössten Bitcoin-Handelsplätze stellt den Handel ein. Die Cyber-Devise reagiert mit einem Kurseinbruch.

(Reuters) Der rasant wachsende Markt für Kryptowährungen muss einen weiteren Rückschlag einstecken. Der Börsenbetreiber BTC China, einer der weltweit grössten Bitcoin-Handelsplätze, hört nach eigenen Angaben vom Donnerstag zum 30. September auf.

Die Ankündigung brachte die Kurse der Cyber-Devise ins Straucheln. «Die BTC China hat damit ein paar grosse Ausrufezeichen gesetzt», sagte Analyst Timo Emden vom Handelshaus IG Group (IGG 647 4.95%). «In den nächsten Tagen ist mit weiteren Preisrückschlägen zu rechnen.»

Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp um bis zu 11,3% auf ein Fünf-Wochen-Tief von 3426 $ ab. An der BTC China stürzte er zeitweise sogar um 32% auf 17’000 Yuan (2590 $) nach unten.

BTC China nimmt eigenen Angaben zufolge ab sofort keine Neukunden mehr auf, Ende des Monats soll dann der Handel komplett eingestellt werden.

Als Grund nannte die Firma die härtere Gangart der chinesischen Regierung gegen die Spekulation mit Bitcoin & Co. Anfang des Monats hatten die Behörden Börsengänge von Cyber-Währungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), verboten.

In den Monaten zuvor hatten chinesische Investoren umgerechnet 333 Mio. € bei diesen ICOs angelegt. In der vergangenen Woche sorgte ein Medienbericht über eine geplante Schliessung der chinesischen Börsen für Internet-Währungen für Verunsicherung.

J.P.-Morgan-Chef hält Bitcoin für Betrug

Analyst Emden geht davon aus, dass BTC China weitere Börsen folgen und den Handel einstellen. Die chinesischen BTC-Rivalen OkCoin und Huobi wollten sich nicht dazu äussern, ob sie ähnliche Schritte in Erwägung ziehen. China hat mit Abstand den grössten Anteil am weltweiten Handel mit Kryptowährungen.

Die Marktkapitalisierung aller rund 900 Cyber-Währungen summiert sich der Plattform CoinMarketCap zufolge auf 122 Mrd. $, vor wenigen Wochen waren es noch rund über 170 Mrd. $. Trotz der jüngsten Rückschläge kostet Bitcoin derzeit immer noch fast vier Mal so viel wie zu Jahresbeginn. Anfang September hatte der Bitcoin mit knapp 5000 $ ein Rekordhoch erreicht.

Der Chef der US-Bank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, bezeichnete Bitcoin vor wenigen Tagen als Betrug. Die digitale Währung werde nicht funktionieren, da sie praktisch aus dem Nichts entstanden sei. Bitcoin werde in einem Crash enden, prognostizierte er.