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Bitcoin: Gewinnmitnahmen nach Allzeithoch

Die Kryptowährungen Bitcoin und Ether korrigieren leicht nach unten. Die Nachfrage nach ETF ist kräftig.

ALAIN KUNZ, DIRECTOR BUSINESS DEVELOPMENT EUROPE, GSR

Zu den grossen Gewinnern der vergangenen Wochen gehören: Shiba Inu (SHIB), SafeMoon, Harmony (ONE) und Nexo (NEXO). Die Marktkapitalisierung der Kryptos beläuft sich auf über 2,59 Bio. $, und der Gesamtwert der dezentralisierten Finanzen (DeFi) liegt bei etwas über 100 Mrd. $. Die Dominanz von Bitcoin (Bitcoin 48'171.34 -10.48%) ist steigend und liegt aktuell bei 44% und Ethereum bei 19,3%.

GBTC zu ETF

Der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) soll gemäss David LaVale, dem Verantwortlichen für Grayscale ETF, bereits am Juli 2022 einen börsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETF) auf den Markt bringen. Ein neunmonatiger Zeitrahmen für die Genehmigung durch die US-Regulatoren sei zu erwarten. Grayscale bekräftigte damit erneut die Entschlossenheit, GBTC in einen ETF umzuwandeln. Wodurch der Discount des Produktes gegenüber dem Marktpreis fallen sollte. Aktuell beträgt dieser 13%.

Nun erhielten vier ETF grünes Licht, die alle jedoch auf Bitcoin-Futures und nicht auf Bitcoin-Spots basieren, was Grayscale und andere gerne ändern möchten. Das wäre auch im Interesse von langfristigen Bitcoin-Anlegern, da ein Futures-basiertes Produkt lediglich ein Trading-Instrument ist.

40 Krypto-ETF in Warteschlange

Nachdem nun der erste US-amerikanische Bitcoin-Futures ETF auf den Markt kam, ziehen die Wettbewerber schnell nach. Mehr als 40 Krypto-ETF warten auf die Genehmigung des US-Regulators. Es dauerte acht Jahre, bis die SEC solche Finanzprodukte in den USA zugelassen hat, und sie erfreuen sich bereits grosser Beliebtheit unter Anlegern.

Der Proshares Bitcoin Strategy ETF wurde als erster Krypto-ETF in den USA zugelassen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat das verwaltete Gesamtvermögen des Fonds die Marke von 2 Mrd. $ überschritten, was dem erfolgreichsten Start für einen ETF entspricht.

Die Chicago Mercantile Exchange (CME) hat Binance als weltweit grösste Bitcoin-Futures Plattform abgelöst, dank des starken Anlegerinteresses an dem kürzlich aufgelegten Bitcoin-Futures ETF.

Squid Token erweist sich als Betrug

Die Netflix-Serie «Squid Game» hat ihre Reichweite mit dem Squid-Token auf die Kryptosphäre ausgedehnt und erzielte gemäss CoinMarketCap innert kürzester Zeit einen Anstieg von über 75’000%.

Bei «Squid Game» handelt es sich um eine südkoreanische dystopische Serie über Menschen, die in brutalen Spielen um ihr Überleben und Preisgelder kämpfen. Die Netflix-Produktion ist ein durchschlagender Erfolg und hat sich zu einem globalen kulturellen Phänomen entwickelt.

Squid, wie der Name des Tokens lautet, wurde am 26. Oktober bei 0.12 $ lanciert, und handelte am Montagvormittag 90.26 $ – womit sich eine Marktkapitalisierung von 64,9 Mrd. $ errechnen lässt. Dieses Projekt ist zwar eindeutig von der gleichnamigen Netflix-Serie inspiriert, hat aber nichts mit dem offiziellen geistigen Eigentum der Serie zu tun.

Am Montag Nachmittag war die Herrlichkeit allerdings schon vorbei. Nachdem sich die Initianten dieses Token aus dem Staub gemacht hatten, verlor der Wert des Token quasi 100%. Der SEC-Chef sprach im Zusammenhang mit Teilen des Kryptospaces vom Wilden Westen und hatte damit nicht unrecht. Wer die Token gekauft hatte, ist sein Geld los.

Interesse in Indonesien

Das Interesse an Bitcoin und Kryptos in Indonesien ist ansteigend. Anfang des Monats berichtete Coinformant, dass die Anzahl der Personen, die sich mit Kryptos beschäftigen, 2021 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 1772 % verzeichnete.

Der ostjavanische Zweig einer der grössten islamischen Organisationen Indonesiens, Nahdlatul Ulama (NU), hat eine Fatwa herausgegeben, in der die Verwendung von Kryptos nach islamischem Recht als «haram», also verboten, bezeichnet wird.

Eine Fatwa ist ein unverbindliches Rechtsgutachten zum islamischen Recht, der Grund für das Verbot ist die hohe Volatilität.

Fragen zu Meta

Es gibt viel zu sagen über die Ankündigung von Facebook (FB 306.84 -1.14%), die ihren Namen in «Meta» ändert, als Teil einer strategischen Neuausrichtung auf das, was im Wesentlichen virtuelle Online-Realität ist.

Kritiker sehen die Ankündigung als Verzweiflungsakt angesichts eines PR-Albtraums, der kaum Chancen hat, sich auf dem Markt durchzusetzen. In dieser Logik hat Meta keine Chance, das sinkende politische und marktwirtschaftliche Schicksal des Unternehmens in den USA und Europa zu wenden.

Es wird vor dem Hintergrund von Libra darauf verwiesen, dass «Metaverse» bereits das zweite Konzept ist, das sich Facebook von der Krypto-Industrie aneignet. Die Kernidee ist die breite Interoperabilität von Kryptos – virtueller Vermögenswerte, die in einem neutralen und transparenten öffentlichen Ledger gespeichert sind – ausserhalb der Kontrolle einzelner Entitäten.

Dieselbe Technologie, die NFT für virtuelle Galerien und Twitter (TWTR 42.07 -1.36%) nutzbar macht, wird verwendet, um Token zu schaffen, die VR- und AR-Vermögenswerte repräsentieren, welche wiederum für eine Vielzahl immersiver Erfahrungen nutzbar sind, von Decentraland zu Axie Infinity bis hin zu The Sandbox und theoretisch auch Second Life. Das steht gegenläufig zu Facebooks Vision von einem von FB kontrollierten Metaverse.

Hinweis: Dieser Artikel wurde um die Nachricht aktualisiert, dass es sich beim Squid Token mutmasslich um Betrug handelt.

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