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Bitcoin springt über 7000-$-Marke

Bald sollen Futures auf die Digitalwährung möglich sein. Der Bitcoin-Gesamtwert beträgt inzwischen 120 Mrd. $.

Der Hype um Bitcoin nimmt kein Ende: Die Kryptowährung notiert an der Börse Bitstamp nun bei 7300 $ – ein Preisanstieg von 637% seit Anfang Jahr und 67% seit Anfang Oktober. Damit beträgt der Gesamtwert der 16 Mio. Einheiten der digitalen Währung nun über 120 Mrd. $. Noch Anfang Jahr lag diese «Marktkapitalisierung» unter 20 Mrd. $.

Der Betreiber der weltgrössten Options- und Futures-Börse der Welt, die CME Group, will Futures auf die Digitalwährung Bitcoin einrichten. Sie erklärte in einer Pressemitteilung, die Bitcoin-Futures noch bis Ende 2017 einzuführen, unter Vorbehalt der Erfüllung aller regulatorischen Auflagen.

Die Ankündigung verhalf Bitcoin gestern schon zum Sprung über die Marke von 6600 $. Seitdem gibt es keine weiteren Meldungen, die den markanten Anstieg hätten begründen können.

Futures mit Barausgleich

Futures sind börsengehandelte Terminkontrakte, bei denen sich Gegenparteien über die Terminbörse zum Verkauf (Short) oder Kauf (Long) eines Basiswerts zu einem bestimmten Preis verpflichten. Die Bitcoin-Futures sollen an der CME aber keine physische Lieferung beinhalten, sondern werden über einen Barausgleich abgewickelt.

Dieser Barausgleich und damit der Wert eines Long-Futures wäre damit die Differenz zwischen dem Futures-Kurs beim Kauf des Kontrakts und dem aktuellen Bitcoin-Kurs.

Da es verschiedene Bitcoin-Börsen gibt, hat die CME einen täglichen Referenzpreis für die Digitalwährung schon im November 2016 eingeführt. Die CME CF Bitcoin Reference Rate (BRR) basiert auf Daten der Bitcoin-Börsen Bitstamp, GDAX, itBit und Kraken.

Terminmärkte oft liquider als Basiswert

Futures-Handelsplätze sind oft liquider als die Märkte für die Basiswerte, etwa im Rohstoffsektor. Damit können Investoren bestehende Positionen besser absichern, oder es können einfacher neue derivative Instrumente auf den Basiswert entwickelt werden.

Eine manchmal knappe Liquidität an den Bitcoin-Börsen wurde etwa von Swissquote-CEO Marc Bürki gegenüber FuW festgestellt. Er erklärte: «Es werden täglich weltweit nur zwischen 100’000 und 200’000 Bitcoin gehandelt, also ein noch relativ kleines Handelsvolumen.» Das führe zu einem Liquiditätsrisiko bei grossen Transaktionen.

Bisher nur Long-Zertifikate aufgelegt

Bisher werden in der Schweiz von Vontobel (VONN 72.1 -0.48%) und Leonteq (LEON 54 -1.73%) nur Long-Zertifikate auf Bitcoin angeboten. Die Anbieter der Zertifikate müssen die Bitcoin an Bitcoin-Börsen kaufen und für die Kunden halten. Theoretisch besteht dabei auch ein Diebstahlrisiko, da diese Handelsplätze in der Vergangenheit Opfer von Hacking-Angriffen geworden sind.

Dagegen können Zertifikate auf andere Rohstoffe und auch Aktien von den Banken ohne den Kauf der Basiswerte emittiert werden, indem die Positionen über den Futures-Markt abgesichert werden.

Die Lancierung von strukturierten Produkten auf Bitcoin wäre nach Einführung des Angebots der Chicagoer Terminbörse also einfacher. Auch die Einführung von Short-Zertifikaten – also Produkten, die auf einen sinkenden Bitcoin-Kurs setzen – wäre dann erst möglich.

Die CME Group betreibt die Börsen Chicago Board of Trade (CBOT) und Chicago Mercantile Exchange (CME). Auch in Chicago ansässig ist die Optionsbörse Chicago Board Options Exchange (CBOE). Ihre Muttergesellschaft CBOE Holdings hatte schon im August angekündigt, Bitcoin-Futures im vierten Quartal 2017 oder Anfang 2018 einzuführen. CBOE will dabei auf Marktdaten der Digitalwährungsbörse Gemini Trust zurückgreifen, die von den «Bitcoin-Zwillingen» Cameron und Tyler Winklevoss gegründet wurde.

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