Märkte

Bitcoin und Co. bleiben unter Druck

Kryptowährungen mussten wie der Aktienmarkt im April deutliche Verluste verzeichnen. Doch es gibt auch positive Nachrichten.

Dennis Ehlert, Director Derivatives Trading, Seba Bank

Die Risikomärkte erfahren anhaltenden Gegenwind durch die weiterhin steigenden Inflationsraten (USA: 8,5%, Eurozone: 7,5%), Ängste vor einem Lockdown in Chinas Hauptstadt Peking und den Ausschluss russischer Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien. Zudem belastet der überraschende Rückgang der US-Wirtschaft im ersten Quartal die Aktienkurse wie auch die Kryptowährungen.

Indes schauen Anleger mit Adleraugen auf den bevorstehenden Zinsentscheid des Fed in dieser Woche und erwarten einen Anstieg der US-Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte. Die durchschnittliche Performance der zehn grössten Kryptowährungen innerhalb der vergangenen zwei Wochen liegt bei –8%. Der Nasdaq-Index hat in diesem Zeitraum 7,6% verloren.

Der Preis für Bitcoin liegt aktuell bei 38’469 $ und notiert damit am unteren Rand seiner kurz- und mittelfristigen Handelsspanne. Im Falle eines weiteren Kurseinbruchs sollte Bitcoin Unterstützungslinien von 37’000 $ und schliesslich 35’000 $ finden.

Ethereum, die zweitgrösste Kryptowährung gemessen an der Marktkapitalisierung, handelt aktuell bei 2827 $ und damit 23% tiefer als zu Jahresanfang. Zum Vergleich: Der Preis von Bitcoin hat seit Anfang Jahr rund 17% verloren. Während sogenannte Altcoins (alternative Kryptowährungen) in den vergangenen zwei Wochen deutlich höhere Verluste als Bitcoin verzeichneten, konnte Terra (LUNA) knapp 6% zulegen.

Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen beträgt 1,78 Bio. $. Der Anteil von Bitcoin an der gesamten Marktkapitalisierung (Marktdominanz) liegt bei 41,6%, der von Ethereum bei 19,4%. Der Anteil von Kryptowährungen im Bereich Decentralized Finance (DeFi) pendelt weiterhin bei 1,2%, 0,3 Prozentpunkte tiefer als noch zu Jahresbeginn.

Fidelity erlaubt Bitcoin für Altersvorsorge

Die Kunden des grössten Anbieters für Altersvorsorgepläne in den Vereinigten Staaten können künftig eine Allokation von bis zu 20% ihrer 401(k)-Konten für die private Altersvorsorge in Bitcoin anlegen. Fidelity verwaltet die Pensionsrücklagen von knapp 20 Mio. Kunden mit einem Gesamtwert von etwa 2,8 Bio. $. Während sich das Angebot vorerst auf Bitcoin beschränkt, sollen in Zukunft weitere Kryptowährungen angeboten werden.

Die Verwahrung der digitalen Währungen übernimmt Fidelity selbst. Noch vor einem Monat hatte das US-Arbeitsministerium aufgrund der hohen Volatilität von Kryptowährungen Arbeitgeber davor gewarnt, digitale Währungen für 401(k)-Pläne anzubieten.

Ein weiteres Land kürt Bitcoin zum Zahlungsmittel

Nach El Salvador ist die Zentralafrikanische Republik das zweite Land, das Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel einführt. Während der Präsident, Faustin-Archange Touadera, die Kryptowährungen als grosse Chance für die weitere Entwicklung des Landes sieht und damit die Lebensbedingungen der 4,8 Mio. grossen Bevölkerung verbessern will, hat das rohstoffreiche Land für eine erfolgreiche Adaption digitaler Währungen noch einige Hürden zu überwinden. Bisweilen nutzen nur etwa 11% der Bevölkerung das Internet. Zugang zu Elektrizität haben nur knapp 14%, und weniger als die Hälfte ist in Besitz eines Mobiltelefons.

Coinbase lanciert NFT-Handelsplattform

Am 20. April hat die US-Kryptoplattform Coinbase eine Betaversion der eigenen NFT-Handelsplattform lanciert. Vorerst werden auf der Handelsplattform nur auf der Ethereum-Blockchain basierte ausgewählte Kollektionen wie Doodles, World of Women oder Azuki handelbar sein. In den kommenden Wochen sollen Nutzer Zugang zur finalen Version von Coinbase NFT erhalten.

Der Handel wird entweder über ein Coinbase-Konto oder ein eigenes Selbstverwahrungskonto wie beispielsweise Metamask möglich sein. Um das NFT-Ökosystem für das breite Publikum zugänglich zu machen, sollen Transaktionen auch per Kreditkarte abgewickelt werden können. Bislang umfasst das gehandelte Volumen etwa 73 Ethereum (210’000 $) von knapp 650 Nutzern. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden auf der populärsten NFT-Plattform, OpenSea, NFT von 36’000 Nutzern mit einem Gesamtvolumen von über 800 Mio. $ (282’220 ETH) gehandelt.