Unternehmen / Energie

BKW trotzt dem Nachhaltigkeitstrend

Analyse | Der Energiekonzern legt solide Halbjahreszahlen vor. Doch Anleger reagieren mit wenig Begeisterung.

BKW bleibt auf Kurs. Die in den vergangenen Jahren aufgebaute Dienstleistungssparte ist mittlerweile der grösste Geschäftsbereich und wächst weiter. Die Segmente Energie und Netze sorgen für gute Margen und Stabilität. Im abgeschlossenen Halbjahr stieg der Umsatz 8% auf 1,7 Mrd. Fr., der Ebit legte etwas weniger zu (vgl. Tabelle).

Grund hierfür ist einerseits, dass die Marge im Dienstleistungssegment mit Abstand am tiefsten ist. Sie liegt bei 5,3%, wogegen die Ebit-Marge des Gesamtkonzerns 13,6% beträgt. Zur Verteidigung des Segments zog Finanzchef Ronald Trächsel an der Bilanz- und Medienkonferenz am Mittwochmorgen mit dem Return auf das investierte Kapital (ROCE) eine neue Kennzahl hinzu. Demnach sind die Dienstleistungen im Vergleich zu den kapitalintensiven Bereichen Energie und Netze deutlich im Vorteil mit einer Rentabilität zwischen 10 und 15%, während die anderen Segmente im einstelligen Bereich verharren. Ein zweiter Grund für die insgesamt tiefere Marge im Vergleich zum Vorjahr ist, dass BKW im Frühjahr 2020 im Energiehandel ein aussergewöhnlich gutes Ergebnis erzielt hatte, das sich nun wieder normalisiert hat.

Steigende Steuerlast

Der operative Reingewinn, den BKW ausweist, um die Gewinnentwicklung unabhängig von den kapitalmarktbedingten Schwankungen in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds aufzuzeigen, ist um 8% gesunken. Zum rückläufigen Ebit kamen hier höhere Steuerausgaben hinzu. Dazu erläuterte Trächsel, dass die Steuern im Vorjahr aufgrund einer Reform im Kanton Bern aussergewöhnlich tief waren. Zudem schlägt bei BKW zunehmend das Geschäft im europäischen Ausland mit höheren Steuersätzen zu Buche. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?