Unternehmen / Schweiz

Blue Chips hängen FuW-Risk-Portfolio ab

Das FuW-Risk-Portfolio verzeichnet das schlechteste Quartal seit 2014. Die Korrekturen in Technologiewerten wiegen schwer.

Das vergangene Quartal war kein gutes für das Risk-Portfolio. Dessen Wert hat 5,1% abgenommen, während der SPI 6% gestiegen ist und der SPI Small- und Midcap immerhin noch 1,4% gewonnen hat.

Vor allem die beiden Positionen in Swatch Group und U-Blox, die in den vorangegangenen Quartalen teils substanziell zum Wertzuwachs beigetragen hatten, verzeichneten Kurseinbussen von je 12 000 bis 14 000 Fr. Dazu kamen Korrekturen in AMS, Arbonia und Meyer Burger von je rund 9000 Fr.

Die Avancen in Huber+Suhner (+22,5% bzw. rund 12 000 Fr.) sowie in Swiss Re und Temenos konnten den Schaden zwar etwas eindämmen, dennoch bleibt eine ausgeprägte Unterperformance im Vergleich zu den Indizes. Der SPI profitierte von der guten Entwicklung in Blue Chips wie Nestlé (+6%), Roche (+9%) und vor allem Novartis (+15%). Diese haben im Index ein hohes Gewicht und beeinflussen damit massgeblich dessen Verlauf.

Risk-off belastet

In dieser Entwicklung spiegelt sich der Modus des Markts, der Risiken wegen drängender Gefahren wie dem Handelskonflikt, Italiens Schulden- und Politikprobleme und den festgefahrenen Brexit-Verhandlungen zunehmend meidet.

Wie weiter? Ein schneller Wechsel im Risikoverhalten ist vorerst nicht abzusehen. Doch dürften die Konjunkturperspektiven derzeit eher unterschätzt werden. Den Unternehmen geht es gut und der Privatkonsum ist robust.

Im Portfolio wird der Technologietitel Temenos verkauft und stattdessen Sulzer gekauft. Das Winterthurer Unternehmen beliefert unter anderem die Öl- und Gasindustrie mit Investitionsgütern wie Pumpen. Der steigende Ölpreis dürft die Investitionstätigkeit befeuern, was den Titeln zugutekommen sollte. Schon Mitte Jahr konnte das Unternehmen die Ergebnisziele für das laufende Jahr erhöhen. Nachdem nun auch das 15%-Paket, das Sulzer im April wegen Sanktionen gegen ihren Grossaktionär Victor Vekselberg übernehmen musste, im Markt weiterplatziert ist, scheinen die Titel reif für eine Erholung.

AMS und Arbonia: Halten

Die Situation der grossen Verlierer, AMS und Arbonia, wirkt dagegen komplexer. AMS ist verschuldet, was für ein stark zyklisches Tech-Unternehmen ein wunder Punkt ist. Dazu kommt der zunehmend gesättigte Smartphone-Markt, der wohl erst mit der Einführung des neuen Übertragungsstandards 5G ab etwa 2020 wieder an Fahrt gewinnen dürfte. Nach einem Teilverkauf Anfang Jahr und der heftigen Korrektur der letzten Monate halten wir an den Titeln fest.

Im Fall von Arbonia scheinen der Turnaround und die Repositionierung länger zu dauern als angenommen. Zu hören ist auch, dass ein hoher Personalwechsel am Standort Polen die Arbeit erschwert. Dennoch: Arbonia ist gut geführt. Die Titel bleiben im Depot.

Gebeutelt wurden auch die Aktien Meyer Burger, von denen man hohe Volatilität allerdings gewohnt ist. Ein neues Subventionsregime in China hat die Nachfrage nach Solarmodulen vorerst gedrückt. Doch der steigende Ölpreis könnte Sonnenenergie-Investitionen bald wieder lukrativer machen. Das Risk-Portfolio bleibt in den Titeln engagiert.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?