Märkte / Makro 13:57 - 16.03.2017

BoE lässt Zins unverändert

Wenige Wochen vor den Brexit-Verhandlungen hält die britische Notenbank ihre Zinsen auf dem historischen Tief.
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Abwertung
Bewirkt einen geringeren Aussenwert der Währung, was Exporte vergünstigt und Importe verteuert.
Anleihe
Fremdmittelaufnahme am Kapitalmarkt . Anleihen können fix oder variabel verzinst werden. Die als Wertpapier ausgestalteten und somit handelbaren Bruchteile einer Anleihe werden Obligationen oder Bonds genannt.
EU
Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .
Inflation
Preisanstieg bzw. Geldentwertung. Die Veränderung wird als Inflationsrate angegeben. Veranlasst Notenbanken oft zu einer restriktiven Geldpolitik (hohe Leitzinsen), was Aktien und Obligationen belastet. Gegenteil: Disinflation , Deflation .
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .

(Reuters) Vor den anstehenden Scheidungsgesprächen mit der EU bleiben in Grossbritannien die Zinsen auf ihrem historischen Tief. Die Währungshüter in London tasteten den Schlüsselsatz am Donnerstag nicht an, den sie im August 2016 in den Nachwehen des EU-Austrittsvotums auf 0,25% gesenkt hatten.

Da das zunächst befürchtete Einknicken der Wirtschaft ausgeblieben ist, sieht die Bank of England derzeit keinen Bedarf für eine Zinsänderung. Allerdings fiel die Entscheidung erstmals seit Juli 2016 nicht mehr einstimmig: Die Währungshüterin Kristin Forbes stimmte überraschend für eine Erhöhung.

Zugleich hielt die Notenbank den Umfang ihres Anleihen-Kaufprogramms bei 435 Mrd. £ (rund 499 Mrd. €) konstant. Sie dürfte jedoch mit gewisser Sorge auf die Inflation blicken, die wegen des Pfund-Verfalls nach dem Anti-EU-Referendum anzieht und den Briten zunehmend die Kauflaune verdirbt. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei 1,8% und dürfte bis Jahresende auf etwa 3% klettern, wie von Reuters befragte Ökonomen voraussagen. Hinter dem Inflationsschub steckt neben steigenden Energiepreisen vor allem die kräftige Abwertung der Landeswährung, was die Importe verteuert.

Premierministerin Theresa May plant die EU noch in diesem Monat formal darüber zu informieren, dass ihr Land nach Artikel 50 der EU-Verträge die Staatengemeinschaft verlassen will. Wenige Wochen später sollen die Austrittsverhandlungen beginnen

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