Unternehmen / Schweiz

Börse honoriert Fokussierung

Anleger profitieren schneller, wenn Unternehmen ihr Geschäftsmodell fokussieren. Das passiert derzeit besonders häufig.

Verkaufen ist angesagt: Mehr als eine Schweizer Firma hat die jahrelange starke wirtschaftliche Entwicklung und den Börsenboom genutzt und ihr Portfolio bereinigt. So hat der Urner Industriezulieferer Dätwyler mit Reichelt endlich auch den dritten und letzten seiner nur schwach rentierenden Online-Elektronikhändler verkauft. Jetzt sind laut Firmenjargon «systemkritische Elastomerkomponenten», vulgo Gummiteile, das lukrative Hauptgeschäft. Dätyler liefert sie ins Gesundheitswesen, in den Automobilbau und die Lebensmittelindustrie.

Der gute Geschäftsgang und die konsequent umgesetzte Fokussierung haben den Dätwyler-Aktien reichlich Rückenwind gegeben. Allein im laufenden Jahr haben sie gut ein Drittel an Wert gewonnen. Das bleibt nicht unbemerkt:  «Wenn man sich auf wenige Geschäftsfelder fokussiert, kann man mehr erreichen und muss nicht ganz verschiedene Markttrends managen», sagt Michael Inauen, Analyst bei Stifel.

Freiheit bringt Gewinne

Das hat man sich wohl auch bei Sulzer gedacht und vor wenigen Wochen die Sparte Applicator Systems unter dem Namen Medmix an die Börse gebracht. Die Firma stellt aus Kunststoff Kartuschen oder Applikatoren her, mit denen Flüssigkeiten im Gesundheitswesen oder in der Industrie präzise gemischt und aufgebracht werden können. Sie hatte keine Gemeinsamkeiten mit den übrigen Sulzer-Aktivitäten: Herstellung und Wartung von Pumpen und Ausrüstung für die Öl-, Gas- und die Wasserindustrie sowie chemischer Trenntechnik. Allerdings ist Medmix keineswegs unrentabel, sondern war im Gegenteil die profitabelste von Sulzers Sparten.

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