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Märkte / Aktien

Börse ignoriert Geopolitik

Aktienmärkte reagieren auf politische Krisen häufig mit deutlichen Kursavancen. Doch die Investoren werden über kurz oder lang von der Realität eingeholt.

Mit dem Fall der Berliner Mauer schien 1989 eine neue Epoche angebrochen zu sein. Niemand hat diese vermeintliche Zeitenwende besser auf einen Nenner gebracht als der amerikanische Politologe Francis Fukuyama mit seinem Buch «Das Ende der Geschichte». Nachdem die Rivalität des von feindlichen Ideologien angetriebenen Kalten Krieges Platz gemacht hatte für eine von gegenseitiger internationaler Abhängigkeit geprägte Weltordnung, schienen grössere kriegerische Auseinandersetzungen der Vergangenheit anzugehören.

Doch jüngst haben nicht nur die verschärften Spannungen auf der koreanischen Halbinsel in Erinnerung gerufen, welch grosse Sprengkraft ungelöste politische Probleme auch in Nahost, Südasien oder Lateinamerika bergen. Dass die USA ihren nach dem Untergang der Sowjetunion erlangten Status der unbestrittenen globalen Supermacht zu verlieren drohen, erweist sich dabei vielleicht als der grösste Unruhefaktor. Das zeigte sich etwa daran, dass Russland mit der Annexion der Krim-Halbinsel 2014 die Grenzen in Europa verändern konnte. Vor allem aber hat das wirtschaftlich erstarkte China die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges herrschende Vormachtstellung der USA in Asien direkt herausgefordert.

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