Märkte / Aktien

SMI schliesst über 10’700

Nach den markanten Verlusten der Vorwoche erholt sich die Schweizer Börse. Schwergewichte stützen. Julius Bär und Clariant stehen im Fokus. Der Euro kostet 1.08 Fr.

(AWP/SPU) Nach dem Ausverkauf in der vergangenen Woche ist der Schweizer Aktienmarkt positiv in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI (SMI 11'238.52 +0.28%) gewann bei Eröffnung 0,6%. Damit lag er deutlich über der Marke von 10’600. Im weiteren Handelsverlauf arbeitete er sich weiter vor bis deutlich über 10’700, wo er auch schloss. In der Vorwoche war er mit einem Minus von mehr als 3% aus dem Handel gegangen und dabei auch unter den Schlussstand von 2020 von 10’704 Punkten gefallen.

Händler sprachen von einer technischen Erholung nach den Verlusten der vergangenen Woche. Dennoch bliebe die Nervosität der Investoren hoch. Der Machtkampf zwischen Privatanlegern und Hedgefonds in den USA, der für erhöhte Volatilität gesorgt hatte, dürfte noch anhalten, hiess es aus dem Handel. Frei nach dem Motto «neue Woche, neues Ziel» finde derzeit in den USA ein Run der Privatanleger auf Silber (Silber 25.28 -0.79%) statt, kommentierte ein Börsianer. Der Silberpreis war am Morgen erstmals seit 2013 über die Marke von 30 $ gestiegen. Daneben hielten die Sorgen um Mutationen des Coronavirus, das Impfchaos in vielen Ländern sowie die anhaltenden Massnahmen gegen das Virus die Investoren auf Trab. Immerhin stellten diese Punkte das Tempo der wirtschaftlichen Erholung in Frage, waren sich viele Börsianer einig.

Aus den USA kamen ebenfalls Signale der Erholung. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes lagen bei Börsenschluss in Europa allesamt im Plus. Der S&P 500 (S&P 500 4'119.50 +0.75%) legte 1,1% zu. Der Dow Jones (Dow Jones 33'800.60 +0.89%) avancierte 0,5%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite stieg 1,7%.

Schwergewichte stützten

Viele der zwanzig SMI-Titel schlossen fester. Deutlich avancierten die Aktien des Bauchemieherstellers Sika (SIKA 275.50 +0.66%) sowie des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'301.00 +0.85%).

LafargeHolcim (LHN 57.08 +0.88%) legten zu. Der Zementhersteller hat zwei Zukäufe in Europa angekündigt.

Analysten gaben sich für den Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 277.70 +0.4%) nach seinen Zahlen vergangene Woche wieder etwas zuversichtlicher, wie die verschiedenen Kurszielerhöhungen zeigten. Richemont (CFR 93.22 -0.09%) konnten nicht davon profitieren und blieben zurück.

Die Schwergewichte Roche (ROG 309.65 +0.81%), Nestlé (NESN 108.80 +0.5%) und Novartis (NOVN 80.90 +0.31%) stützten den Markt. Novartis schlossen jedoch nur geringfügig fester und waren in der Vorwoche nach Zahlen recht deutlich zurückgefallen.

Die Papiere des Aromen- und Duftstoffkonzerns Givaudan (GIVN 3'803.00 +1.74%) gewannen trotz den eher zurückhaltenden Analystenkommentaren.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 9.80 -2.33%) und UBS (UBSG 14.94 +0.3%) hinkten dem Markt hinterher.

Gewinnmitnahmen dürften bei SGS (SGSN 2'756.00 +0.55%) die treibenden Kräfte hinter den Verlusten sein. Der Warenprüfkonzern sowie Lonza (LONN 548.40 +1.9%) hatten in der Vorwoche Zahlen vorgelegt und damit die Analysten überzeugt. Lonza waren bereits in der Vorwoche schwach, hatten allerdings 2020 zu den begehrtesten Blue Chips gehört.

Clariant im Plus – Julius Bär im Minus

Im SMIM (SMIM 3'188.18 +0.5%) schwankten Clariant (CLN 19.07 -0.03%) zwischen Plus und Minus. Der VRP und vormals langjährige CEO Hariolf Kottmann tritt zurück. Branchennachbar Ems-Chemie (EMSN 841.00 +0.54%) notierten deutlicher im Plus.

Aktuelle Zahlen legte die Vermögensverwaltungsbank Julius Bär (BAER 61.32 +0.03%) vor. Die Gruppe hatte 2020 den Gewinn deutlich erhöht. Sie profitierte im vergangenen Jahr von einer stark gestiegenen Kundenaktivität bei einer hohen Volatilität der Märkte wegen der Coronakrise. Die Aktien gaben klar.

Die volatilen Aktien des Betreibers von Duty-Free-Shops, Dufry (DUFN 64.14 +0.6%), kletterten zeitweise wieder über die Marke von 50 Fr.

Im Januar sind am Flughafen Zürich (FHZN 156.00 -0.83%) wieder deutlich weniger Flugzeuge gestartet und gelandet als noch im Dezember. Im Vorjahresvergleich ging die Anzahl der Flugbewegungen um fast drei Viertel zurück.

Die Chipaktien AMS (AMS 18.76 -2.32%) gaben nach, während die anderen Tech-Werte Logitech (LOGN 100.65 +0.55%) und Temenos (TEMN 144.40 -0.21%) zu den Gewinnern gehörten.

Die Valoren der Industriegruppe Bucher (BUCN 502.50 +1.93%) Industries waren nach positiven Analystenkommentaren über die Eckdaten 2020 weiter in Richtung Rekordmarke unterwegs.

Nach Geschäftszahlen zum Jahr 2020 zeigten die Titel des Motorradherstellers Pierer Mobility (PMAG 76.00 -0.91%) wenig bewegt.

In Bellevue (BBN 39.30 +0.26%) Group kam es zu Anschlusskäufen. Am Freitag hatte die Vermögensverwalterin starke Zahlen für 2020 angekündigt. 

Daneben fielen im breiten Markt noch die Papiere von Ascom (ASCN 15.22 +2.15%) mit einem Plus auf. Hier hatte sich CS recht zuversichtlich über die weiteren Aussichten geäussert.

Gurit (GUR 2'435.00 +0.83%) verloren. Viele, aber nicht alle Segemnte des Industriekonzerns hatten eine Erholung gespürt.

Klar im Plus schlossen die Aktien des Winterthurer Textilmaschinenherstellers Rieter (RIEN 130.00 +0.15%). Mit Feintool (FTON 71.30 0%) legten weitere Industrietitel zu.

Leclanché (LECN 1.00 +0.2%) zogen an. Die Westschweizer hatten ein modulares Batteriesystem für den Einsatz in Nutzfahrzeugen lanciert. Das Lithium-Ionen-Batteriepaket INT-39 Energy soll bei Lkw und Bussen mit hybridem oder voll elektrischem Antrieb eingesetzt werden können, wie es in einer Mitteilung vom Montag hiess.

Erholung in Asien

In Asien starteten die Aktienmärkte am Montag freundlich in die neue Handelswoche. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,6% und der breiter gefasste Topix um 1,2%. Der Hongkonger Hang Seng legte 2,2% zu, und auf dem chinesischen Festland notierte der CSI 300 1,3% höher. Der koreanische Kospi verbesserte sich um 2,7%.

Dollar stärker

Am Devisenmarkt präsentierte sich der Dollar zum Euro und zum Franken fester. Folglich wurde die Gemeinschaftswährung zum Greenback leichter gehandelt, bei 1.2080 $. Die US-Währung legte zur Schweizer Valuta klar zu und arbeitete sich wieder Richtung 89 Rappen vor. Um 17.30 Uhr MEZ lautete der Kurs 0.8955. Zum Franken zeigte sich der Euro etwas fester und kostete 1.0818 Fr.

Ölpreis fester

Der Ölpreis stieg am Montag. Marktbeobachter verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht über eine hohe Förderdisziplin des Ölkartells Opec und verbündeter Förderstaaten. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.98 -0.41%) 56 $. Gold (Gold 1'743.91 -0.72%) zeigte sich fester. Die Feinunze notierte bei 1860 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 58'145.00 +0.25%) verlor heute nach dem starken Auf und Ab seit Freitag. Der Kurs der grössten Cyberwährung lag am Abend bei gut 33’000 $.