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SMI mit über 11’100 ins Osterwochenende

Nach den gestrigen Kursverlusten erholt sich die Schweizer Börse. Credit Suisse überspringen wieder die Marke von 10 Fr. Der S&P 500 erreicht 4000 Punkte. Der Euro kostet wieder 1.11 Fr.

(AWP/SPU) Der Start ins zweite Quartal ist am Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag von einer Erholung geprägt gewesen. Der Leitindex SMI (SMI 11'122.37 -0.53%) gewann bei Eröffnung 0,5%. Im frühen Handel baute er seine Avancen aus und festigte sich über 11’100. Im weiteren Handelsverlauf pendelte er zunächst um diese Marke. Mit Eröffnung der Wallstreet festigte sich der SMI wieder deutlicher in der Gewinnzone und ging mit 11’118 ins Osterwochenende.

Aus New York kamen positive Signale. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes legten bei Börsenschluss in Europa zu. Der S&P 500 (S&P 500 4'132.80 +0.3%) avancierte 0,8% und erreichte einen neuen Rekordstand über der Marke von 4000 Punkten. Der Dow Jones (Dow Jones 33'677.27 -0.2%) zog ebenfalls auf ein Allzeithoch an bei über 33’000 Punkten (+0,3%). Ein Plus von 1,5% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Als Stütze sahen Investoren vor allem das US-Infrastrukturpaket von Präsident Joe Biden, das er am Vorabend vorgestellt hatte. Zudem sorge von Datenseite her der gut ausgefallene japanische Tankan-Bericht für Unterstützung. Er offenbart eine Konjunkturerholung von der pandemiebedingten Krise.

Mit seinem 2 Bio. $ schweren Programm will US-Präsident Biden die Infrastruktur der USA grundlegend modernisieren. Finanziert werden soll dies u.a. durch die Anhebung der Unternehmenssteuer. In seiner Rede betonte Biden, das Programm werde Millionen von gut bezahlten Jobs schaffen. Allzu viel dürfte heute aber nicht passieren: Generell sei vor Osterfeiertagen mit einem wenig inspirierten Handel zu rechnen, erklärten zahlreiche Börsianer.

CS erholten sich etwas

Im SMI schlossen Credit Suisse (CSGN 9.81 -0.16%) klar fester. Damit überschritten die Papiere der Grossbank wieder die Marke von 10 Fr., unter der sie gestern geschlossen hatten. Allein in den drei letzten Handelstagen haben sie rund ein Fünftel ihres Werts verloren. Nach den Schockmeldungen über mögliche Milliardenverluste wegen der Debakel um den Hedge Fund Archegos und die Greensill-Fonds schliessen Beobachter mittlerweile nicht mehr aus, dass die Grossbank wieder einmal neues Kapital aufnehmen muss. Zudem will sie weitere Barmittel an die Anleger in den vier zusammen mit Greensill betriebenen und sich in Abwicklung befindlichen Fonds auszahlen.

Auch UBS (UBSG 14.42 -2.77%) legten zu, die Aktien dieser Grossbank schwenkten schon früher auf einen Erholungskurs, nachdem sie durch die CS-Warnung belastet worden waren. Im Plus lagen zudem Partners Group (PGHN 1'343.00 +1.94%). Die gute Stimmung im Finanzsektor wirkte sich auch auf Versicherer aus. So beendeten Zurich Insurance (ZURN 379.70 -1.22%) und Swiss Life (SLHN 473.80 -0.34%) den Handel mit Gewinnen. Eine Abstufung von «Buy» auf «Sell» durch UBS schlug bei Swiss Re (SREN 91.04 -2.9%) kaum durch.

Fest präsentierten sich Alcon (ALC 67.40 -1.35%). Der Berenberg-Analyst hatte sich sehr zuversichtlich über die weiteren Wachstumspläne des Augenheilkundespezialisten geäussert.

Gebremst wurde der Markt von den Schwergewichten Nestlé (NESN 107.78 -0.48%), Roche (ROG 306.05 -0.24%) und Novartis (NOVN 79.79 -1.1%), die nicht mithalten konnten.

Beim Industriekonzern ABB (ABBN 29.12 -0.72%) verwiesen Börsianer auf ein Interview des Finanzchefs Timo Ihamuotila mit «The Market». Darin sprach der Manager über die Wachstumsperspektiven der Gruppe, die Infrastrukturpläne von Präsident Joe Biden sowie über die Dividenden- und die Akquisitionspolitik.

Tech-Werte gesucht

Im SMIM (SMIM 3'172.12 +0.32%) fielen Technologiewerte wie Temenos (TEMN 143.45 +0.14%), AMS (AMS 19.18 +3.15%) oder Logitech (LOGN 100.95 +0.85%) mit deutlichen Gewinnen auf. Hier machten Händler gute Entwicklungen der US-Technologiebörse und einen starken Ausblick des Chipkonzerns Mikron (MIKN 6.14 +0.33%) verantwortlich.

Ihren Aufwärtstrend setzten die Titel des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 1'235.50 +0.24%) auch heute fort. Auch die Aktien des Hörsystemeherstellers Sonova (SOON 262.70 +1%) standen in der Gunst der Anleger.

Vertreter der Finanzbranche wie Julius Bär (BAER 60.50 -1.14%) oder aus den hinteren Reihen Vontobel (VONN 74.00 +0.61%) waren verstärkt gefragt. Die Citigroup (C 72.06 -0.87%) hatte die Kursziele für die beiden Aktien erhöht. Zudem legten Swissquote (SQN 139.20 +4.35%) und EFG (EFGN 7.93 +1.15%) International deutlich zu.

Mit vermehrten Käufen quittierten Investoren die vorläufigen Zahlen des Dentalbedarfsherstellers Coltene (CLTN 126.00 -0.79%). Man sei gut ins laufende Jahr gestartet, hatte das Unternehmen am Mittwochabend anlässlich der Generalversammlung mitgeteilt.

Asiens Börsen im Plus

Die asiatischen Börsen nahmen die freundliche Stimmung aus den USA vom Mittwoch auf. Ausserdem legten Produktionszahlen eine anhaltende Wirtschaftserholung nahe. In Tokio legte der Nikkei 225 (Nikkei 225 29'661.97 -0.3%) um 0,9% zu, während der breitere Topix 0,2% gewann. In Hongkong sprang der Hang Seng um 1%, in Festlandchina kletterte der CSI 300 gut 0,7%, und der Shanghai Composite schloss 0,3% im Plus. Der koreanische Kospi avancierte um 0,7%. Gemäss Bloomberg war das vergangene Quartal an den asiatischen Börsen insgesamt das schlechteste seit einem Jahr.

Euro stieg auf 1.11 Fr.

Der Euro bewegte sich am Donnerstag aufwärts. Um 17.30 Uhr MESZ kostete die Gemeinschaftswährung 1.1758 $ und damit deutlich mehr. Am Vortag hatte sie mit 1.1704 $ ein Fünfmonatstief markiert. Zum Franken zeigte sich die Gemeinschaftswährung fester und pendelte um 1.11 Fr. Der Dollar kam zum Franken von seinen zwischenzeitlich deutlichen Avancen zurück, wie der Kurs am Abend von 0.9430 Fr. zeigt.

Opec+ einigt sich wohl auf Lockerung der Förderbremse

Der Ölpreis schwankte am Donnerstag stark und die Kursveränderung wechselte mehrfach die Vorzeichen. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 64.07 +0.14%) 63 $. Die grossen Rohöl-Exportländer haben sich Insidern zufolge auf eine allmähliche Anhebung der Produktionsmengen geeinigt. Ab Mai solle die Förderbremse schrittweise gelockert werden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Das Ausmass der Anhebung stehe aber noch nicht fest. Andere Insider hatten zuvor gesagt, zur Diskussion stehe eine Erhöhung der Förderquoten von jeweils 350’000 Barrel pro Tag in Mai und Juni sowie ein Plus von 400’000 Barrel im Juli.

Gold (Gold 1'745.35 0%) notierte klar fester und damit wieder klarer über der Marke von 1700 $. Die Feinunze wurde am Abend zu 1729 $ gehandelt. Bitcoin (Bitcoin 63'163.00 -0.23%) verharrte weiter unter 60’000 $. Bei Börsenschluss in Europa kostete die grösste Kryptowährung rund 59’000 $.

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