Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas fester

Die Schweizer Börse tendiert am Mittwoch leicht aufwärts. Richemont und Finanzwerte sind fester. TX Group ziehen weiter massiv an.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch sich leicht aufwärts bewegt. Damit ist ein freundlicher Start in den September gelungen, nachdem der Leitindex im August rund 2% gewonnen hatte. Jedoch schmolzen die Gewinne von den Höchstwerten aber wieder etwas ab. Händler erklärten sich die festere Tendenz vor allem mit frischem Kapital, das jeweils zum Monatsanfang in den Markt fliesse und angelegt werden wolle.

Der US-Aktienmarkt zeigte sich mehrheitlich fester, allerdings wenig dynamisch. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes bewegten sich in unterschiedliche Richtungen. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) lag bei Börsenschluss in Europa 0,2% im Plus. Der Dow Jones gab 0,1% nach. Gewinne in Höhe von 0,7% verzeichnete die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite. Er stieg auf ein Rekordhoch.

Die mit Spannung erwarteten und deutlich unter den Schätzungen ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten der privaten US-Agentur ADP beeinflussten die Märkte kaum. Dafür fielen die Umfragedaten unter den Einkaufsmanagern besser als erwartet aus. Nun warteten die Anleger auf Freitag, wenn der monatliche US-Arbeitsmarktbericht publiziert wird. Dieser gilt als entscheidend für den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed.

Richemont (CFR 109.00 +0.18%) an der Spitze

Die deutlichsten Avancen bei den Blue Chips verzeichneten Richemont. Hier half eine neue Kaufempfehlung der Bank Julius Bär (BAER 64.64 +0.25%). Laut dem Analysten überschätzt der Markt die potenziellen negativen Effekte der chinesischen Politik auf den Luxusgüterhersteller und unterschätzt auf der anderen Seite den potenziellen Gewinnbeitrag aus dem immer wichtiger werdenden Online-Geschäft. Davon profitieren auch die Aktien der Konkurrentin Swatch Group (UHR 246.70 -0.52%).

Wenig verändert waren Novartis (NOVN 76.50 +0.24%). Der Pharmakonzern hatte mit dem britischen Gesundheitsdienst NHS eine Vereinbarung für die Behandlung mit dem Cholesterinmittel Leqvio abgeschlossen.

Gewinne verzeichneten die Grossbanken Credit Suisse (CSGN 9.78 +1.12%) und UBS (UBSG 15.97 +0.31%). Ähnliches galt für die Versicherer Swiss Life (SLHN 484.80 +0.64%), Zurich Insurance (ZURN 390.00 +0.33%) und Swiss Re (SREN 81.36 +0.39%). Europaweit seien Bank- und Versicherungsaktien auf dem Vormarsch, erklärten Börsianer.

Minimale Verluste erlitten derweil Sika (SIKA 314.50 -0.1%), Givaudan (GIVN 4'265.00 +0.12%) und Lonza (LONN 721.00 -0.41%), Titel mit sehr starker Performance im bisherigen Jahresverlauf.

Tech-Werte gesucht

Gefragt war hierzulande Technologie. AMS und Temenos (TEMN 120.30 +1.09%) legten zu. Und auch Logitech (LOGN 83.50 +0.85%) erholten sich etwas vom Vortagestaucher, als sie von den Zoom-Zahlen negativ tangiert worden waren.

Auffällig gut im Rennen waren auch die «Reiseaktien» von Dufry (DUFN 49.84 -1.11%) und Flughafen Zürich (FHZN 166.00 +0.24%).

Am breiten Markt richtete sich das Augenmerk auf Dormakaba (DOKA 673.00 -0.37%) nach der Vorlag der Jahreszahlen 2020/21. Sie wurden allerdings gemischt aufgenommen.

Fester notierten Bucher (BUCN 454.40 +0.8%) und Comet (COTN 342.00 +0.15%) nach positiven Analystenkommentaren.

Ausserdem zogen die Valoren von TX Group (TXGN 160.40 -0.12%), Herausgeberin von FuW, erneut stark an, nachdem sie am Vortag nach der Lancierung eines Joint Venture im Bereich der Online-Plattformen schon um 20% in die Höhe geschnellt waren.

Von einer Kaufempfehlung durch Research Partners mit dem Kursziel 0.60 Fr. profitierten Meyer Burger (MBTN 0.46 +1.43%).

Asiens Börsen fester

In Asien zeigten sich die Aktienmärkte überwiegend freundlich. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,3%, und der breiter gefasste Topix drehte 1% ins Plus. Auf dem chinesischen Festland gewann der CSI 300 gut 1,4%, der Shanghai Composite stieg 0,7%. Der Hang Seng avancierte 0,6%. Der koreanische Kospi legte 0,3% zu. In Australien dagegen verlor der ASX 200 0,3%.

Euro über 1.08 Fr.

Der Eurokurs stieg am Mittwoch deutlich über 1.18 $ gestiegen. Am Abend erreichte die Gemeinschaftswährung ein Tageshoch bei 1.1854 $, nachdem sie am Morgen noch einen halben Cent tiefer bei 1.18 $ gehandelt worden war. Auch gegenüber dem Franken büsste der Dollar an Wert ein. Um 17.30 Uhr MESZ wurde der Greenback zu .,9142 Fr. gehandelt nach 0.9188 am Morgen. Der EUR/CHF-Kurs notiert mit 1.0840 gegenüber dem Morgen praktisch unverändert, damit ist der Euro gegenüber dem Franken aber im Vergleich zum Vortag etwas stärker geworden.

Ölpreis vor Treffen der Opec + tiefer

Vor dem Treffen der Gruppe Opec+ bewegte sich der Ölpreis abwärts. Die Nordseesorte Brent fiel auf rund 70.50 $ je Fass. Die USA hatten zuletzt an die erdölexportierenden Länder appelliert, die Fördermengen deutlich auszuweiten, um mithilfe der dadurch sinkenden Benzinpreise die Weltwirtschaft anzukurbeln. Insidern zufolge will die Opec+ aber an ihrem bisherigen Plan festhalten, die Produktion um 400’000 Barrel pro Tag anzuheben. Zudem gab es Nachrichten am Mittwoch: In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche stärker als erwartet gefallen. Die Vorräte sanken im Vergleich zur Vorwoche um 7,2 Mio. Barrel auf 425,4 Mio. Barrel, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen nur mit einem Rückgang um 2,9 Mio. Barrel gerechnet. Ein Barrel fasst 159 Liter.

Der Handel in Gold verlief ruhig. Das Edelmetall notierte am Abend mehr oder weniger stabil bei 1813 $ pro Feinunze.

Seitwärts tendierte auch Bitcoin (Bitcoin 62'188.00 +0.44%). Somit lag die grösste Cyberdevise zu Börsenschluss in Europa bei rund 47’000 $.

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