Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 9600 Punkten

China wertet seine Währung ab. Die Eskalation im Handelskrieg liess Anleger heute Aktien meiden.

(AWP/Reuters/BB) Die Schweizer Börse startet auf breiter Front im Minus in die neue Woche. Nachdem der Handelskrieg zwischen den USA und China erneut eskaliert ist – Präsident Trump hat weitere Strafzölle angedroht, während China heute seine Währung abwerten liess – waren heute als sicher geltende Anlagen wie Staatsanleihen oder Währungen wie der Franken oder der japanische Yen heute verstärkt nachgefragt.

Der SMI (SMI 9833.97 1.09%) fiel vorübergehend um mehr als zwei Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Anleger haben Aktien heute gemieden. Wegen der Konjunktursorgen aus China schlossen heute Luxusgüter- und Uhrentitel wie Richemont (CFR 75.36 1.98%) und die Swatch Group (UHR 266.2 1.68%) im Minus. Zu den Verlierern zählten auch Softwareunternehmen wie AMS (AMS 40.85 3.6%), Temenos (TEMN 162.5 2.14%) und Logitech (LOGN 38.87 2.75%) zu den Verlieren.

Noch am besten von allen SMI-Titeln schlugen sich heute die als defensiv eingestuften Telekomaktien von Swisscom (SCMN 489.6 0.49%). Bei Aktien, welche in den vergangenen Tagen gut gelaufen sind, kam es heute verstärkt zu Gewinnmitnahmen. Davon blieben auch die Index-Schwergewichte Roche (ROG 275.35 0.79%), Novartis (NOVN 88.29 0.88%) und Nestlé (NESN 108.72 0.89%) nicht verschont. Bank-Valoren machten sinkende Renditen sowie die Angst vor einer Ausweitung des Negativzinses zu schaffen. Die beiden Grossbanken Credit Suisse (CSGN 11.24 1.72%) und UBS (UBSG 10.335 1.92%), sowie Julius Bär (BAER 38.34 1.78%) gingen unter ihren Vortageswerten aus dem Handel.
Zu den grössten Verlierern im breiten Markt zählten nach dem  Abgang ihres CEO und enttäuschenden Halbjahreszahlen Ascom. Belimo vermochte die Anleger trotz positiver Halbjahreszahlen nicht zu begeistern. Sie verloren im Handel ebenso wie Interroll.

Franken stärker
Der Euro ist am Montag gegenüber dem Dollar gestiegen. Zum Handelsschluss an den europäischen Börsen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1189 $. Zum Franken hat der Euro heute dagegen erneut an Wert verloren. Ein Euro kostete 1,0896 Fr. Auch der Dollar gab gegenüber dem Franken an Wert ab und kostete 0, 9736 Fr. Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5080 3.67%)) hat heute Angaben über ihre aktuellen Sichtguthaben veröffentlicht. Diese deuten darauf hin, dass die Währungshüter mittlerweile etwas stärker am Devisenmarkt interveniert haben.

Starke Verluste verbuchte auch der chinesische Yuan. Erstmals seit dem Jahr 2008 kostete ein Dollar wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als «rote Linie», die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde.

Goldpreis steigt auf ein neues Sechsjahreshoch
Nachdem die Ölpreise am Morgen wieder etwas fester notierten, büssten sie im Handelsverlauf an Wert ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.45 1.31%) kostete zum Schluss der europäischen Finanzmärkte 60,65 $. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 55.82 1.99%)) betrug 55,28 $. Verantwortlich für die gesunkenen Ölpreise ist die Eskalation im Handelskrieg. Wird dadurch ein Abschwung in der Konjunktur ausgelöst, werde dieser kaum spurlos am Ölpreis vorübergehen. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind laut Marktteilnehmern derzeit etwas in den Hintergrund getreten.

Am Montag stieg der Preis für eine Feinunze Gold (Gold 1497.25 -1.08%) (ca. 31,1 Gramm) mit 1460,85 $ auf den höchsten Stand seit Mai 2013.

Apple (AAPL 211.67 2.5%) gehören zu den grössten Verlierern
Anleger an Wallstreet zeigten sich vor allem durch den Kursurtsch des Yuan verunsichert. Die wichtigsten Indizes wie der Dow Jones (Dow Jones 26178.95 1.13%), der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2922.91 1.19%), sowie der Index der Technologiebörse Nasdaq befanden sich zum Zeitpunkt des Handelsschlusses in Europa alle im Minus. Zu den Verlierern gehörten besonders Technologiewerte. Befürchtet wird, dass der Handelskrieg die Nachfrage nach iPhones von Apple beeinträchtigen könnte.

 

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