Märkte / Aktien

SMI schliesst wenig verändert

Novartis und Roche haben den Schweizer Aktienmarkt vor deutlichen Abgaben bewahrt.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat am Mittwoch seitwärts tendiert. Händler erklärten, Kursgewinne der Indexschwergewichte aus dem Pharmasektor hätten den Markt vor einem Minus bewahrt. Denn insgesamt hätten die Skeptiker unter den Anlegern die Oberhand gewonnen. Auslöser waren überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten sowie die wachsende Furcht vor einem endgültigen Brexit ohne Handelsabkommen zwischen der EU und Grossbritannien. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 10'827.84 -0.7%)) schliesst 0,1% tiefer bei 10’435 Punkten.

Abgaben verzeichneten baunahe Werte. Der Sanitärtechniker Geberit (GEBN 553.60 +0.87%) verlor wie auch der Bauchemiekonzern Sika (SIKA 245.60 +0.86%). Auch der Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 245.90 -2.77%) notierte deutlich tiefer. Dagegen griffen die Anleger bei den Aktien der Pharmariesen zu. Roche (ROG 316.75 -1.08%) und Novartis (NOVN 83.14 -0.81%) stiegen. Ein Roche-Test zur Erkennung von Coronavirus-Antikörpern kann in den USA nach einer Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA zum Einsatz kommen.

Einen Kurssprung von acht Prozent schaffte Tecan (TECN 440.00 -0.32%). Der Laborausrüster rechnet für das laufende Jahr auch dank einer höheren Nachfrage im Sog der Coronapandemie mit mehr Umsatz und Gewinn als bislang in Aussicht gestellt.

Stärkerer Bewegungen sind auch bei VAT Group (VACN 249.20 +0.08%) auszumachen. Anlässlich eines Investorentages hat der Hersteller von Vakuumventilen seine Wachstumsziele bis 2025 kommuniziert.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Gewinnmitnahmen drücken Dax ins Minus

Nach der Kursrally der vergangenen Wochen nutzen einige Anleger die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen. Daran änderte auch die weltweit erste Zulassung des Coronavirus-Impfstoffs von BioNTech (BNTX 105.97 -0.3%) und Pfizer (PFE 36.24 -2.87%) in Großbritannien nichts. “Es wurde allgemein erwartet, dass er bald zugelassen wird”, sagte Graham Secker, Chef-Anlagestratege für europäische Aktien bei der Bank Morgan Stanley (MS 68.42 -3.92%).

Dax (DAX 13'555.26 -0.48%) und Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3'529.37 -0.2%) fielen am Mittwoch um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 13’313,24 beziehungsweise 3517,78 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones (Dow Jones 30'303.17 -2.05%) kam bis zum hiesigen Börsenschluss kaum vom Fleck.

Euro zum Dollar auf höchstem Stand seit 2,5 Jahren 

Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.89 +0.18%) zeigt sich am Mittwoch deutlich schwächer und ist klar unter die Marke von 90 Rappen gerutscht. Auch der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.21 -0%) verteuerte sich klar und stieg am Nachmittag bis auf 1,2108 $ und damit auf den höchsten Stand seit April 2018, bevor er wieder unter die Marke von 1,21 $ zurückfiel.

Der US-Dollar in Franken notiert am späten Mittwochnachmittag bei 0,8964 Fr. Zuvor war er bis auf 0,8943 Fr. abgerutscht womit er den tiefsten Wert nicht nur im laufenden Jahr sondern auch seit Januar 2015 erreichte, als die SNB (SNBN 4'880.00 -1.01%) den Mindestkurs aufgehoben hatte. Der Euro in Franken (EURCHF 1.08 +0.16%) notiert bei 1,0829 Fr. und damit auf einem ähnlichen Niveau wie schon am Mittag.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch wenig bewegt. Es herrscht weiter Verunsicherung wegen eines Disputs über die Förderpolitik des Ölverbunds Opec+. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent (Brent 55.75 +0.38%) 47,47 $. Das waren fünf Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 52.74 -0.04%)) lag unverändert bei 44,55 $. Anfängliche leichte Kursverluste machten die Ölpreise wett.

Leser-Kommentare