Märkte / Aktien

SMI schliesst fester – Wallstreet sehr schwach

Die Schweizer Börse verzeichnet nach einem schwachen Start Gewinne. Roche und Nestlé stützen. AMS büssen wegen Apple kräftig ein. Der Goldpreis ist im Hoch.

(Reuters/AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist mit einem Zick-Zack-Kurs in das Handelsjahr 2019 gestartet. Der Schweizer Leitindex SMI (SMI 9242.12 1.09%) eröffnete 0,4% tiefer und begann damit unterhalb der 8400-Punkte-Marke. Im frühen Handel arbeitete er sich zwischenzeitlich ins Plus. Während er gegen die Mittagszeit nahezu unverändert notierte, konnte er am Nachmittag wieder den Weg in den grünen Bereich finden. Avancen der Schwergewichte verhalfen dem SMI zwischenzeitlich über die Marke von 8500 Punkten. Rückblick: Für das gesamte Jahr 2018 stand im SMI ein deutliches Minus von 10,2% zu Buche.

Wallstreet wurde in der ersten Woche des Jahres insbesondere von einer Umsatzwarnung des Tech-Giganten Apple belastet. Alle drei grossen Indizes in New York fielen bei Börsenschluss in Europa klar. So notierte der Dow Jones (Dow Jones 25883.25 1.74%) 2,2% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2775.6 1.09%) büsste 1,6% ein, während der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite 1,8% verlor.

SMI dank Roche und Nestlé im Plus

Der Schweizer Leitindex schloss vor allem dank der Schwergewichte höher. Während Roche (ROG 272.55 0.68%) sich an die Spitze im SMI setzten, bauten Novartis (NOVN 90.08 1.1%) ihr Minus ab. Bei Roche verwiesen Händler auf eine Branchenstudie von JPMorgan, in der die Titel nach wie vor zu den bevorzugten Werten gehören. Nestlé (NESN 89.1 1.18%) profitierten von einer UBS-Empfehlung. Die Analysten halten die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns für kaufenswert.

Swisscom (SCMN 447.5 0.02%) legten einerseits von ihrem defensiven Charakter zu, kamen aber auch mit der Nachricht an, dass das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) zwei Geschäftsbereiche an Swisscom auslagert.

Adecco (ADEN 52.9 1.73%) gaben klar nach. Eine Rückstufung der Credit Suisse (CSGN 11.75 1.29%) von «Neutral» auf «Underperform» belastete die Titel des Personalvermittlers.

Auch die Valoren der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 284.5 0%) und Richemont (CFR 72.26 1.01%) verloren deutlich.

UBS (UBSG 12.995 1.96%) schlossen nahezu unverändert. Verwaltungsratschef Axel Weber hatte in einem Interview erklärt, für einen Zusammenschluss mit einer anderen Bank sei es noch zu früh. Credit Suisse und Julius Bär (BAER 40.81 3.16%) stiegen.

AMS erneut mit Kurseinbruch 

Die Tech-Werte im SMIM (SMIM 2361.657 0.33%) schlossen markant leichter. Auslöser für die Kursschwäche war eine Umsatzwarnung des iPhone-Herstellers Apple vom Vorabend. Vorsichtige Töne zahlreicher Apple-Zulieferer hatten im Schlussquartal 2018 für einen Auserkauf auch bei Schweizer Werten wie AMS gesorgt. Die Titel des österreichischen Chipherstellers büssten markant ein. Auch Logitech (LOGN 37.2 1.17%) und Temenos (TEMN 140.9 -1.54%) verloren klar.

Sunrise (SRCG 77.75 0.06%) zogen an. Nachrichten zur Nummer zwei im Schweizer Telecommarkt gab es allerdings keine.

Ein deutliches Plus fuhren auch die arg gebeutelten Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (ARYN 1.063 -2.88%) ein.

Sinkende Kurse in Fernost

In Asien dominierten zum Jahresauftakt die Kursverluste. Der chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe rutschte im Dezember unter die Wachstumsschwelle von 50. So notierte der Hongkonger Hang Seng rund 0,3% tiefer. Nicht besser sah es beim Taiex in Taipeh aus: Er verlor 0,6% an Wert. Der Kospi in Seoul gibt 0,8% nach. Einen raren Lichtblick bot der rohstofflastige S&P/ASX 200 in Sydney mit einem Plus von nahezu 1,4%. Die Börse in Tokio war geschlossen.

Euro klar fester – Flash Crash im Yen

Der Euro legte massiv zu. Die Gemeinschaftswährung stieg zum Dollar klar auf 1.1393 $ und zum Franken deutlich über die Marke von 1.12 Fr. Bei Börsenschluss in Europa lag der Kurs bei 1.1271 Fr. Die US-Währung handelte zur Schweizer Valuta unverändert bei 0.9892 $. Zwischenzeitlich war der Kurs klar unter der Marke von 0.99 Fr.

Besonders starke Auswirkungen haben Konjunkturängste der Investoren am Devisenmarkt. Sie decken sich vor allem mit dem als sichere Anlage geltenden japanischen Yen ein. Der Wechselkurs schoss in einem volumenschwachen Handel innerhalb von Sekunden kräftig nach oben, durchbrach technische Hürden und löste so in den Handelssystemen noch mehr Käufe aus. Der Dollar fiel in der Spitze um 3,6% auf 104.96 Yen, erholte sich später aber auf rund 108 Yen.

Gold auf höchstem Stand seit Juni 2018

Die steigende Nervosität an den Börsen trieb Anleger verstärkt in Gold (Gold 1321.12 0.63%). Das Edelmetall verteuerte sich auf 1289 $ je Feinunze (31,1 Gramm) und erreichte den höchsten Stand seit fast sieben Monaten.

Der Ölpreis verlor nach dem Schub am Vortag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 66.05 2.37%) (159 Liter) kostete bei Börsenschluss in Europa 55 $. Am Mittwoch war der Ölpreis ohne ersichtlichen Grund kräftig gestiegen. Marktteilnehmer hatten auf den noch dünnen Handel zu Jahresbeginn verwiesen, der oft zu stärkeren Kursausschlägen führen kann.

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