Märkte / Aktien

SMI schliesst am ersten Handelstag 2020 bei 10’700

Die Schweizer Börse arbeitet sich klar nach oben. Nestlé beflügeln den SMI. Sunrise stehen im Fokus. Spannungen im Nahen Osten sorgen für Beunruhigung.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Freitag, dem ersten Handelstag im neuen Jahr, klar fester präsentiert. Dabei stand der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) bei Eröffnung noch 0,3% tiefer. Im frühen Handel baute er sein Minus ab. Am Nachmittag drehte er ins Plus und baute mit Eröffnung der Wallstreet die Gewinne aus. Spät im Handel erreichte er sogar die Marke von 10’700. Am vergangenen Montag, der letzten Sitzung 2019, hatte der Leitindex um 1,1% nachgegeben, das Jahr aber mit einem Plus von gut 26% beendet.

Der Markt sorgte sich allerdings um die Verschärfung der politischen Spannungen im Nahen Osten. Bei einem gezielten Raketenangriff hatte die US-Armee einen ranghohen iranischen General getötet. Iran kündigte darauf schwere Vergeltung an.

So wurden auch die Börsen in New York von den politischen Entwicklungen belastet. Der Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) büsste bei Handelsende in Europa 0,8% ein. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) gab 0,6% nach. Mit 0,7% im Minus notierte der Nasdaq Composite, der Index der US-Technologiebörse. Tesla (TSLA 901 0.18%) zogen nach guten Verkaufszahlen auf ein Rekordhoch an. Bereits gestern hatten Apple zum ersten Mal über der Marke von 300 $ geschlossen.

Nestlé trieben den SMI

An der Spitze des SMI standen die Aktien von Nestlé (NESN 109.02 -0.31%). Das Schwergewicht, dem 2019 ein Grossteil des Indexgewinns geschuldet war, führte am ersten Handelstag des neuen Jahres als tragende Säule den Markt an. Avancen verbuchten zudem die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 196.55 4.69%) und des Versicherers Zurich Insurance (ZURN 432.3 -0.46%).

UBS (UBSG 12.685 -2.61%) gewannen. Die Papiere von Rivale Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) hinkten hinterher. CS will nach Abschuss des Aktienrückkaufprogramms im neuen Jahr weitere Titel für mindestens 1 Mrd. Fr. zurückkaufen.

Verluste von Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) belasteten den SMI über weiter Strecken, doch am Nachmittag drehten die Titel ins Plus. Roche (ROG 345.8 0.04%) stiegen. Der Pharmakonzern Roche stösst mit seinem Mittel Tecentriq in Grossbritannien bei der nationalen Gesundheitsbehörde NICE auf Widerstand. Ein Ausschuss hatte sich gegen die Rückvergütung des Mittels in Kombination mit den Chemotherapeutika Carboplatin und Etoposid gegen eine Form von Lungenkrebs durch den staatlichen Krankenversicherer NHS ausgesprochen.

Adecco (ADEN 58.32 -0.17%) büssten ein. Der Personaldienstleister hatte den im November 2019 eingeleiteten Verkauf der US-Tochter Soliant Health abgeschlossen.

Sunrise im Fokus

Sunrise (SRCG 84.05 0%) legten zu. Beim Telekommunikationskonzern kommt es zu Wechseln an der Spitze. Nach dem Platzen der UPC-Übernahme trat Unternehmenschef Olaf Swantee am Freitag zurück und übergab an Finanzchef André Krause. Zudem zogen sich auch Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und Vizepräsident Peter Schöpfer zurück. Sie treten an der GV 2020 nicht mehr an.

AMS (AMS 39.59 -1.44%) fielen. Die Anteile des Sensorherstellers hatten 2019 im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Osram (OSR 47.76 -0.19%) immer wieder an Kurswert eingebüsst. Nun könnte sich die Firma wegen der geringen Akzeptanz des Osram-Angebots – AMS wurden weniger als 60% der Aktien angedient – laut Händlern gezwungen sehen, für die am Markt ohnehin schon als teuer eingestufte Transaktion noch tiefer in die Tasche zu greifen. Am Markt wird vermutet, dass Hedge Funds ein höheres Übernahmeangebot für ihre Osram-Aktien erzwingen könnten.

Verluste wiesen vor allem Flughafen Zürich (FHZN 170.2 -1.45%) aus, während mit Swiss Prime Site (SPSN 123.5 0.41%) und PSP (PSPN 153.7 0.99%) Immobilienaktien gut aufgelegt waren.

Gemischtes Bild in Asien

An den asiatischen Börsen verlief der Handel am Freitag verhalten und uneinheitlich. Der Hang Seng in Hongkong verlor 0,3%, und Chinas Leitindex CSI 300 gab 0,1% ab. Der südkoreanische Kospi tendierte unverändert, der australische S&P/ASX 200 stieg nach Kursverlusten am Vortag um 0,6%. In Tokio waren die Börsen geschlossen.

Euro holte Verluste auf

Der Euro gab am Freitag zwischenzeitlich klar nach, erholte sich aber grösstenteils von den Verlusten. Die Gemeinschaftswährung kostete bei Handelsende in Europa zum Dollar etwas weniger und notierte bei 1.1163 $. Gegenüber dem Franken schwächte sie sich auf 1.0840 Fr. etwas ab. Der Dollar notierte zum Franken unverändert bei 0.9710 Fr.

Ölpreis nach Raketenangriff im Irak höher

In der Nacht auf Freitag hatten US-Streitkräfte bei einem Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad einen der ranghöchsten iranischen Generäle getötet. Öl der Sorte Brent wurde klar höher bei gut 68 $ je Barrel gehandelt. Auch der Goldpreis stieg und notierte bei Börsenschluss in Europa bei 1549 $.