Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas tiefer

Die Schweizer Börse erholt sich von ihrem Tagestief. Viele Abschlüsse mittelgrosser Unternehmen sorgen für Bewegungen.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch den Aufwärtstrend der Vortage nicht fortsetzen können und im Minus geschlossen. Der SMI (SMI 11'262.97 +0.57%) lag bei Eröffnung noch 0,2% im Plus, im weiteren Handelsverlauf gab der Leitindex aber seine Gewinne preis und drehte ins Minus. Im späten Handelsverlauf weitete der SMI sein Minus deutlich aus, konnte sich aber bis Handelsschluss ein Stück weit von seinem Tagestief erholen. Standen zum Handelsauftakt noch erfreuliche Konjunkturdaten und gute Unternehmensergebnisse im Zentrum, so wurde von Marktteilnehmern nun auf die wieder etwas anziehenden Anleihenrenditen verwiesen.

An Wallstreet herrschte ebenfalls verhaltene Stimmung. Die wichtigen US-Indizes lagen bei Börsenschluss in Europa mehrheitlich im Minus. Der S&P 500 (S&P 500 4'176.30 +0.33%) büsste 0,2% ein. Ein Minus von 0,7% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite. Der Dow Jones (Dow Jones 34'200.67 +0.48%) stemmte sich mit +0,4% gegen den Abwärtstrend.

Am Vormittag hatten starke Konjunkturdaten aus China wie auch aus Australien für eine positive Stimmung der Marktteilnehmer gesorgt. Dazu kamen Hoffnungen auf baldige Lockerungen der Corona-Restriktionen auch in Europa. Aus den USA trafen am Nachmittag allerdings unerwartet schwache Zahlen des Arbeitsmarktdienstleisters ADP zur Beschäftigung im Privatsektor ein. Diese gelten als Indiz für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht.

Luxusgüteraktien gesucht

Bei den Titeln im SMI fielen Richemont (CFR 96.20 -0.48%) positiv auf. JPMorgan hatte das Rating für den Luxusgüterhersteller von «Neutral» auf «Overweight» hochgestuft. Dahinter folgte Rivale Swatch Group (UHR 279.80 +0.25%). Dazu komme, dass für beide Luxusgüterhersteller der boomende Markt China so wichtig sei.

Für Druck auf die Indizes sorgten auch die schwächelnden SMI-Schwergewichte: Während die Roche (ROG 309.20 -0.1%) GS praktisch seit Handelsbeginn unter dem Vortagesschluss notierten, drehten am Mittag auch die Aktien der Konkurrentin Novartis (NOVN 80.87 +0.42%) und die Nestlé (NESN 108.70 +0.76%) ins Minus.

Im Minus schlossen ausserdem dem Life-Science-Aktien Lonza (LONN 558.40 -0.68%) und die Papiere des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 67.98 -0.15%).

Im Plus lagen Partners Group (PGHN 1'321.00 +1.5%) und Zurich Insurance (ZURN 381.60 +0.93%). Unter Druck standen dagegen eine Reihe anderer Finanzwerten. So hatten Swiss Life (SLHN 473.30 +0.51%) die Vortagesgewinne nach Jahreszahlen des Versicherers bereits wieder weitgehend abgegeben. Bei den Bankentiteln standen Credit Suisse (CSGN 9.90 +1%) erneut deutlich unter Druck. Nach der Handelseinstellung für die mit der angeschlagenen Greensill Capital erstellten Fondsprodukte im Wert von rund 10 Mrd. $ befürchten Händler beträchtliche Kosten für die Grossbank. Auch UBS (UBSG 14.82 +1.93%) gaben nach.

Industriewerte zogen an

Hierzulande lag der Fokus der Anleger weiter auf der laufenden Berichtssaison. Dabei zeigt sich, dass die Mehrheit der Unternehmen zwar weniger verdient hatte, aber dabei die Analystenerwartungen dennoch übertroffen hatte.

Dazu zählt auch Kühne + Nagel (KNIN 283.70 +0.64%). Der Logistikkonzern spürte im Coronajahr 2020 zwar einigen Gegenwind, erfuhr aber in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Erholung der Geschäfte. Zudem soll die Dividende etwas mehr als erwartet um 0.50 Fr. auf 4.50 Fr. je Aktie erhöht werden.

Georg Fischer (FI-N 1'300.00 +0.93%) schlug sich im Geschäftsjahr 2020 trotz Einbussen beachtlich.

Auch Bossard (BOSN 232.00 +0.87%) überzeugte mit ihren Ergebnissen die Anleger.

Vifor Pharma (VIFN 133.60 +0.83%) zeigten sich schwächer. Das Pharmaunternehmen hatte mit den Ergebnissen die Analystenerwartungen mehrheitlich getroffen. Allerdings hatten diese eine etwas höhere Dividende geschätzt.

Unter Druck gerieten mit Straumann (STMN 1'248.50 +0.28%), Sonova (SOON 265.10 +1.03%), Galenica (GALE 62.65 +0.97%) sowie Tecan (TECN 464.80 +1.57%) andere mittelgrosse Werte aus dem Gesundheitssektor.

Gesucht waren die Valoren von Julius Bär (BAER 60.12 +1.54%). Die britische Bank hatte laut Händlern die Empfehlung von «Hold» auf «Buy» hochgestuft.

Deutliche Einbussen verzeichneten Implenia (IMPN 26.94 +1.74%), die Zahlen des Baukonzerns waren schlechter als befürchtet ausgefallen.

Cicor gewannen klar. Der Leiterplattenhersteller hat mit One Equity Partners einen neuen Grossaktionär erhalten. Der bisherige Grossaktionär HEB Swiss Investment hatte dafür seine Beteiligung an ein Beteiligungsvehikel der One Equity Partners (OEP) veräussert.

Zur Rose (ROSE 372.50 +1.09%) büssten ein. Händlern zufolge wurden die Aktien der Versandapotheke für vorsichtige Aussagen von Shop Apotheke (SAE 197.50 -1.45%) in Sippenhaft genommen und mit Kursverlusten abgestraft. Einige Analysten hätten sich mehr von den diesjährigen Vorgaben erhofft, so der Tenor.

Asien im Plus

Die Märkte in Asien schüttelten die negativen Vorgaben aus den USA am Mittwoch ab. Günstige Konjunkturdaten aus Australien und China sorgten für gute Stimmung an den Börsen. In Tokio konnten der Nikkei 225 und der Topix um 0,5% zulegen. Der CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden grössten Börsen Festlandchinas, Schanghai und Shenzhen, abbildet, schloss 1,9% höher. Der Shanghai Composite kletterte 2% nach oben. Der Hang Seng avancierte in Hongkong um etwas mehr als 2,5%. Der südkoreanische Kospi konnte 1,3% zulegen. Der ASX 300 gewann in Sydney um 0,8%.

Euro Richtung 1.11 Fr.

Der Euro zeigte sich am Mittwoch unentschlossen. Zeitweise kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2113 $. Am Abend bewegte sie sich mit 1.2077 $ aber wieder tiefer. Zum Franken nahm der Euro dagegen langsam Kurs auf die 1.11er Marke, wie der Kurs um 17.30 Uhr MEZ von 1.1075 Fr. zeigte. Der Dollar legte zur Schweizer Valuta derweil zu und notierte bei 0.9173 Fr.

Ölpreis fester, Goldpreis leichter

Der Ölpreis legte am Mittwoch klar zu. Das Treffen des Ölverbunds Opec+, das am Donnerstag beginnt, rückte weiter in den Mittelpunkt. Bei Börsenschluss kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.70 -0.18%) 64 $. Gold (Gold 1'776.53 +0.73%) zeigte sich leichter bei 1720 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 61'406.00 -2.84%) zog nach der jüngsten Korrektur wieder klar an. Die grösste Cyberdevise wurde zu mehr als 51’000 $ gehandelt.

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