Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Die Schweizer Börse befindet sich bis Handelsschluss auf Richtungssuche. Die Schwergewichte belasten den Leitindex. Julius Bär stehen im Fokus.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte nach einem guten Beginn und anschliessendem Verlust im Plus geschlossen. Bei Eröffnung sorgten Hoffnungen auf eine Einigung in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China für Optimismus. Laut einem Bericht der «Financial Times» sind die beiden Länder einer möglichen Einigung sehr nahe.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9831.03 -3.67%) gewann bei Eröffnung 0,2%, gab die Avancen aber früh preis. Gegen die Mittagszeit rutschte der SMI nach zwischenzeitlicher Seitwärtsbewegung ins Minus. Von seinem Tagestief erholte sich der Leitindex aber am Nachmittag und drehte sogar wieder in den grünen Bereich.

Unterstützung erhielt er von einer erfreulichen Marktsituation in den USA. An der Wallstreet lagen nämlich alle drei grossen Indizes bei Börsenschluss in der Schweiz im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 25409.36 -1.39%) legte 0,3% zu, der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2954.22 -0.82%) stieg 0,5%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gewann sogar 1%.

Banken klar im Plus

Deutlich aufwärts bewegten sich bei den Schweizer Bluechips die Aktien von Julius Bär (BAER 40.21 -3.46%). Am Dienstagabend hatte die SIX mitgeteilt, dass die Titel der Privatbank kommende Woche im SMI durch Alcon ersetzt werden. Für Julius Bär hatte Morgan Stanley (MS 45.03 -0.84%) das Kursziel erhöht.

Überdurchschnittliche Kursgewinne  verzeichneten auch die Valoren der Grossbanken UBS (UBSG 10.6 -4.25%) und Credit Suisse (CSGN 10.81 -5.09%). Sie hatten schon am Vortag zu den gefragteren Titeln gehört. Mit ABB (ABBN 20.81 -3.7%), Adecco (ADEN 51.38 -3.53%) und LafargeHolcim (LHN 44.71 -2.68%) gehörten konjunktursensible Werte zu den gefragtesten Papieren.

Den Markt bremsten allerdings die Schwergewichte. Sowohl Novartis (NOVN 81.25 -4.47%), Roche (ROG 309.7 -3.95%) als auch Nestlé (NESN 98.85 -2.86%) gaben nach. Bei Roche verzögert sich die Übernahme des US-Unternehmens Spark.

Schwächer zeigten sich nach Analystenkommentaren Swisscom (SCMN 513.6 -3.86%). Die Aktien des Telecomkonzerns waren von der UBS wegen kurzfristig mangelnder Kurstreiber abgestuft worden.

Auch die Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 221.9 -2.59%) und Richemont (CFR 65.4 -0.94%) gaben nach. Dies obwohl es wieder Hoffnung auf eine Einigung in den Handelsgesprächen gibt. China ist ein wichtiger Markt.

Grösster Verlierer im SMI waren Lonza (LONN 382.4 -3.9%).

AMS Top, Aryzta Flop

Im SMIM (SMIM 2523.565 -3.6%) zogen AMS (AMS 33.01 -5.87%) deutlich an. Die Aktien des österreichischen Chipherstellers notierten oben im SMIM-Tableau. Hier hatten zuletzt Berichte über mögliche Preissenkungen für mehrere iPhone-Modelle gestützt.

VAT Group (VACN 129.85 -4.94%) setzten ihren jüngsten Aufwärtstrend fort. Die Aktien des Vakuumventilherstellers scheinen ihre Schwäche überwunden zu haben und marschieren auf die Marke von 120 Fr. zu.

Vifor Pharma (VIFN 160.7 -5.3%) gewannen klar. Goldman Sachs (GS 200.77 -1.8%) hatte die Abdeckung für die Aktien mit der Einstufung «Buy» und einem Kursziel von 150 Fr. aufgenommen.

Deutlich waren auch die Avancen des Industrietitels Georg Fischer (FI-N 821 -3.01%).

Dufry (DUFN 70.22 -4.38%) müssen für die Augentochter von Novartis ihren Platz im SLI räumen. Alcon (ALC 58.96 -2.71%) wird am kommenden Dienstag abgespalten und ist ab dann als eigenständiges Unternehmen gelistet. Aryzta (ARYN 0.825 -3.01%) litten unter der anstehenden Indexananpassung. Julius Bär, die im Leitindex Platz für Alcon machen, verdrängen wiederum die Aktien des Backwarenkonzerns aus dem SMIM.

Santhera (SANN 8.82 -3.92%) gaben überdurchschnittlich nach. Das Spezialitätenpharmaunternehmen will sich weitere finanzielle Mittel beschaffen und hatte sich dazu unter anderem eine syndizierte Kreditlinie gesichert.

Asien verzeichnete Avancen

An den asiatischen Börsen wuchs am Mittwoch die Hoffnung, dass sich die USA und China bald auf einen Deal im Handelsstreit einigen könnten. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,8%, und der breiter gefasste Topix gewann 0,6%. Der Hang Seng in Hongkong legte ebenfalls 0,8% zu, und Chinas Leitindex CSI 300 schloss 0,4% im Plus. Der südkoreanische Kospi rückte 1,1% vor, auch der australische S&P/ASX 200 gewann 0,7%.

Euro fester

Der Euro stieg. Zum Dollar notierte die Gemeinschaftswährung zu Handelsschluss in Europa bei 1.1239 $ und damit klar höher. Gegenüber dem Franken lag der Kurs mit 1.1201 Fr. ebenfalls höher. Der Dollar handelte zum Franken derweil tiefer bei 0.9965 Fr.

Ölpreis drehte ins Minus

Überraschend hohe Öl-Lagerbestände in den USA nährten bei Anlegern die Furcht vor einer Abschwächung der Nachfrage. Der Preis für die führende Ölssorte Brent (Brent 50.51 -2.15%) drehte ins Minus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte kostete bei Börsenschluss in Europa gut 69 $. Gold (Gold 1586.03 -3.59%) handelte leichter. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls lag bei 1290 $.