Märkte / Aktien

Schweizer Börse verdaut Vorwochen-Gewinne

Der Schweizer Leitindex schliesst am Freitag leicht tiefer. Die Ölpreise steigen weiter.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat am Freitag keine grossen Sprünge gemacht. Der SMI gab 0,3% nach. Händler erklärten, angesichts von drei aufeinanderfolgenden Wochen mit Kursgewinnen sei eine Atempause fällig gewesen. Zudem dürfte der Anstieg der US-Arbeitlosenquote auf 4,4% erst ein Vorbote eines dramatischen Einbruchs der US-Wirtschaft sein. Doch damit nehme auch die Wahrscheinlichkeit von weiteren Stützungsmassnahmen der US-Notenbank zu, hiess es.

Unter den Schweizer Standardwerten sackten die Aktien des Versicherers Zurich Insurance 9% ab. Ein grosser Teil der Kursverluste war allerdings dem Dividendenabgang geschuldet. Die Titel des Lebensversicherers Swiss Life büssten 1,8% ein. Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group sackten nach einer Kurszielsenkung eines Analysten 3,1% ab.

Gesucht waren dagegen Aktien aus dem Gesundheitsbereich. Der Pharmazulieferer Lonza gewann 2,7% an Wert, der Augenheilkonzern Alcon 1,7%. Auch Novartis (+1,1%) verzeichneten Gewinne. Der Basler Pharmakonzern spannt mit Incyte zusammen und beginnt eine Phase-III-Studie mit dem Mittel Jakavi zur Covid-19-Behandlung (lesen Sie hier mehr).

Straumann verloren 3,8%. Der Zahnimplantate-Hersteller senkt als Reaktion auf die wegen der Coronavirus-Pandemie nachlassende Nachfrage die Kosten. Zu den Massnahmen gehörten freiwillige Lohnkürzungen beim Management und Kurzarbeit für Teile der Belegschaft.

Im breiten Markt überzeugten Cosmo (+1,4%). Das Pharmaunternehmen sieht sich nach einer komplexen Neupositionierung gut aufgestellt und hält einen Gewinn im laufenden Jahr für möglich. 2019 hat es den Verlust ausgeweitet (lesen Sie hier mehr).

Unter Abgabedruck standen die Anteile des Sensorenherstellers AMS sowie der Softwarefirma Temenos.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Jobabbau hat an der Börse keine Auswirkungen

Der drastische Jobabbau in den USA hat Anleger an der Wall Street am Freitag nicht schockiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte bei 21’420 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 2529 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann auf 7499 Punkte.

Auch die europäischen Börsen Dax und Euro Stoxx 50 zeigten sich vom Jobbericht wenig beeindruckt. Gleiches gilt für die Devisenkurse: Euro in US-Dollar, US-Dollar in Franken und Euro in Franken.

Brent-Öl wieder stärker

Die grossen Öl-Förderländer (Opec+) wollen einem Medienbericht zufolge am Montag über ihre weitere Förderpolitik beraten. Dazu sei eine Videokonferenz geplant, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria am Freitag unter Berufung auf das Energieministerium Aserbaidschans. Es werde erwartet, dass alle Länder der Opec+ daran teilnehmen würden und dass über eine Stabilisierung der Preise am Ölmarkt diskutiert werde.

Am Ölmarkt gibt es heftige Schwankungen. Auf den Preisen lastet ein Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die Frage von Förderkürzungen. Zudem wird die Weltwirtschaft durch die Coronakrise ausgebremst, was die Ölnachfrage schmälert. Am Donnerstag waren die Ölpreise indes so deutlich in die Höhe geschossen wie noch nie. Die Sorte Brent etwa hatte sich um bis zu 47% verteuert, allerdings auf niedrigem Niveau. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, in dem Förderstreit vermitteln zu wollen. Am Freitag legen die Preise für Brent und WTI nach einem leichten Rückgang weiter zu.