Märkte / Aktien

SMI schliesst auf Rekordhoch

Die Schweizer Börse überschreitet die Marke von 11'500. Finanzwerte stehen im Plus. Roche erholen sich. Der Goldpreis büsst klar ein. Wallstreet uneinheitlich.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse drehte am Donnerstag ins Plus und erreichte über der Marke von 11’500 ein neues Allzeithoch. Der Handel verlief aber an dem Teil-Feiertag Fronleichnam weitgehend in ruhigen Bahnen, hiess es am Markt. Im Anschluss an die stärker als erwartet ausgefallenen Daten vom US-Arbeitsmarkt löste sich der Leitindex zunächst vom Tagestief und knüpfte an den Aufwärtstrend der letzten Wochen an. Nach den ADP-Beschäftigungsdaten aus dem Privatsektor und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe blickten die Marktteilnehmer nun dem Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag entgegen.

Die Anleger an der US-Börse hielten sich jedoch zurück. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes tendierten in unterschiedliche Richtungen, erholten sich aber allesamt von frühen Verlusten. Der S&P 500 (S&P 500 4'245.70 +0.18%) baute sein Minus ab und notierte bei Börsenschluss in Europa nur noch 0,2% tiefer. Der Dow Jones (Dow Jones 34'255.19 -0.65%) handelte stabil. Ein deutliches Minus von 0,9% verzeichnete hingegen die Technologiebörse Nasdaq Composite.

SMI-Finanzwerte im Plus

Roche (ROG 341.70 -0.09%) erholten sich von den frühen Verlusten, nach einer Ratingsenkung auf «Hold» durch Société Générale (GLE 26.39 0%). Im späten Handel stützen die Bons den Markt sogar. Der für die Franzosen zuständige Analyst sieht derzeit kein Aufwärtspotenzial für die Genussscheine. Die anderen beiden Schwergewichte, Novartis (NOVN 83.84 +0.62%) und Nestlé (NESN 113.82 0%), bewegten sich ebenfalls aufwärts.

Credit Suisse (CSGN 9.57 -0.29%) blieben im Greensill-Sturm, legten aber zu und erreichten wieder die Marke von 10 Fr. Die Grossbank wurde laut der «Financial Times» bereits vor einem Jahr vom Rohstoffhändler Trafigura vor dem umstrittenen Stahlmagnaten Sanjeev Gupta gewarnt. Auch UBS (UBSG 14.62 +0.24%) standen im Plus.

Partners Group (PGHN 1'395.00 +0.54%) stiegen. Die Papiere des Finanzdienstleisters wurden von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch Société Générale gestützt. Der Analyst verwies etwa auf die verbesserten Marktbedingungen. Da die Aktien jedoch mit einem erheblichen Aufschlag gehandelt würden, blieb die Anlageempfehlung bei «Hold».

Givaudan (GIVN 4'230.00 +0.05%) bewegten sich kaum. Der Aromen- und Duftstoffhersteller arbeitet künftig mit Alibaba (BABA 213.59 +0.92%) zusammen. Die beiden Firmen wollen gemeinsam digitale Möglichkeiten für die Luxusparfümerie in China nutzen.

Anleger hielten sich bei zyklischen Papieren zurück. Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 115.10 +0.44%) und Swatch Group (UHR 322.50 -1.16%) gaben etwas nach. Keine einheitliche Richtung war bei den baunahen Werten Geberit (GEBN 669.60 +0.51%), Sika (SIKA 293.80 -0.1%) und Holcim (HOLN 56.56 -0.07%) festzustellen.

SMIM: Gewinner gefragt

Gekauft wurden Papiere, die im bisherigen Jahreschart weit vorne stehen. Kühne + Nagel (KNIN 318.80 +0.03%) und Logitech (LOGN 115.90 +0.26%) etwa standen beide auf oder in Schlagweite ihres Allzeithochs. Gewinne gab es auch bei der Softwareschmiede Temenos (TEMN 150.55 +1.72%) sowie beim Sensorhersteller AMS.

Sonova (SOON 326.40 +1.68%) fielen kaum auf. Berenberg hatte im Rahmen einer Branchenstudie das Kursziel um rund die Hälfte erhöht, beliess die Einstufung aber auf «Hold». Am Morgen hatte der Hersteller von Hörgeräten den Start des früher kommunizierten Aktienrückkaufs für den morgigen Freitag in Aussicht gestellt.

Leonteq (LEON 49.00 +0.62%) zogen an und erklommen neue Jahreshöchstkurse. Nach Einschätzung von Händlern stehen die Chancen gut, dass die Aktien ihren nun seit drei Monaten anhaltenden Seitwärtstrend verlassen könnten. Denn immerhin hätten sie die Hürde bei 48 Fr. genommen – und neue Widerstände seien nicht in Sicht.

Anschlusskäufe konnten in U-Blox (UBXN 72.15 -0.07%) sowie MCH Group (MCHN 15.05 +0.33%) im Nachgang zu den jüngsten Nachrichten ausgemacht werden.

Im breiten Markt fielen BVZ (BVZN 870.00 -0.57%) mit Nachrichten, aber nicht mit Kursbewegungen auf. Dort hatte der Zürcher Künstler Dieter Meier seine Beteiligung halbiert.

Zudem zogen Achiko (ACHI 0.19 0%) an. Das indonesische Healthtech-Unternehmen hatte weitere Fortschritte im Bereich Coronatests erzielt.

Kuros BioSciences (KURN 2.40 0%) büssten nach dem gestrigen Kurssprung etwas ein.

Asien mehrheitlich im Plus

In Asien zeigten sich die Aktienmärkte überwiegend freundlich. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,4%, und der breiter gefasste Topix drehte 0,8% ins Plus. Auf dem chinesischen Festland verlor der CSI 300 0,2%, während der Shanghai Composite 0,1% avancierte. Der Hang Seng verlor 0,6%. Der koreanische Kospi gewann 0,8%. In Australien legte der ASX 200 0,7% zu.

Dollar erstarkte 

Der Dollar neigte am Donnerstag zur Stärke. Folglich konnte sich der Euro nicht über der Marke von 1.22 $ halten. Bei Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1.2125 $ und markant weniger. Auch der Franken büsste zum Greenback klar ein. Somit überschritt der Dollar wieder die Marke von 90 Rappen. Um 17.30 Uhr MESZ lag er bei 0.9047 Fr. Der Euro kostete zum Franken kaum veränderte 1.0970 Fr.

Ölpreis auf Mehrjahreshoch

Der Ölpreis konnte am Donnerstag wegen einer weiter anziehenden Nachfrage erneut zulegen und stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit mehreren Jahren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 73.24 +0.69%) legte an der Spitze auf knapp 72 $ zu und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2019. Im Corona-Crash im Frühjahr 2020 war der Brent-Preis bis auf 16 $ gesackt. Der Ölpreis befindet sich seit einiger Zeit im Höhenflug, da die Nachfrage infolge der Wirtschaftserholung wieder anzieht. Der jüngste Beleg dafür waren Händlern zufolge fallende Lagerbestände in den Vereinigten Staaten. Zudem gab es zuletzt Unterstützung durch die zuversichtlichere Einschätzung des Ölverbunds Opec+. Dennoch bleiben die Rohölproduzenten vorsichtig mit Blick auf ihre mittelfristige Ausrichtung.

Gold (Gold 1'863.47 -0.75%) gab deutlich nach und rutschte unter 1900 $. Die Feinunze notierte am Abend bei 1870 $.