Märkte / Aktien

SMI geht etwas geschwächt ins Wochenende

Die Schweizer Börse büsst am Freitag ein. Finanzwerte geben nach. Auch die Schwergewichte belasten.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag in der Verlustzone geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10067.13 -0.31%) notierte bei Eröffnung noch stabil. Im frühen Handel lag er leicht im Plus und erreichte dadurch die Marke von 10’200. Vor dem Mittag schaltete er einen Gang zurück und drehte ins Minus. Am Nachmittag weitete er seine Verluste aus, konnte die Marke von 10’100 aber halten. Dennoch fuhr  der Leitindex auf einen Wochengewinn von knapp 1% ein.

Händler beschrieben den Markt als uneinheitlich. Es fehlten die Impulse, hiess es am Markt. Da in den USA die Börsen wegen des Unabhängigkeitsfeiertags geschlossen blieben, belebte sich das Geschäft im weiteren Verlauf nicht. Die Stimmung sei dank starker Zahlen vom US-Arbeitsmarkt eigentlich gut. Aber wegen der stark steigenden Coronainfektionszahlen – am Vortag wurden in den USA weitere über 50’000 Infektionen gemeldet – werde der Risikoappetit der Anleger etwas gedämpft. «Wenn sich dort die Lockdown-Massnahmen weiterhin so mehren, ist das gar nicht gut, weder für die Wirtschaft noch für die Märkte», sagte ein Händler. «Wir sind inzwischen wieder auf einem stolzen Niveau angelangt.» In den USA war im Juni die Arbeitslosenrate stärker als erwartet zurückgegangen, und es wurden deutlich mehr Jobs geschaffen als von Experten geschätzt. In China gewann der Dienstleistungssektor an Schwung. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg mit 58,4 Zählern auf den höchsten Stand seit zehn Jahren.

Lonza wieder an der Spitze

Im SMI avancierten die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 567.8 0.21%), bisher die grössten Gewinner im SMI im Jahresverlauf, weiter.

Zyklische Werte wie LafargeHolcim (LHN 43.51 -0.68%), ABB (ABBN 23.58 0.13%) und Adecco (ADEN 44.81 0.52%) lagen etwas besser im Markt. Schwächer präsentierten sich die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 57.06 -0.07%) und Swatch Group (UHR 193.2 -0.67%). Beide Grossbanken – Credit Suisse (CSGN 10.025 -0.3%) und UBS (UBSG 11.08 0.05%) – gaben nach. Versischereraktien wie Swiss Re (SREN 70.36 -1.26%), Zurich Insurance (ZURN 342.4 -0.35%) und Swiss Life (SLHN 334.7 -0.68%) verloren ebenfalls.

Nestlé (NESN 107.4 -0.39%) büssten etwas ein. Der Nahrungsmittelriese zieht sich aus einem Teil seines Wassergeschäfts in Nordamerika zurück. Die kanadische Tochter verkauft ihr Flaschenwassergeschäft der Marke Pure Life an Ice River Springs.

Wie schon im Donnerstagshandel banden die Pharmaschwergewichte Roche (ROG 315.05 -0.69%) und Novartis (NOVN 76.01 0.08%) den Leitindex zurück.

Tech-Aktien fester

Im SMIM (SMIM 2533.509 -0.01%) zeigten sich die Tech-Werte von ihrer freundlichen Seite. So fuhren die Aktien des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 138 -0.58%) und des Chipproduzenten AMS (AMS 17.12 1.9%) Gewinne ein.

Die Meldung, wonach CEO Bracken Darrell jüngst knapp 167’000 Aktien von Logitech (LOGN 66.9 0%) verkauft hat, belasteten den Kurs des Computer- und Gamingzubehörspezialisten Logitech nicht sonderlich. Der Konzernchef habe das rekordhohe Kursniveau ganz einfach für Gewinnmitnahmen genutzt, hiess es am Markt. Zudem hatte Citigroup (C 50.89 -0.29%) kürzlich das Kursziel auf 73 Fr. angehoben.

Flughafen Zürich (FHZN 117.8 0.51%) drehten erst im Handlesverlauf ins Minus, während die Titel des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 24.45 2.3%) deutlich nachgaben.

Interroll profitierten von Auftrag

Die Aktien der Versandapotheke Zur Rose (ROSE 260 1.36%) setzten ihren Gipfelsturm zum Wochenschluss weiter fort. Auslöser für das verstärkte Interesse ist eine Entscheidung des Deutschen Bundestages, durch den die elektronische Rezeptausstellung ab 1. Januar 2022 verpflichtend ist.

Am breiten Markt fielen Cosmo (COPN 88.2 0.57%) positiv auf. Das Biopharmaunternehmen hatte von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für Byfavo (Remimazolam) erhalten. Das Mittel wird zur Kurzsedierung bei Kolo- und Bronchoskopien verwendet.

Die Aktien von Interroll (INRN 2365 4.42%) stiegen. Der Logistikanbieter hatte in den USA einen Grossauftrag von einer Onlinehandelsplattform in zweistelliger Millionenhöhe bekommen.

Am Kurs von SFS (SFSN 87.5 0.63%) perlte die Mitteilung ab, wonach die in der Befestigungstechnik tätige Gruppe für das erste Halbjahr weniger Umsatz und tiefere Margen erwartet. Allerdings geht sie trotzdem von einem soliden Ergebnis aus.

Die Anteile von Leonteq (LEON 36.3 -1.22%) brachen den Höhenflug der vergangenen Tage ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Aktien waren in den vergangenen Tagen um fast ein Fünftel gestiegen.

Handel in Asien freundlich

In Asien gewannen die Aktienmärkte am Freitag an Terrain. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,4%, der breiter gefasste Topix legte ebenfalls 0,4% zu. Der Hongkonger Hang Seng gewann 0,7%, und auf dem chinesischen Festland kletterte der CSI 300 0,9% hinauf. Der koreanische Kospi avancierte 0,6%.

Ruhe am Devisenmarkt

Der Euro bewegte sich am Freitag nur wenig. So handelte die Gemeinschaftswährung zum Dollar zu Börsenschluss in Europa bei 1.1245 $, nachdem sie gestern kurzzeitig die Marke von 1.13 $ erreicht hatte. Zum Franken notierte sie mit 1.0625 Fr. unverändert gegenüber dem Vorabend. Der Dollar bewegte sich zur Schweizer Währung mit 0.9450 Fr. minimal abwärts.

Goldpreis hält sich auf hohem Niveau

Der Goldpreis festigte sich weiter auf einem Level, das er seit 2012 nicht erreicht hatte. Um 17.30 Uhr MESZ kostete das Edelmetall 1775 $ pro Feinunze. Der Ölpreis zeigte sich leicht schwächer. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 45.23 0.2%) lag bei Börsenschluss in Europa bei 42.50 $. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem der Ölpreis im Verlauf der Woche zum Teil kräftig gestiegen war.

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