Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse verliert. Im Leitindex gibt es kaum Gewinner. Semesterzahlen sorgen für Bewegung in der zweiten Reihe. Auch in New York fallen die Kurse.

(AWP/SPU/Reuters) Die Schweizer Börse hat am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Die mit dem anhaltenden Handelskonflikt verbundenen Wachstumsängste und das Hin und Her im Zusammenhang mit dem Brexit verdarben den Anlegern die Laune. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10056.83 -0.08%) stand bei Eröffnung 0,3% tiefer. Im frühen Handel weitete er seine Verluste aus. Am Nachmittag verharrte der Leitindex über weite Strecken auf diesem Niveau. Kurz nach Eröffnung der Börsen in New York wurde das Minus deutlicher. Bei Handelsende in Zürich stand er bei 9853. Am Montag war er um 0,3% gestiegen.

Auch an der Wallstreet gaben die Kurse nach. Der Dow Jones (Dow Jones 26935.07 -0.59%) verlor bei Börsenschluss in Europa 1,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2992.07 -0.49%) büsste 0,8% ein. Der Nasdaq Composite, der Index der Technologiebörse in New York, notierte 1% tiefer. Gestern waren die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen.

Konjunkturdaten aus den USA setzten den Börsen zu. Die US-Industrie war einer Umfrage zufolge erstmals seit 2016 wieder geschrumpft. Der Einkaufsmanager-Index fiel im August auf 49,1 Punkte von 51,2 Zählern im Vormonat, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Dies ist der niedrigste Wert seit Januar 2016.

SMI: Lonza im Plus

Der Schweizer Leitindex verzeichnete eine Vielzahl von Verlierern. Am Ende des SMI-Tableaus notierten die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 74.86 -0.24%) und Swatch Group (UHR 264.3 -0.49%). SocGen hatte das Kursziel für Swatch Group von 296 auf 257 Fr. gesenkt und die Verkaufsempfehlung bestätigt.

Zudem setzen Verluste bei den schwergewichtigen Papieren um Roche (ROG 285.05 0.72%) und Novartis (NOVN 86.26 0.44%) dem Index zu. Der Lebensmittelwert Nestlé (NESN 106.26 -0.9%) erholten sich im Verlauf von einem Teil der Verluste. Auf der Verkaufsliste standen auch die Aktien der Banken Credit Suisse (CSGN 12.865 -0.27%) und UBS (UBSG 11.425 -0.65%). Aber auch Papiere zyklischer Firmen wie LafargeHolcim (LHN 50 0.46%), Sika (SIKA 149.25 -0.99%) und Adecco (ADEN 56.26 -0.6%) verloren an Wert.

Weniger schwach als der Gesamtmarkt tendierten die Versicherertitel um Swiss Re (SREN 102.25 -0.34%), Zurich Insurance (ZURN 379.9 -0.39%) und Swiss Life (SLHN 484.2 -0.19%).

Lonza (LONN 345.8 -0.09%) konnten nach einem schwachen Start davon profitieren, dass der Pharmazulieferer von der koreanischen Celltrion mit der Herstellung des Medikaments Remsima beauftragt worden war.

Gesundheitsaktien stabil bis freundlich

Im SMIM (SMIM 2587.371 -0.13%) konnten sich die Aktien der Gesundheitsunternehmen gegen den Trend stemmen. So zeigten sich Straumann (STMN 801.8 -1.09%), Sonova (SOON 222.9 0.36%) und Vifor Pharma (VIFN 160.8 0.41%) stabil bis fester.

AMS (AMS 47.55 0.74%) drehten ins Plus. Die Österreicher hatten am Nachmittag von der deutschen Finanzaufsicht grünes Licht bekommen, um für Osram zu bieten.

Am breiteren Markt fielen die Anteile von Stadler Rail (SRAIL 45.32 0.98%) mit klaren Verlusten auf. Der Zughersteller hatte im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn kräftig zugelegt, die Erwartungen aber dennoch nicht erfüllen können.

Die Aktien von Medacta (MOVE 83.3 0.6%) notierten nach Bilanzvorlage höher. Die Medizintechnikfirma hatte den Umsatz kräftig gesteigert, aber wegen der Kosten für den Börsengang im Frühjahr war der Gewinn tiefer als im Jahr zuvor.

Kuros zogen klar an. Das Biotech-Unternehmen hatte von der FDA grünes Licht für eine klinische Phase-2a-Studie erhalten.

Klare Gewinne fuhren die Valoren des Energiekonzerns BKW (BKW 73.4 0.27%) nach starken Halbjahreszahlen ein.

MCH Group (MCHN 23.5 1.73%) gewannen. Die kriselnde Messebetreiberin hatte wegen Sonderkosten für die Restrukturierung des Geschäfts zwar einen Verlust geschrieben. Er war allerdings klein, und auf den Messegebäuden dürfte es in diesem Jahr zu keinem weiteren grossen Abschreiber kommen.

Die Titel des sozialen Netzwerks Asmallworld (ASWN 3.15 -1.56%) büssten nach einem starken Auftakt markant ein. Das Unternehmen hatte im ersten Semester einen Gewinn geschrieben.

Die Aktien von Hiag setzten den Abwärtstrend fort. Die Immobilienfirma war gemäss Angaben vom Vortag im ersten Halbjahr wegen zwei Sondereffekten tief in die roten Zahlen gerutscht und lässt daher die Dividende für das laufende Jahr ausfallen.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen zeigten bei geringem Volumen ein uneinheitliches Bild. Die Investoren erwarten Neuigkeiten, ob es den USA und China gelingt, diesen Monat noch eine weitere Verhandlungsrunde zum Handelsstreit anzusetzen. Getrieben von Hoffnungen auf bessere Exportchancen dank einem schwächeren Yen hat der Aktienmarkt in Japan am Dienstag allerdings leicht stärker tendiert. Der 225 Werte umfassende Nikkei stieg 0,2%. Der breiter gefasste Topix gewann 0,4%. Der chinesische CSI handelte leicht im Minus, während der Shenzhen Index 0,3% höher tendierte. Der südkoreanische Kospi korrigierte um 0,2%. Der Hang Seng in Hongkong stand 0,1% tiefer.

Euro auf neuem Zweijahrestief zum Dollar

Der Euro baute seine Verluste bei Handelsschluss in Zürich ab, zeitweise war er zur US-Währung auf ein neues Zweijahrestief gefallen. Zum Greenback kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1.0962 $. Gegenüber dem Franken schwächte sich der Euro ab und kostete zuletzt 1.0822 Fr. Der Dollar notierte zum Franken leichter bei 0.9872 Fr.

Das britische Pfund fuhr Achterbahn. Die Währung des Vereinigten Königreichs fiel am Donnerstag erstmals seit Januar 2017 unter die Marke von 1.20 $. Im Tief wurden 1.1962 $ erreicht. Bis 17.30 Uhr MESZ erholte sie sich und stand bei 1.2084 $.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis gab am Dienstag nach. Die Ungewissheit, wie es im Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht, lastete auf der Stimmung. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 64.45 -0.15%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 58 $. Der Goldpreis notierte klar fester bei 1548 $ pro Feinunze.

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