Märkte / Aktien

SMI schliesst deutlich tiefer

Der Schweizer Aktienmarkt verliert nach den gestrigen Abgaben erneut. Weitere Äusserungen von US-Präsident Trump belasten die Börse.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag erneut schwächer präsentiert. Der anfänglichen technischen Erholung war der Atem schnell ausgegangen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11154.53 -0.96%) stieg bei Eröffnung denn auch 0,2%. Im frühen Handel kam der Leitindex allerdings zurück und drehte ins Minus. Am Nachmittag wurden die Verluste grösser. Die Marke von 10’300 fiel. Bei Handelsschluss notierte der SMI klar im Minus bei 10’233.

Auch an der Wallstreet dominierten die Verkäufer. Bei Handelsschluss in Zürich waren die Abgaben an den New Yorker Börsen deutlich. Der Dow Jones (Dow Jones 29141.74 -0.7%) notierte 1,6% tiefer. Der S&P 500 (SP500 3361.72 -0.72%) büsste 1,2% ein. Im Minus lag auch der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite mit –1,3%.

Noch bis am Vortag habe eine gewisse Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit geherrscht, die den Markt unterstützt habe, hiess es am Markt. Nun sorgten erneut Aussagen von US-Präsident Donald Trump für Unsicherheit. Er kann sich ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen. «Ich habe keine Frist, nein», sagte Trump, der bei der US-Präsidentschaftswahl in knapp einem Jahr erneut für die Republikaner antreten will, am Dienstag in London. «In gewisser Weise denke ich, dass es besser ist, bis nach der Wahl mit China zu warten.» Die Volksrepublik wolle jetzt ein Abkommen machen. «Und wir werden sehen, ob der Deal richtig ist oder nicht», sagte Trump. «Er muss richtig sein.» Wenn er wolle, könne es gut vorangehen. Am Montag hatten bereits neue Zolldrohungen der USA gegen Argentinien, Brasilien und Frankreich für Verstimmung bei den Anlegern gesorgt.

Fast nur Verlierer im SMI

Im Schweizer Leitindex gab es bei Handelsende nur einen Gewinner. Swisscom (SCMN 574.4 -0.21%) stemmten sich gegen den Abwärtstrend. Die Schwergewichte drehten früh ins Minus. Nestlé (NESN 109.36 -0.09%), Novartis (NOVN 94.56 -1.31%) und Roche (ROG 345.65 -1.57%) gaben erneut nach. Sie hatten am Montag für ihre Verhältnisse als defensive Titel bereits klar verloren.

Die Aktien von Swatch Group (UHR 247.2 -0.32%) und Richemont (CFR 72.22 -0.96%) gaben ebenfalls deutlich nach. Sie hatten am Montag als die am meisten Leidtragende des Handelsstreits deutlich eingebüsst. Ihnen mache zusätzlich zu schaffen, dass der stark von französischen Herstellern dominierte europäische Luxusgütersektor nach der Drohung der USA, französische Exporte mit einer Sondersteuer zu belasten, stark unter Druck stehe, sagte ein Händler.

Klar leichter schlossen zudem die Bankaktien wie UBS (UBSG 13.025 0.89%) und Credit Suisse (CSGN 13.565 0%).

Ähnlich sah die Situation im SMIM (SMIM 2863.245 -0.47%) aus. Bei den mittelgrossen Werten waren nur wenige Avancen auszumachen. Darunter waren wie auch im SMI der Telecomtitel Sunrise (SRCG 84.05 0.24%) sowie der Gesundheitswert Vifor Pharma (VIFN 181.15 0.5%).

Die Titel des Sensorenherstellers AMS (AMS 40.17 -0.3%) gaben ihre anfänglichen Gewinne ab. Die Offerte von AMS für den Münchner Lichtkonzern Osram (OSR 47.85 0.1%) hat bisher noch wenig Anklang gefunden. Den Österreichern wurden bis Montagabend 8,03% der Osram-Aktien angedient, wie das Unternehmen in seiner täglichen Wasserstandsmeldung erklärte. Davor hatte AMS 19,99% der Anteile direkt von Osram-Aktionären gekauft.

Auch die Papiere des Softwareherstellers Temenos (TEMN 159.65 -3.01%) konnten ihre Avancen nicht halten. Mit Logitech (LOGN 41.9 -1.06%) schlossen auch die Aktien des dritten SMIM-Techwertes im Minus.

Verluste verzeichneten die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 84.5 -0.45%). Auch Industriewerte wie OC Oerlikon (OERL 10.43 -1.04%) oder Georg Fischer (FI-N 934.5 0.21%) büssten ein.

Die Aktien von SIG Combibloc (SIGN 15.08 0.53%) gewannen. Der Titel des Getränkekartonherstellers wird gemäss Händlerangaben in den Stoxx 600 (SXXP 430.19 -0.85%) aufgenommen. Dagegen werden Bucher (BUCN 337.4 -0.12%) Industries aus dem Index ausgeschlossen.

S+B klar höher

Die Aktien von Schmolz + Bickenbach zogen an (bei Handelsende + 18,85%). Die Papiere des Stahlerzeugers waren am Montag wegen der ausserordentlichen Generalversammlung, an der über die Zukunft des Konzerns gestritten wurde, vom Handel ausgesetzt. Die Aktionäre haben dabei den Weg für eine Kapitalerhöhung freigemacht. Möglich wurde dies durch eine Einigung zwischen den beiden Grossaktionären Martin Haefner und Liwet.

Asien im Minus

Mehrheitlich rot präsentierten sich die Börsen in Fernost. In Tokio schlossen der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix 0,6 respektive 0,5% im Minus. Auch der koreanische Kospi verlor 0,4%. In Australien fielen die Börsenkurse gar um 2%, nachdem die dortige Zentralbank ihre Leitzinsen unverändert belassen hatte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Hongkong notierte 0,3% leichter. Die Börse in Schanghai lag derweil 0,1% im Plus.

Dollar zum Franken tiefer

Der Eurokurs verteidigte am Dienstag seine deutlichen Vortagesgewinne gegenüber dem Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss in Europa mit 1.1079 $ gehandelt. Zulegen konnte derweil der Franken. Ein Euro kostete 1.0929 Fr. Damit kam er deutlich von seinem Niveau von 1.0980 herunter. Auch der Dollar gab gegenüber dem Franken klar nach, das Währungspaar ging zu 0.9868 Fr. um.

Goldpreis höher

Der Ölpreis verlor am Dienstag leicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.35 0.32%) kostete um 17.30 Uhr MEZ knapp 61 $. Der Goldpreis notierte klar fester bei 1481 $ pro Feinunze.