Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse präsentiert sich schwächer. Partners Group sind an der Spitze. Schwergewichte belasten. Wallstreet fester. Der Dollar fällt auf 0.89 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit Abgaben geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10'945.46 +0.63%) notierte bei Eröffnung 0,1% tiefer. Im frühen Handel gab er etwas deutlicher nach und fiel unter die Marke von 10’400. Am Nachmittag baute er seine Abgaben noch etwas mehr aus, in der Folge kam zeitweise die Marke von 10’300 in Bedrängnis. Nach dem starken Lauf im November stehe der Markt verstärkt unter dem Einfluss von Gewinnmitnahmen, hiess es von Händlerseite.

Die Aktienmärkte in New York tendierten fester. Der S&P 500 (S&P 500 3'845.00 +1.44%) avancierte bei Börsenschluss in Zürich 0,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 31'188.38 +0.83%) gewann 0,3% und lag somit wieder über der Marke von 30’000 Punkten. Der Nasdaq Composite, der Index der US-Technologiebörse, legte 0,5% zu und erreichte ein neues Allzeithoch. Die Aussicht auf einen raschen Einsatz von Impfstoffen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hielt die US-Anleger weiter bei Laune. Mit der ersten Zulassung eines Coronaimpfstoffs in Grossbritannien sei zwar der Anfang vom Ende der Pandemie eingeläutet, meinte ein Händler. Mit dem Hype an den Börsen im November sei aber ein Grossteil der damit verbundenen Hoffnung bereits eingepreist. Auf der anderen Seite sei der Markt aber nach unten durch diejenigen Investoren abgestützt, die mögliche Schwächen zum Kauf nutzten.

«Die Mehrheit der Anleger wartet zwar auf eine Rally in den letzten Wochen des Jahres und hat sich dementsprechend positioniert», kommentierte ein weiterer Händler. Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen des Virus bleibe aber bestehen, da die Lockdowns in Europa noch eine Weile anhalten dürften. Für Gesprächsstoff sorgten am Markt darüber hinaus die aktuellen Bewegungen am Devisenmarkt, wo der Dollar zur Schwäche neigt, was auch den Schweizer Unternehmen auf dem Weltmarkt zu schaffen machen könnte.

Gewinnmitnahmen im SMI

Im SMI drehten mit SGS (SGSN 2'733.00 +1.11%) die Gewinner des Morgens ins Minus. Beim Warenprüfkonzern hatten die Experten von Morgan Stanley (MS 74.84 -0.2%) ihr Rating auf «Overweight» angehoben und beim Kursziel die Messlatte auf 3000 Fr. erhöht.

Bankwertewerte präsentierten sich zwar nicht stark, aber besser als der Markt. Das Minus bei Credit Suisse (CSGN 12.26 +0.7%) war vor allem optischer Natur. Die Valoren wurden am heutigen Donnerstag ex Dividende (0.1388 Fr.) gehandelt. UBS (UBSG 13.30 +0.57%) gewannen leicht. Die Titel des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'065.00 +1.43%) avancierten am deutlichsten. Einbussen verzeichneten derweil Versicherer wie Zurich Insurance (ZURN 376.00 +0.32%), Swiss Life (SLHN 426.50 -0.26%) oder Swiss Re (SREN 83.18 -0.57%).

Die grössten Verlierer waren die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 246.70 +1.4%) sowie des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 593.40 +2.31%). Hier kam es erneut zu Gewinnmitnahmen. Zudem fielen die Titel des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 65.20 +0.62%) deutlicher als der Markt.

Das Schwergewicht Nestlé (NESN 100.82 +0.22%) schloss leichter. Der Nahrungsmittelkonzern will in den nächsten fünf Jahren für die Senkung seiner CO2-Emissionen 3,2 Mrd. Fr. ausgeben.

Auch die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche (ROG 320.00 +0.57%) und die Aktien von Novartis (NOVN 86.01 +0.57%) belasteten den Markt.

SIG Combibloc durchgereicht

Im SMIM (SMIM 2'881.83 +0.63%) fielen SIG Combibloc (SIGN 21.10 +0.57%) auf. Die Aktie wurde vom grössten Gewinner des Morgens zu einem der grössten Verlierer am Abend. Am Verpackungshersteller ist Fahad al Obeikan aus Saudi-Arabien gemäss einer Meldung der Schweizer Börse neu mit 5,46% beteiligt.

Fester präsentierten sich reisenahe Werte wie Flughafen Zürich (FHZN 153.40 +0.46%) oder Dufry (DUFN 53.58 +1.4%).

Immobilienwerte blieben zurück, was Kursverluste in Swiss Prime Site (SPSN 86.60 -0.92%) SPS und PSP (PSPN 114.70 -0.43%) zeigen.

Verluste verzeichneten zudem die Chemiewerte von Ems-Chemie (EMSN 828.50 +1.04%) und Clariant (CLN 19.60 +1.74%).

Im breiten Markt stiegen BKW (BKW 101.40 -1.55%). UBS hatte die Abdeckung der Energiekonzernaktien mit einer Kaufempfehlung gestartet.

Verhaltene Stimmung in Asien

Die asiatischen Börsen zeigten sich kaum bewegt. Marktteilnehmern zufolge ist die Hoffnung auf den Impfstoff bereits eingepreist. Der japanische Nikkei 225 war gegenüber gestern kaum verändert. Der breiter gefasste Topix handelte ebenso im Seitwärtsgang. In China verlor der Leitindex leicht. Der Shanghai Composite schloss tiefer (–0,2%). Der Hang Seng (Hang Seng 29'927.76 -0.12%) in Hongkong verlor 0,7%, der Kospi (Kospi 3'148.34 +1.18%) in Südkorea 0,6%.

Dollar zum Franken kurzzeitig unter 0.89 Fr.

Zum Franken verlor der Dollar am Donnerstag weiter und lag am Abend bei 0.8905 Fr. Am Nachmittag rutschte der Greenback sogar kurzzeitig unter 0.89 Fr. Damit bewegt sich das Währungspaar auf Jahrestiefstniveau bzw. auf dem tiefsten Stand seit Aufhebung des Euromindestkurses im Januar 2015. Zum Euro tendierte der Franken bei einem Stand von 1.0821 Fr. mehr oder weniger seitwärts. Der Euro notierte nach weiteren Avancen zum Dollar erneut höher. Mit 1.2155 $ kostete die Gemeinschaftswährung so viel wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Bereits am Vortag hatte der Euro einen Höchststand seit April 2018 markiert.

Ölpreis im Plus

Der Ölpreis schwankte am Donnerstag deutlich, bei Börsenschluss in Europa resultierte ein relativ deutliches Plus. Die Aufmerksamkeit richtete sich ganz auf den Ölverbund Opec+, der über seine Förderpolitik berät. Um 17.30 Uhr MEZ kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 55.88 +0.38%) 48.50 $. Gold (Gold 1'870.29 -0.09%) notierte nach zwischenzeitlichen Avancen unverändert bei 1830 $ pro Feinunze.

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