Märkte / Aktien

SMI schliesst über der 8600-Punkte-Marke

Die Schweizer Börse avanciert am letzten Handelstag der verkürzten Börsenwoche kräftig. Wallstreet legt massiv zu. Der Ölpreis erholt sich stark.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat die erste – wenn auch verkürzte – Börsenwoche im neuen Jahr mit satten Gewinnen beendet. Am Freitag stieg der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 8914.14 0.45%) bei Eröffnung 0,3%, schwankte aber im frühen Handelsverlauf relativ orientierungslos zwischen Gewinn und Verlust. Um die Mittagszeit avanciert er über die Marke von 8500 Punkten und überschritt am Nachmittag sogar die 8600-Marke. Am Donnerstag hatte der SMI 0,4% im Plus geschlossen. Die Aktienmärkte befinden sich zurzeit zwischen «Hoffen und Bangen», schreib ein Bankanalyst in seinem Marktkommentar.

Nach deutlichen Verlusten am Donnerstag erholte sich Wallstreet vor dem Wochenende spürbar. Mit Erleichterung reagierten US-Anleger auf Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell. Der oberste US-Notenbanker betonte, dass die Wirtschaft weiter wachse, sein Haus bei ihren Zinsentscheidungen die Konjunktur genau im Auge behalten werde und bei ihrem geldpolitischen Pfad nicht festgelegt sei. Alle drei grossen Indizes in New York zogen bei Börsenschluss in Europa markant an. So gewann der Dow Jones (Dow Jones 24370.1 0.67%) 2,6%, der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2635.96 0.76%) legte 2,7% zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite avancierte sogar 3,6%.

Die freundliche Eröffnung an Wallstreet gab den anderen europäischen Börsen Zusatzschub. Der Dax (DAX 10918.62 -0.12%) in Frankfurt baute sein Plus auf 3,4% aus und realisierte damit den grössten Tagesgewinn seit eineinhalb Jahren. Auch der EuroStoxx50 zog massiv an und schloss 2,9% höher.

Alle SMI-Valoren im Plus

In der Schweiz gewannen alle zwanzig Blue Chips im Leitindex. Bei den Standardwerten legten Swatch Group (UHR 301.5 -0.07%) und Richemont (CFR 67.12 -0.15%) deutlich zu. Zudem avancierten die Aktien von Zyklikern wie LafargeHolcim (LHN 46.42 0.94%) und Adecco (ADEN 50 -0.2%) kräftig. Auch die Titel der Banken um Credit Suisse (CSGN 11.98 -0.99%), UBS (UBSG 13.27 -0.56%) und Julius Bär (BAER 39.83 -0.65%) stiegen stärker als der Gesamtmarkt.

Zunächst traten die defensiven SMI-Schwergewichte auf der Stelle. Novartis (NOVN 88.02 0.73%) und Roche (ROG 257.15 0.04%) drehten aber nach einem schwachen Start ins Plus. Auch Nestlé (NESN 83.94 0.99%) schlossen fester. Den geringsten Gewinn verzeichneten Swisscom (SCMN 488.1 0.95%).

Basilea zogen an 

Im breiten Markt legten vor allem Basilea (BSLN 51.95 -0.76%) klar zu. Das Biopharmaunternehmen sieht sich umsatzmässig dank der Partnerschaften gut aufgestellt und wird bei der JPMorgan-Konferenz ein Update geben.

Die am Vortag noch abgestraften AMS (AMS 24 -2.99%) stiegen. Zudem avancierten im SMIM (SMIM 2257.095 0.77%) Clariant (CLN 19.3 -0.46%) und Georg Fischer (FI-N 873 0.06%) markant. Auch die Titel aus der Gesundheitsbranche wie Straumann (STMN 707 4.66%) und Vifor Pharma (VIFN 125.5 0.28%) gewannen deutlich.

Die Titel des Backwarenherstellers Aryzta (ARYN 1.2135 0.25%) zeigten sich erneut von der schwachen Seite, nachdem sie gestern gegen den Trend des Gesamtmarktes einen Kurssprung verzeichnet hatten.

Kursgewinne verzeichneten Huber+Suhner (HUBN 73.7 1.1%). Der Industriekonzern hatte bekannt gegeben, dass dank einem gut verlaufenen vierten Quartal der Umsatz 2018 leicht über der zuvor angegebenen Bandbreite von 860 bis 880 Mio. Fr. zu liegen komme.

Emmi (EMMN 710 2.08%) konnte mit der Bekanntgabe einer Übernahme in den USA punkten. Der Innerschweizer Milchverarbeiter kauft von der Great Lakes Cheese Company eine Blauschimmelkäse-Produktionsstätte mit fünfzig Mitarbeitern.

Gemischtes Bild in Asien

In Asien war das Bild uneinheitlich. Der Nikkei 225 in Tokio verlor rund 2,3% (am Vortag war die Börse geschlossen), während der Hongkonger Hang Seng 1,7% im Plus notierte. Der Taiex in Taipeh sackte 1,2% ab, derweil der Kospi in Seoul 0,8% avancierte. Der S&P/ASX 200 in Sydney handelte rund 0,3% tiefer.

Euro leichter zum Dollar

Der Eurokurs geriet nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht zwischenzeitlich unter Druck. Die Gemeinschaftswährung notierte zur US-Valuta bei Börsenschluss in Europa wieder an der Marke von 1.14 $ bei 1.1409 $. Zum Franken zeigte sich der Euro stabil bei 1.1248 Fr. Gegenüber dem Franken handelte der Dollar leichter bei einem Kurs von 0.9858 Fr.

Ölpreis zog an

Der Ölpreis stieg deutlich. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 61.24 0.67%) (159 Liter) kostete bei Börsenschluss in Europa 57 $. Gold (Gold 1290.6 -0.26%) handelte indes klar schwächer und lag pro Feinunze bei 1283 $.

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