Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas fester

Die Schweizer Börse kann ihre Gewinne am ersten Handelstag 2021 nur teilweise halten. Zykliker sind stark. Versicherer geben nach. Wallstreet notiert klar im Minus. Der Dollar kostet 88 Rappen.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat zum Auftakt des neuen Jahres ein Plus bis ins Ziel gerettet. Der Leitindex SMI (SMI 10'904.24 -0.55%) notierte bei Eröffnung noch 0,9% fester und damit knapp über der Marke von 10’800. Im frühen Handel baute er einen Teil seiner Avancen ab, unternahm vor dem Mittag aber einen weiteren Anlauf auf 10’800. Am Nachmittag verharrte er zunächst knapp darunter. Eine schwache Wallstreet liess die Gewinne des hiesigen Marktes aber schrumpfen. Im vergangenen Jahr hatte der SMI nach einem bewegten Jahr zu einem Schlussspurt angesetzt und noch ein leichtes Plus von 0,8% geschafft. Auch in Frankfurt war die Stimmung zunächst gut, obwohl der Corona-Lockdown in Deutschland wohl bis Ende Januar verlängert wird. Der Dax (DAX 13'620.46 -1.81%) stieg am Montag um bis zu 1,3% auf ein Rekordhoch von 13’900. Doch auch der Frankfurter Leitindex kam im späten Handel unter Druck.

In New York drehten die Aktienkurse nach einem freundlichen Start ins Minus. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes gaben bei Handelsende deutlich nach. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 3'842.60 -0.15%) verlor 1,4%. Der Dow Jones (Dow Jones 30'352.15 -1.89%) handelte 1,6% leichter. Die Technologiebörse Nasdaq Composite büsste 1,2% ein.

Die Entwicklung kam für viele Börsianer überraschend. Denn die Aussicht auf umfangreiche Konjunkturprogramme, die Geldflut der Zentralbanken und die Impfaktionen, die in immer mehr Ländern anrollen, liessen die Investoren generell zuversichtlicher werden. Unterstützt wurde der Konjunkturoptimismus von unerwartet guten Konjunkturzahlen. So waren die Einkaufsmanagerindizes in Europa und der Schweiz gestiegen. Zudem ströme wie stets zum Jahresanfang frisches Kapital an den Markt.

Zykliker avancierten

Die Mehrheit der zwanzig SMI-Werte legte zu. An der Spitze des Leitindex rangierten die Aktien des Bauchemieherstellers Sika (SIKA 243.50 -1.7%), des Sanitärtechnikers Geberit (GEBN 548.80 -0.36%), des Zementherstellers LafargeHolcim (LHN 48.55 -1.68%) sowie des Industriekonzerns ABB (ABBN 26.61 -0.63%). Aber auch Valoren des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'719.00 -0.21%) und der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 252.90 -1.02%) und Richemont (CFR 82.76 -1.15%) waren gesucht.

Finanzwerte tendierten uneinheitlich. Die Bankaktien wie UBS (UBSG 13.08 -1.17%) schlossen Plus. Die Grossbank zieht ihre Generalversammlung 2021 um drei Wochen auf den 8. April vor. Auch Credit Suisse (CSGN 11.80 -1.71%) verzeichneten Avancen. CS hatte im Rahmen des Rückkaufprogramms 28,45 Mio. Aktien für knapp 325 Mio. Fr. zurückgekauft. Auch im laufenden Jahr will sie gemäss Angaben vom Oktober Titel für bis zu 1,5 Mrd. Fr. zurückkaufen.

Versichererwerte wie Swiss Re (SREN 79.78 -0.82%) und Swiss Life (SLHN 414.90 -1.45%) drehten derweil ins Minus. Zurich Insurance (ZURN 366.70 -0.27%) bildeten eine Ausnahme.

In Lonza (LONN 589.60 -1.73%) kam es laut Händlern zu Gewinnmitnahmen, nachdem der Pharmazulieferer 2020 der beste Titel im SMI war, mit einem Plus von über 60%.

Schwächer notierten Alcon (ALC 66.66 +0.6%). JPMorgan hatte das Preisziel für die Aktien des Ausgenheilspezialisten von 57 auf 61 Fr. angehoben. Das Rating lautet «Neutral».

Auch Novartis (NOVN 83.82 -0.6%) waren am unteren Ende zu finden. Rivale Roche (ROG 320.20 -0.85%) gewannen. JPMorgan hatte sich in einer Branchenstudie kritisch geäussert und das Kursziel für Roche von 400 auf 345 Fr. sowie das Rating von «Overweight» auf «Neutral» gesenkt. Bernstein reduzierte das Kursziel für den Bon von 370 auf 360 Fr. Die Empfehlung lautet hier aber «Outperform».

Die Aktien von Nestlé (NESN 103.82 +0.45%), einem weiteren Marktschwergewicht, legten leicht zu.

Tech-Werte gesucht

Im SMIM (SMIM 2'853.51 -0.66%) präsentierten sich die Papiere der Technologieunternehmen stärker. So gehörten AMS (AMS 21.99 +0.64%), Logitech (LOGN 92.60 +1.87%) und Temenos (TEMN 115.10 -0.17%) zu den grössten Gewinnern. AMS wurden von positiven Apple-Berichten beflügelt.

Die Titel des Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 249.00 -1.81%) markierten ein neues Allzeithoch.

Grössere Einbussen verzeichneten die Aktien des Pharmaunternehmens Vifor Pharma (VIFN 126.05 +0.12%). Grund dafür waren zurückhaltende Äusserungen von JPMorgan.

Neue Sorgen um schärfere und längere Coronamassnahmen in Europa setzen die Aktien des reisenahen Unternehmen wie Dufry (DUFN 46.88 -0.76%) oder Flughafen Zürich (FHZN 147.00 0%) zu. Auch die Titel des Kioskbetreibers Valora (VALN 170.00 -0.82%) gerieten unter Druck.

Meyer Burger zogen an

In den hinteren Rängen fielen Ypsomed (YPSN 153.00 +2%) auf. Die Medizintechnikfirma hatte sich mit dem ehemaligen Vertriebspartner Insulet geeinigt und erhält insgesamt eine Entschädigung von 41,25 Mio. $. Die Aktionäre sollen für das Gesamtjahr 2020/21 eine um 1 Fr. erhöhte Ausschüttung erhalten.

Meyer Burger (MBTN 0.35 -3.63%) legten kräftig zu. Der Solarspezialist erhält Subventionen von Deutschland für den Bau einer Solarzellenproduktion.

Relief Therapeutics (RLF 0.38 -4.76%) zogen klar an und setzten damit ihren sehr volatilen Kursverlauf fort.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte begannen das neue Jahr uneinheitlich. In Tokio, wo zuletzt am 30. Dezember gehandelt wurde, notierte der Nikkei 225 0,7% niedriger. Der breiter gefasste Topix gab 0,6% nach. Demgegenüber notierte der Hang Seng in Hongkong 0,9% über dem Schlussstand vom 31. Dezember. Der Shanghai Composite präsentierte sich am Montag gar 0,9% erhöht. Hier schafften Anzeichen einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung Mut. In Südkorea galt das Gleiche. Der Leitindex Kospi stand 2,5% über dem Schlussstand vom 30. Dezember, dem letzten Handelstag im vergangenen Jahr.

Dollar unter 88 Rappen

Der Euro legte zu Beginn des neuen Jahres gegenüber dem Dollar zu. Bei Handelsende in Europa kostete die Gemeinschaftswährung zum Greenback 1.2275 $. Ende vergangenen Jahres war sie zeitweise auf 1.2310 $ gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit April 2018. Auch gegenüber dem Franken gab der Dollar nach und fiel unter die Marke von 0.88 Fr. Am Abend lag der Kurs bei 0.8795 Fr. Der Euro notierte nach zwischenzeitlichen Avancen etwas leichter zum Franken bei 1.0790 Fr.

Goldpreis über 1900 $

Der Ölpreis stieg am Montag zunächst deutlich, drehte im späten Handel aber ins Minus. Die Opec warnte angesichts der Coronakrise vor zahlreichen Abwärtsrisiken für die Ölmärkte in der ersten Jahreshälfte 2021. «In einer Reihe von Ländern bestehen weiterhin Beschränkungen für die soziale und die wirtschaftliche Aktivität, und es gibt Sorgen über die Entstehung eines schädlichen neuen Virusstamms», sagte Generalsekretär Mohammed Barkindo am Sonntag. Die Nordseesorte Brent (Brent 55.56 -0.89%) kostete pro Barrel (159 Liter) bei Börsenschluss in Europa knapp 51 $.

Gold (Gold 1'840.15 -0.58%) handelte indes klar fester und überschritt die Marke von 1900 $. Um 17.30 Uhr MEZ lag es bei 1940 $ pro Feinunze. Das war der höchste Kurs seit Anfang November 2020.

Bitcoin korrigierte nach Rekordjagd

Die Kryptowährung Bitcoin (Bitcoin 31'255.00 -4.18%) hatte am Wochenende weiter kräftig zugelegt und war bis 35’000 $ gestiegen. Im Verlauf des Montagshandels setzten Gewinnmitnahmen ein, sodass sie zeitweise unter 30’000 $ rutschte.

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