Märkte / Aktien

SMI schliesst klar über 10’800

Roche und Novartis beflügeln die Schweizer Börse. ABB geben klar nach. Zudem stehen Swisscom im Fokus. Der Dollar zieht markant an. Gold fällt unter 1800 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem schwächeren Auftakt klar im Plus geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11'238.52 +0.28%) stand bei Eröffnung noch 0,3% tiefer. Im frühen Handel baute er seinen Verlust ab. Noch vor dem Mittag fand er den Weg in den grünen Bereich und überschritt die Marke von 10’800 deutlich. Am Nachmittag sackte der SMI zwar kurzzeitig ab, fand aber rasch zu alter Stärke zurück. Der Index werde nach den jüngsten Ausschlägen die Stabilisierung zwischen 10’600 und 10’900 Punkten wohl fortsetzen, hiess es am Markt.

Auch Wallstreet zeigte sich am Donnerstag fester. Die drei wichtigen New Yorker Indizes legten bei Börsenschluss in Europa zu. Der S&P 5oo notierte 0,7% im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 33'800.60 +0.89%) avancierte 0,8%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite legte 0,6% zu. Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt stützten den Aktienmarkt. Letzte Woche hatten weniger Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet.

Grundsätzlich würden die Märkte aber auch weiter von Hoffnungen auf ein billionenschweres Hilfspaket der US-Regierung gestützt, hiess es. Dass der Markt in eine Konsolidierungsphase eingeschwenkt sei, zeige aber den aktuell etwas fehlenden Schwung. Und bedeute wohl, dass in naher Zukunft vermehrt mit Gewinnmitnahmen zu rechnen sei.

ABB büssten stark ein

Im Fokus standen die Unternehmen, die Ergebnisse veröffentlicht haben. Roche (ROG 309.65 +0.81%) landete am unteren Ende der Erwartungen. Die Genussscheine schwankten zwischen deutlichen Verlusten und deutlichen Gewinnen, schlossen letztendlich klar fester. Der Pharmakonzern hatte 2020 mit 58,3 Mrd. Fr. einen um 5% tieferen Konzernumsatz ausgewiesen. Den Konzerngewinn beziffert er auf 15,1 Mrd. Fr. (Vorjahr: 14,1 Mrd. Fr.). Das operative Kernergebnis fiel um 4%.

Novartis (NOVN 80.90 +0.31%) stützten den SMI mit Avancen. Die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 67.60 +0.45%) legten weiter zu.

Klare Verluste verzeichneten ABB (ABBN 29.53 +1.23%). Der Industriekonzern hatte im vierten Quartal 2020 sowohl Umsatz als auch Auftragseingang in der Berichtswährung Dollar gesteigert. Der operative Gewinn konnte deutlich verbessert werden, dagegen fiel das Reinergebnis negativ aus. Insgesamt hatte ABB aber die Erwartungen vor allem beim operativen Ergebnis übertroffen.

Swisscom (SCMN 485.00 -0.37%) schnitt besser als erwartet ab. Der Umsatz sank moderat, während der Betriebsgewinn in etwa stabil blieb. Der Gewinnrückgang um 8,4% auf 1,53 Mrd. Fr. sei einem Sondereffekt des Vorjahres zuzuschreiben, hiess es.

Finanzwerte tendierten aufwärts. Die Valoren des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'301.00 +0.85%) erreichten ein neues Allzeithoch. Die Banken Credit Suisse (CSGN 9.80 -2.33%) und UBS (UBSG 14.94 +0.3%) avancierten. Fester präsentierten sich die Versicherer um Zurich Insurance (ZURN 385.50 +0.29%), Swiss Re (SREN 93.34 -0.17%) und Swiss Life (SLHN 475.90 +0.53%).

Bei Nestlé (NESN 108.80 +0.5%) verwiesen Händler darauf, dass das Ergebnis von Rivale Unilever (ULVR 4'130.50 -0.83%) am Markt wegen enttäuschender Profitabilität nicht gut aufgenommen worden sei.

Straumann gesucht

Im SMIM (SMIM 3'188.18 +0.5%) lagen die Aktien des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 1'246.00 +1.55%) klar im Plus. Auch die Valoren des Hörsystemeherstellers Sonova (SOON 260.90 +1.01%) legten zu.

Die Papiere des Vermögensverwalters Julius Bär (BAER 61.32 +0.03%) avancierten weiter, nachdem sie am Dienstag im Anschluss an starke Zahlen unter Druck geraten waren.

Die Titel des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 100.65 +0.55%) arbeiteten sich weiter Richtung Allzeithoch vor.

Zyklische Werte wie die des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 275.90 +1.21%), der Industrieunternehmen VAT Group (VACN 282.00 +2.55%) und Schindler (SCHP 279.10 +0.25%) oder der Chemiekonzerne Ems-Chemie (EMSN 841.00 +0.54%) und Clariant (CLN 19.07 -0.03%) litten unter Abgaben.

Die Papiere des Industriekonzerns Oerlikon konnten kaum von der Kaufempfehlung der UBS profitieren.

Lem drehten in die Gewinnzone

Am breiten Markt drehten die Anteile von Lem (LEHN 1'912.00 +1.92%) ins Plus. Der Westschweizer Komponentenhersteller hatte am Morgen Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt.

Nach starken Avancen am gestrigen Handelstag korrigierten die Aktien des Dentalzubehörspezialisten Coltene (CLTN 127.80 +1.43%).

Ascom (ASCN 15.22 +2.15%) bewegten sich leicht abwärts, obwohl der IT-Konzern einen Vertriebsvertrag in den USA an Land gezogen hatte.

Idorsia (IDIA 25.64 +0.87%) waren leichter. Das Biotech-Unternehmen hatte 2020 weniger Verlust verbucht als erwartet und die Ausgaben deutlich gesenkt.

Molecular Partners (MOLN 23.25 -0.21%) legten zu. Das Biotech-Unternehmen hatte Studien vorgelegt, die zeigen, dass seine Covid-Impfstoff-Kandidaten auch gegen Virusvarianten wirken. Morgen präsentiert das Unternehmen noch Zahlen.

Asien mit Abgaben

Die Börsen in Asien tendierten am Donnerstag schwächer. Der japanische Nikkei 225 notierte 1,1% niedriger. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3%. In Korea gab der Kospi (Kospi 3'131.01 -0.35%) 1,4% nach. Der CSI 300, der die 300 wichtigsten an den Börsen Schanghai und Shenzhen kotierten Aktien umfasst, lag 0,2% im Minus. Der Index der Hongkonger Börse Hang Seng verlor 0,6%.

Dollar über 90 Rappen, Euro schwach

Der Euro knüpfte am Donnerstag an die Kursverluste seit Beginn der Handelswoche an. Es kam zu einer Dollarstärke. Die Gemeinschaftswährung rutschte zum Dollar unter 1.20 und handelte um 17.30 Uhr MEZ bei 1.1970 $. Zum Franken legte der Dollar markant zu. Der Greenback festigte sich über der 0.90er-Marke und lag bei 0.9035 Fr. Der Euro kostete im Vergleich zur Schweizer Währung kaum verändert 1.0820 Fr.

Gold rutschte unter 1800 $

Der starke Dollar und steigende Kapitalmarktzinsen in den USA machen dem Goldpreis zunehmend zu schaffen. Am Donnerstag fiel der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 1800 $. Bei Börsenschluss in Europa stand das Edelmetall bei 1787 $ markiert. Gold (Gold 1'743.91 -0.72%) befinde sich derzeit «auf dem Abstellgleis», kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank (CBK 5.06 -1.21%).

Der Ölpreis stoppte am Donnerstag den Höhenflug der laufenden Woche vorerst. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.98 -0.41%) kostete am Abend rund 58.50 $.

Bitcoin (Bitcoin 58'145.00 +0.25%), die grösste Cyberdevise, pendelte weiterhin um die Marke um 35’000 $.