Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 10’100

Nach dem jüngsten Anstieg büsst die Schweizer Börse ein. Es gibt kaum Gewinner im SMI. Die Wallstreet zeigt sich uneinheitlich. Der Euro zieht massiv an.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nachgegeben, Anleger haben Gewinne mitgenommen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10181.26 0.37%) notierte bereits bei Eröffnung 0,3% tiefer. Das Minus wurde im frühen Handel noch etwas ausgebaut. Am Nachmittag sorgte der Entscheid der EZB, die Anleihenkäufe gegen die Coronakrise auszuweiten, nur für eine kurze Erholung. Anschliessend weitete der SMI die Abgaben sogar aus. Mit Wallstreet-Eröffnung erholte sich der Leitindex zwar von seinem Tagestief, doch bei Handelschluss schaffte er es nicht über die Marke von 10’100. Nach der Rally seit Mitte Mai und insbesondere dem sehr starken Vortag mit einem Plus des SMI von über 2% hatten Händler mit einer Konsolidierung gerechnet.

In New York hielten sich die Anleger zurück. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes zeigten sich unentschlossen. Der Dow Jones (Dow Jones 25706.09 -1.39%) gewann bei Handelsende in Zürich 0,1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3152.05 -0.56%) handelte 0,2% im Minus. Der Nasdaq Composite notierte 0,4% tiefer.

Die Stimmung habe nach den zuletzt besser als befürchtet ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA und den robusten Signalen aus China nicht grundsätzlich gedreht, hiess es am Markt. Angesichts der Unruhen in den USA, der Spannungen zwischen den USA und China oder der politischen Unwägbarkeiten in Hongkong sei aber doch auch etwas Vorsicht angebracht.

Wenige Gewinner im SMI

Im SMI gab es kaum Gewinneraktien. Swisscom (SCMN 490.2 0.25%) und Swiss Re (SREN 73.14 0.14%) stemmten sich gegen den Abwärtstrend. Novartis (NOVN 81.74 -0.2%) schlossen im Minus. Die Basler Pharmagrösse hatte weitere Daten zum bereits zugelassenen Mittel Cosentyx vorgelegt. Sie zeigen gute Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten mit nichtröntgenologischer axialer Spondylarthritis.

Die Genussscheine von Roche (ROG 333.5 0.17%) belasteten mit deutlichen Verlusten. Ein Test des Pharmakonzerns für Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Notfallzulassung erhalten. Nestlé (NESN 106.6 0.97%) zogen den Index ebenfalls durch Verluste nach unten.

Finanzwerte, die zuletzt stark zugelegt hatten, gaben nach. Dazu gehörten auch die Bankaktien UBS (UBSG 11.01 0.09%) oder Credit Suisse (CSGN 9.686 0.29%). Schwächer präsentierten sich auch Versicherer wie Swiss Life (SLHN 345.2 0.12%) oder Zurich Insurance (ZURN 334.5 -0.18%). Swiss Re bildeten eine Ausnahme.

Tiefer notierten auch die Luxusgütertitel Swatch Group (UHR 189.8 0.24%) oder Richemont (CFR 62.16 -0.1%). Bei den zyklischen Werten war kein klarer Trend erkennbar, wie sich an der unterschiedlichen Entwicklung von LafargeHolcim (LHN 41.97 0.43%), ABB (ABBN 22.85 0.22%), Sika (SIKA 189.45 1.26%) oder Adecco (ADEN 43.87 -1.37%) zeigte.

Partners Group leicht schwächer

Im SMIM (SMIM 2539.481 0.61%) gaben Partners Group (PGHN 888.2 1%) nach, erholten sich im Handelsverlauf aber. Der Vermögensverwalter hatte am Vorabend überraschend eine Zwischenbilanz zum Stand der verwalteten Vermögen publiziert. Sie waren in den ersten vier Monaten insgesamt zwar weiter gestiegen, dennoch hatte es auch negative Effekte bei den reiferen Privatmarktprogrammen und Kapitalrückflüsse aus den semiliquiden permanenten Programmen gegeben.

Nach einem schwachen Handelsstart drehten die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 24.35 -7.9%) ins Plus, während Flughafen Zürich (FHZN 123.2 -0.56%) das Minus abbauten

AMS (AMS 15.92 3.28%) fanden im späten Handel den Weg in die Gewinnzone. Die Chefetage des Chipherstellers bekam einen Denkzettel verpasst, als die Aktionäre gestern an der Generalversammlung gegen die Vergütungspolitik gestimmt hatten. Das Votum war symbolisch, aber nicht bindend.

Die anderen Tech-Werte schlossen uneinheitlich. Während Logitech (LOGN 63.42 1.63%) gewannen, drehten Temenos (TEMN 155.95 -0.86%) ins Minus. Der Genfer Bankensoftwarespezialist erhält mit der Next Commercial Bank (Next Bank) einen neuen Kunden aus Taiwan.

Bei den Nebenwerten fielen Kudelski (KUD 3.3 -0.3%) auf, nachdem das Tech-Unternehmen neue Produkte für Plattformen von Microsoft angekündigt hatte.

ObsEva (OBSV 2.81 4.85%) legten kräftig zu. Das Biotechnikunternehmen hatte in einer Pilotstudie mit dem Medikament Linzagolix in einer neuen Anwendung vielversprechende Resultate erzielt.

Die Aktien von Santhera (SANN 7.9 0.13%) reagierten wenig euphorisch auf die Nachricht, dass das Pharmaunternehmen von Highbridge Capital Management bis zu 20 Mio. Fr. an kurzfristiger Liquidität erhält.

Asien erneut im Plus

Die asiatischen Börsen tendierten am Donnerstag überwiegend freundlich – getragen von konjunktureller Zuversicht. Bei den Anlegern rückten Sorgen um den Handelskonflikt zwischen den USA und China in den Hintergrund. Der japanische Nikkei 225 stieg um 0,4%, der breiter gefasste Topix rückte um 0,3% vor. Der Hang Seng in Hongkong notierte unverändert, Chinas Leitindex CSI 300 auch. Der südkoreanische Kospi lag 0,2% im Plus, und der australische S&P/ASX 200 gewann 1%.

Euro markant stärker

Der Euro eroberte nach dem Entscheid der EZB zum Dollar und zum Franken wichtige Marken zurück, unter die er im frühen Handel gefallen war. Die europäische Gemeinschaftswährung sprang zum Dollar sowohl über 1.12 als auch im späten Handel über 1.13 und wurde bei Handelsende in Europa bei 1.1320 $ gehandelt. Auch zum Franken legte der Euro klar zu. Er festigte sich mit einem Stand von 1.0830 deutlich über der Marke von 1.08. Zwischenzeitlich hatte er sogar bei 1.0860 gelegen. Der Dollar zeigte sich zum Franken bei 0.9562 Fr. klar leichter.

Goldpreis wieder über 1700 $

Der Ölpreis fiel am Donnerstag leicht. Um 17.30 Uhr MESZ kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.36 -2.45%) gut 39 $. Gold (Gold 1806.77 0.21%) arbeitete sich wieder über die Marke von 1700 und notierte bei 1713 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare