Märkte / Aktien

SMI mit Allzeithoch ins Wochenende

Die Schweizer Börse setzt ihren Rekordkurs fort. Roche stehen an der Spitze. AMS legen klar zu. Wallstreet notiert fester.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Freitag einen neuen Höchststand markiert. Nach einem ruhigen Vormittagshandel festigte sich der SMI (SMI 11'869.72 +0.24%) über der Marke von 11’500 und baute seine Gewinne bis 11’570 aus.

Die Börsen in New York erholten sich nach den jüngsten Abgaben. Die drei viel beachteten Wallstreet-Indizes lagen bei Handelsende in Zürich teils deutlich im Plus. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'245.70 +0.18%) avancierte 0,7%. Der Dow Jones (Dow Jones 34'303.11 -0.51%) stand 0,4% im Plus. Gewinne von 1,4% verzeichnete die Technologiebörse, der Nasdaq Composite.

Die Erholung am US-Arbeitsmarkt hatte sich im Mai fortgesetzt, wenn auch nicht ganz so rasch wie von Ökonomen erwartet. Im Vorfeld der Zahlenvorlage hatten sich Anleger noch vor einer «zu guten» Entwicklung und damit sich verstärkenden Inflationssorgen gefürchtet. Im Monat Mai wurden in den USA 559’000 neue Stellen geschaffen, während Ökonomen im Vorfeld der Publikation im Durchschnitt einen Zuwachs von 675’000 Stellen erwartet hatten. Zugleich fiel aber der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um 27’000 Stellen höher aus als zunächst ermittelt. Angesichts des anhaltenden Aufwärtsdrucks auf die Löhne bleibe die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale intakt, schrieben die Experten der LBBW in einem kurzen Kommentar.

Roche an der Spitze

Roche (ROG 340.85 -0.34%) schlossen klar im Plus. Roche hatte in Studien mit experimentellen Antikörpern und neuen Kombinationsverabreichungen mit dem Medikament Polivy einen verbesserten klinischen Nutzen für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom festgestellt. Die Daten will der Basler Pharmakonzern am Fachkongress Asco vorstellen, der vom 4. bis zum 8. Juni stattfindet.

Novartis (NOVN 84.07 +0.9%) legten ebenfalls zu. Pharmawerte standen am Berichtstag mit dem Start des wichtigen Krebskongresses Asco im Fokus der Anleger. Novartis hatte im Vorfeld der Konferenz mit Spannung erwartete Daten zu ihrer Radioligandentherapie publiziert. Und diese sind positiv ausgefallen.

Mit Nestlé (NESN 113.82 0%) stützte ein weiteres Schwergewicht den Markt.

Zu den Verlierern im SMIM (SMIM 3'341.42 +0.53%) gehörten Swatch Group (UHR 322.60 -1.13%). Sie wurden abgestraft, nachdem die Tochter Nivarox die Aufmerksamkeit der Wettbewerbskommission auf sich gezogen hatte. Nivarox habe offenbar die dominierende Marktposition als Zulieferer von Komponenten für mechanische Uhrwerke missbraucht, hiess es von der Weko. Trotz guter Prognosen für das Luxusgütergeschäft folgten die ebenfalls zuletzt gut gelaufenen Richemont (CFR 114.90 +0.26%) der negativen Tendenz.

Schwächer unterwegs waren die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 9.59 -0.12%) und UBS (UBSG 14.64 +0.38%). Ein ähnliches Bild bot sich auch bei den Versicherern Swiss Life (SLHN 457.90 +0.2%), Swiss Re (SREN 84.96 +0.57%) und Zurich Insurance (ZURN 372.20 +0.54%).

Tech-Werte fester

Deutlich nach oben ging es mit AMS-Osram (OSR 52.35 -0.1%) (AMS 18.99 +1.15%). Der Sensorhersteller hatte am Morgen den Verkauf eines Geschäftsteils in Nordamerika angekündigt. Händler werten den Schritt positiv und hoffen auf weitere Transaktionen in nächster Zeit.

Temenos (TEMN 150.00 +1.35%) zogen an. Der Hersteller von Bankensoftware hatte am Vorabend eine Technologiepartnerschaft mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei angekündigt.

Logitech (LOGN 115.60 0%) nach ihre Frühschwäche ins Plus. Der Chef des Konzerns, Bracken Darrell, hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, der Konzern habe in der Vergangenheit verschiedene kleinere Akquisitionen durchgeführt, ohne sie offenzulegen. Die Titel des Computerzubehörherstellers hatten am Vortag deutlich zugelegt.

Gefragt waren die Aktien von Kühne + Nagel (KNIN 318.40 -0.09%). Der Logistikkonzern ist im bisherigen Jahresverlauf mit mehr als 50% der Überflieger Nummer eins.

Die Aktien des Branchennachbarn Interroll (INRN 3'830.00 +0.39%), Anbieter von Förderlogistik, legten klar zu.

Am breiten Markt wurden weiterhin EFG (EFGN 7.30 -0.54%) von einer Kaufempfehlung der UBS beflügelt.

Auch Dottikon ES (DESN 218.00 +1.87%) wurden nach einer Hochstufung durch die ZKB gekauft. Das Spezialitätenchemieunternehmen habe mit den starken Jahresergebnissen, insbesondere bei der Profitabilität, überrascht, schrieb der Analyst zu seiner Einschätzung.

Die Aktie von Novavest (NREN 44.60 -3.87%) wurde nicht nachhaltig von der angekündigten Kapitalerhöhung belastet.

Starke Korrekturen erfuhren Santhera (SANN 2.94 +0.17%), nachdem die Aktien am Dienstag dank positiver Studiendaten beim Wirkstoff Vamorolone einen Kurssprung vollzogen hatten.

Asien im Minus

Negative Vorgaben aus den USA vom Donnerstag dämpften am Freitag die Kauflaune an den ostasiatischen Börsen. Diese haben anfänglich deutlichere Verluste allerdings verringert oder sind sogar in positives Terrain vorgestossen. In Japan gab der Nikkei 225 um 0,04% nach, der Topix stagnierte. Der chinesische CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden grössten Börsen Festlandchinas abbildet, legte 0,6% zu, der Shanghai Composite kletterte 0,3% nach oben. In Hongkong handelte der Hang Seng mit einem Minus von 0,4%. An der Börse im südkoreanischen Seoul verlor der Kospi (Kospi 3'251.57 +0.14%) 0,3%. In Sydney konnte der ASX 200 um 0,5% zulegen.

Dollar schwächer 

Der Euro legte nach einem eher enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht deutlich zu. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1.2185 $, am Abend lag der Kurs bei 1.2163 $. Im Mittagshandel hatte sie nur knapp über 1.21 $ notiert. Auch zum Schweizer Franken gab der Dollar nach und fiel dabei unter die Schwelle von 0.90 Fr. Der Dollar kostete um 17.30 Uhr MESZ noch 0.8995 Fr., während der Euro zu etwas tieferen 1.0935 Fr. umgeht.

Goldpreis klar höher

Der Ölpreis stieg am Freitag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 73.32 +0.8%) kostete bei Börsenschluss in Europa rund 71.50 $. Nach den deutlichen Verlusten gestern erholte sich der Goldpreis spürbar und lag bei 1894 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 40'607.00 +4.61%) prallte erneut von der 40’000er Marke ab. Die grösste Cyberdevise rutschte bis auf 36’500 $ ab.

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