Märkte / Aktien

SMI schliesst nach Gewinnmitnahmen tiefer

Nach einem fulminanten Wochenstart büsst die Schweizer Börse ein. Die Marke von 10'100 bleibt intakt. SGS geben nach. Nur Bankaktien stemmen sich gegen den Abwärtstrend.

(AWP/SPU) Nach dem starken Anstieg zu Wochenbeginn ist der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag zurückgekommen. Der SMI (SMI 10565.99 0.44%) notierte bei Eröffnung noch um 0,1% höher. Im frühen Handel drehte er ins Minus und weitete daraufhin seine Verluste aus. Bis Handelsende in Zürich fand der Leitindex sein Niveau zwischen 10’150 und 10’200.  Händler sprachen denn auch von einem insgesamt ruhigen Handel mit wenigen Impulsen. Gewinnmitnahmen dominierten das Geschehen.

In New York drehten die Kurse nach einem verhaltenen Start ins Plus. Die drei Wallstreet-Indizes legten zu. So gewann der S&P 500 (SP500 3357.01 -0.84%) 0,2%. Der Dow Jones (Dow Jones 27901.98 -0.47%) avancierte 0,4%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite notiert nach dem jüngsten Rekordhoch kaum verändert.

Zum Wochenstart hatten gute Konjunkturdaten im In- und Ausland die Kurse gestützt. Eine gewisse Unterstützung geht auch von den Verhandlungen über ein neues US-Konjunkturpaket aus. Die Gespräche halten zwar an, wurden nun aber als konstruktiv beschrieben. Die Hoffnung auf weitere Milliarden für Stützungsprogramme dürfte vor allem die Aktienkurse weiter in die Höhe treiben, meinte ein Händler.

SMI-Banken fester

Im SMI gaben die meisten Werte nach, darunter auch SGS (SGSN 2420 -1.14%). Die Aktien des Warenprüfkonzerns litten unter dem Abgang des langjährigsten Investors. Die Familie von Finck verkauft ihre verbleibende Beteiligung an dem Genfer Konzern. Die Transaktion betreffe rund 2,96% am Unternehmen. Der Platzierungspreis wurde bei 2345 Fr. festgelegt. Der Markt brauche nun etwas Zeit, um das Überangebot an Aktien aufzunehmen, sagten Händler.

Givaudan (GIVN 4046 -0.3%) waren von den Experten der Citigroup (C 45.53 -1.06%) am Morgen auf Neutral hochgestuft worden. Das Kursziel hatte der Experte auf 4001 Fr. mehr als verdoppelt.

Verluste fuhren auch die Werte aus dem Gesundheitssektor ein. Darunter waren die Pharmaschwergewichte Roche (ROG 344.6 2.29%) und Novartis (NOVN 83.5 1.46%) sowie die Titel des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 568.6 0.99%) und des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 53.3 -0.82%).

Die Aktien der Grossbanken zeigten sich generell fester. UBS (UBSG 10.975 -1.57%) und Credit Suisse (CSGN 9.882 -1.52%) schlossen im Plus.

OC Oerlikon profitierten von Semesterzahlen

Im SMIM (SMIM 2646.384 0.5%) setzten sich OC Oerlikon (OERL 7.91 -0.63%) nach Zahlen positiv vom Gesamtmarkt ab. Mit den vorgelegten Zahlen hatte der Industriekonzern die Erwartungen der Analysten teilweise leicht übertroffen.

Bei AMS (AMS 18.57 1.59%) verwiesen Marktteilnehmer auf die Zahlen des deutschen Chipherstellers Infineon (IFX 24.36 1.14%), die stützten. Technologieaktien hätten sich in der Coronakrise zu so etwas wie einem sicheren Hafen für Anleger gemausert, meinte ein Händler. Immerhin sei die Branche mit den Dienstleistungen, die sie biete, weitaus schneller in der Lage, sich an die neuen Arbeitsbedürfnisse anzupassen.

Derweil büssten die anderen beiden Tech-Werte im SMIM, namentlich Temenos (TEMN 137.1 0%) und Logitech (LOGN 65.34 2.31%), ein.

Während Dufry (DUFN 29.94 -3.17%) gestern nach einem schwachen Start infolge der Zahlenpublikation noch ins Plus hatten drehen können, büssten die Titel des Reisedetailhändlers heute ein. Da halfen auch die Erklärungen des CEO Díaz im FuW-Interview wenig.

Der  Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica (GALE 66.2 0.84%) hatte im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Vor allem aber erhöhte das Unternehmen seinen Ausblick leicht. Die Aktien gaben dennoch nach.

Der Finanzdienstleister GAM (GAM 1.913 -2.5%) hatte im ersten Halbjahr 2020 weiteren Geldabfluss erlitten. Dieser seien allerdings im zweiten Quartal geringer ausgefallen als noch im ersten Quartal. Die Aktien verloren stark.

Im breiten Markt ging es für die Aktien von SIG Combibloc (SIGN 18.31 1.72%) aufwärts, während eine Transaktion den Kurs zunächst belastet hatte. Hier hatte der Grossaktionär Onex seine Anteile an dem Hersteller von Verpackungs- und Getränkekartonmaschinen halbiert.

Unangefochtener Spitzenreiter waren die Aktien von Pennystock Relief Therapeutics (RLF 0.472 -7.09%), die nach Angaben zur laufenden Coronastudie einen Kurssprung verzeichnen. Bereits gestern, vor Veröffentlichung der Nachricht, hatten die Titel stark zugelegt.

Avancen in Asien

Dank guter Vorgaben aus den USA vom Montag zeigten sich die asiatischen Börsen am Dienstag freundlich. Der japanische Nikkei legte 1,8% zu und der Topix 2,1%. Der Hang Seng in Hongkong stieg um 2%, der koreanische Kospi um 1,2%. Der Shanghai Composite notierte 0,6% fester. Der australische S&P/ASX 200 schloss 1,8% höher.

Dollar schwächelt

Der Dollar verlor am Dienstag sowohl zum Euro als auch zum Franken. Bei Börsenschluss in Europa wurde die Gemeinschaftswährung zum Greenback bei 1.1770 $ gehandelt. Die Kursverluste des Euros vom Wochenauftakt sind damit vorerst gestoppt. Der Dollar notierte zur Schweizer Valuta tiefer bei 0.9150 Fr. Gegenüber dem Franken handelte der Euro leichter bei 1.0775 Fr.

Öl und Gold höher

Der Ölpreis setzte am Dienstag seinen Aufwärtstrend fort. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 43.4 0.42%) knapp 44.50 $. Am Montag hatten bereits eine allgemein freundliche Lage an den Finanzmärkten und besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten für Auftrieb bei den Ölpreisen gesorgt.

Der Goldpreis zog im späten Handel an und stieg auf 1994 $ pro Feinunze.

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