Märkte / Aktien

SMI mit Verlusten ins Wochenende

Die Schweizer Börse schwankt am Freitag deutlich. Wallstreet erneut schwach. US-Konjunkturdaten stützen nur zwischenzeitlich. Der Dollar erstarkt.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse wies am Freitag deutliche Schwankungen auf und schloss tiefer. Der SMI (SMI 10325.44 -2.03%) lag bereits bei Eröffnung 0,4% im Minus, wenige Minuten später beliefen sich die Verluste auf 0,8%. Doch im frühen Handel kam es zu einer Gegenbewegung, in der der Leitindex zunächst seine Abgaben eindämmte und dann ins Plus drehte. Noch vor dem Mittag erreichte er die Marke von 10’300. Von diesem Tageshöchst fiel der Markt jedoch rasch wieder in die Verlustzone ab. Die weitere Entwicklung wurden am Nachmittag zunächst positiv von US-Arbeitsmarktdaten beeinflusst. Der SMI notierte daraufhin wieder fester. Im August hatte sich die Erholung zwar verlangsamt, 1,371 Mio. Stellen wurden geschaffen. Die Arbeitslosenquote war hingegen deutlich gefallen. Doch der Aufschwung an der Schweizer Börse war nur von kurzer Dauer. Ein schwacher US-Markt belastete auch den SMI und drückte ihn zeitweise auf 10’100.

Die Stimmung an der Wallstreet blieb trotz einer fortgesetzten Erholung am US-Arbeitsmarkt nervös. Im Tech-Sektor ging es am Freitag weiter bergab: der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite lag bei Handelsende in Zürich 4,2% im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stand 2,2% tiefer. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3281.06 -1.16%) notierte 2,9% niedriger. Am Vortag hatten die Aktienmärkte bereits stark korrigiert. Am Montag sind die Börsen in den USA wegen Labor Day geschlossen.

Schwergewichte schwach

Trotz vieler Verlierer im SMI schlossen einige Werte im Plus. Dazu zählten die zyklischen Aktien des Automationskonzerns ABB (ABBN 22.92 -3.78%) und des Baustoffherstellers Sika (SIKA 217.1 -2.91%) gewinnen. Ebenfalls freundlicher als der Rest des Marktes notieren die Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 210.7 -2.27%) und Richemont (CFR 61.42 -3.67%).

Über weite Strecken schlugen sich Bankwerte besser als der Gesamtmarkt. Händler sprachen von Übernahme- und Fusionsfantasien, die den Sektor erfasst hätten, und verwiesen auf angebliche Gespräche zwischen den spanischen Banken Bankia und Caixabank (CABK 1.9525 -3.48%). Von der positiven Branchenstimmung war bei Handelsende in Zürich aber nichts mehr zu spüren. So wiesen Credit Suisse (CSGN 9.174 -6.31%) und UBS (UBSG 10.305 -6.15%) Verluste aus. Auch Versicherer Wie Swiss Re (SREN 69.6 -4.92%), Zurich Insurance (ZURN 331.4 -3.72%) und Swiss Life (SLHN 353.9 -4.17%) schlossen tiefer.

Die Genussscheine des Pharmariesen Roche (ROG 338 -1.49%) lagen im Minus. Dabei hatte der Pharmakonzern von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Notfallzulassung für einen kombinierten Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 und die Influenzaviren A/B erhalten. Die Valoren von Novartis (NOVN 81.58 -1.63%) und Nestlé (NESN 108.42 0%), die anderen beiden Marktschwergewichte, büssten ebenfalls ein.

Tech-Titel drehten ins Minus

Die Technologiewerte AMS (AMS 17.475 -3.98%), Logitech (LOGN 65.54 1.17%) und Temenos (TEMN 129.25 -4.15%) konnten nicht auf ihrem Erholungskurs verbleiben. Erneut grosse Verluste der US-Technologiebörse Nasdaq belasteten die Werte erneut.

Die Aktien des Schliesstechnikers Dormakaba (DOKA 503 -4.55%) erholten sich minimal, nachdem sie gestern im Anschluss an die Vorlage der Jahreszahlen unter Druck geraten waren.

Fester zeigten sich indes Industriewerte wie Georg Fischer (FI-N 935.5 -3.26%), OC Oerlikon (OERL 7.62 -3.85%) oder Bucher (BUCN 337.2 -2.94%) Industries.

Die Titel des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 174.1 -1.86%) gaben nach, weil sie ex Dividende von 4 Fr. gehandelt wurden.

Am breiten Markt stachen Kudelski (KUD 3.505 -2.64%) hervor. Das auf IT-Sicherheitslösungen spezialisierte Unternehmen hatte vom Onlineriesen Amazon einen Auftrag erhalten. Finanzielle Details nannte es nicht.

Asiens Märkte im Sog der Wallstreet

Angesichts der trüben Vorgaben aus New York, wo die Aktienmärkte einen der grössten Verlusttage seit März verzeichnet hatten, notierten die meisten asiatischen Börsen schwächer. Die Verluste fielen allerdings nicht so heftig aus wie an Wallstreet. Tendenziell stärker unter Druck geraten wie in Übersee die Aktien aus dem Technologiesektor. In Tokio büsste der Nikkei 225 (Nikkei 225 23360.3 0.18%) um 1,1% ein, der breiter gefasste Topix sank 0,9%. Der Hang Seng in Hongkong erlitt ein Minus von 1,5%, während der Shanghai Composite rund 1,2% verlor. Abgaben von 2,9% musste der australische Leitindex S&P/ASX 200 einstecken. Sein südkoreanisches Pendant, der Kospi (Kospi 2390.99 -0.86%), sank 1,1%.

Dollar stark 

Der Dollar legte am Freitag deutlich zu. So fiel der Eurokurs nach einem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht unter 1.18 $. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1.1780 $ Am Morgen hatte sie noch bei 1.865 $ notiert. Der Dollar legte aber auch zum Franken deutlich zu. Das Währungspaar bei Börsenschluss in Europa bei 0.9160 Fr., dies nach 0.9100 noch am frühen Morgen. Für das Euro-Franken-Paar ergab das einen Kurs von 1.0797 Fr.

Ölpreis tiefer nach zwischenzeitlichen Gewinnen

Der Ölpreise notierte am Freitag nach zwischenzeitlichen Avancen von 2% am Abend wiederum 2% tiefer. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.66 0%) rund 42.50 $. Gold (Gold 1912.61 -1.95%) zeigte sich bei einem Kurs von 1920 $ pro Feinunze etwas leichter.

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