Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefer

Die Schweizer Börse findet erst im späten Handel die Richtung. Lonza und Bankaktien steigen. Wallstreet zeigt sich zurückhaltend. Der Ölpreis zieht klar an.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Dienstag leichter geschlossen. Der Leitindex SMI (SMI 10'904.24 -0.55%) notierte kurz nach Eröffnung 0,1% niedriger. Über weite Strecken des Handelsverlaufes pendelte er zwischen Gewinn- und Verlustzone. Erst im späten Handel drehte der Leitindex ins Minus und weitete seine Abgaben etwas aus. Am Vortag, dem ersten Handelstag im neuen Jahr, war er um 0,3% gestiegen.

Aus New York kamen keine klaren Signale. Gestern war es an der Wallstreet zu deutlichen Gewinnmitnahmen gekommen. Heute bei Handelsende in Zürich präsentierten sich die drei wichtigsten Indizes nach einem freundlichen Start uneinheitlich. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 3'842.60 -0.15%) gab einen Teil seiner Gewinne preis und notierte noch 0,2% höher. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite gewann 0,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 30'323.42 -1.98%) drehte zwischenzeitlich ins Minus und stand zuletzt unverändert.

Die Anleger setzten weiter auf die Karte konjunkturelle Erholung, heisst es am Markt. Die Stimmung wurde laut Händlern derzeit nur ein wenig von der anhaltend starken Zunahme der Neuinfektionen mit dem Coronavirus und der damit verbundenen Verschärfung der Pandemiemassnahmen gedämpft.

Bankaktien gesucht

Fester präsentierten sich im SMI die Bankaktien um UBS (UBSG 13.08 -1.17%) und Credit Suisse (CSGN 11.80 -1.71%). Die Grossbank UBS zahlt eine nachrangige Tier-2-Anleihe über 2 Mrd. € zum ersten optionalen Termin am 12. Februar vollständig zurück. Mit Swiss Life (SLHN 414.90 -1.45%) und Swiss Re (SREN 79.78 -0.82%) schlossen auch die Valoren der SMI-Versicherer im Plus. Zurich Insurance (ZURN 366.70 -0.27%) und Partners Group (PGHN 1'073.00 -1.01%) bildeten Ausnahmen.

An der Spitze des Leitindex standen die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 589.60 -1.73%).

LafargeHolcim (LHN 48.55 -1.68%) gehörten zu den Gewinnern. Dem Zementhersteller werden Akquisitionsabsichten nachgesagt.

Sika (SIKA 243.50 -1.7%) wurden laut Händlern im Vorfeld der Bekanntgabe der Umsatzzahlen kommende Woche gesucht. Gleich drei Analysten hatten sich positiv zum Bauchemiekonzern geäussert. Die ZKB stufte den Titel von «Marktgewichten» auf «Übergewichten» hoch.

Roche (ROG 320.20 -0.85%) büssten im späten Handel deutlicher ein. Die GS reagierten indes kaum auf die Mitteilung, dass das Krebsimmuntherapeutikum Tiragolumab von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Status Therapiedurchbruch erhalten hatte. Dies gilt für den Einsatz von Tiragolumab in Kombination mit dem bereits zugelassenen Immuntherapeutikum Tecentriq bei der Behandlung von Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs.

Auf der Seite der Verlierer standen auch die anderen Schwergewichte, Novartis (NOVN 83.82 -0.6%) und Nestlé (NESN 103.82 +0.45%), sowie weitere Aktien von Unternehmen mit einem defensiven Geschäftsmodell wie die des Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'719.00 -0.21%) und des Telecomkonzerns Swisscom (SCMN 505.80 +4.68%).

Schwach präsentierten sich ebenfalls die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 252.90 -1.02%) und Richemont (CFR 82.76 -1.15%).

AMS profitierten von Dialog-Zahlen

Einen leichten Anstieg unter den SMIM-Werten verzeichneten die Anteile von Dufry (DUFN 46.88 -0.76%). Der Reisedetailhändler expandiert in die chinesische Inselprovinz Hainan und kooperiert mit der staatlichen Gesellschaft Hainan Development Holdings (HDH) beim Betrieb von Duty-Free-Geschäften in der bei chinesischen Touristen beliebten Destination.

AMS (AMS 21.99 +0.64%) legten zu. Der Chipentwickler Dialog Semiconductor (DLG 51.62 -1.53%) rechnet dank einer starken Nachfrage bei 5G-Telefonen und Tablets mit mehr Umsatz im vierten Quartal als bisher und hob daher die Umsatzprognose an.

Auch Temenos (TEMN 115.10 -0.17%) stiegen. Der Bankensoftwareanbieter kann ein weiteres Produkt an die Kundin Arab Investment Bank verkaufen.

Logitech (LOGN 92.60 +1.87%), die Valoren eines weiteren SMIM-Tech-Unternehmens, gaben nach. Die Titel des Computer- und Gamingzubehörherstellers gehören zu den besten Schweizer Aktien 2020.

Zu den Verlierern gehörten die Chemie-Aktien Clariant (CLN 19.04 -0.7%) und Ems-Chemie (EMSN 846.00 +0.65%). SIG Combibloc (SIGN 21.34 -1.75%) wiesen zusammen mit den Aktien des Laborausrüsters Tecan (TECN 441.40 -2%) die grössten Einbussen auf.

Arbonia legten nach Spartenverkauf zu

In den hinteren Rängen standen Arbonia (ARBN 14.18 +1.72%) im Fokus. Der Bauzulieferer verkauft die Fenstersparte – und damit rund ein Viertel des Geschäfts – an die dänische Dovista-Gruppe. Die aus der Transaktion zufliessenden Mittel sowie die Übernahme von Finanzschulden durch die Käuferin würden rund 350 Mio. Fr. betragen.

Implenia (IMPN 25.26 +2.27%) gewannen. Der Baukonzern hatte einen Auftrag in Deutschland an Land ziehen können, dabei erweitert er den Elbtunnel in Hamburg.

Die Aktien der Mikron (MIKN 6.02 +3.79%) Holding fielen mit kräftig steigenden Kursen auf. Am Markt hiess es, der aktivistische Investor Veraison könnte sich bei dem Bieler Maschinenbauer wieder einkaufen, nachdem er seine Beteiligung am Backwarenhersteller Aryzta auf deutlich unter 3% reduziert hatte.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen verhielten sich am Dienstag uneinheitlich. Der Nikkei der japanischen Börse verlor bei Handelsschluss 0,4%. Der Topix gab 0,2% nach. Der Hang Seng in Hongkong stand 0,7% im Plus. Ebenfalls bei einem Gewinn von 0,4% notierte der Shanghai Composite und erreichte damit ein Dreijahreshoch von 3528 Punkten. Der südkoreanische Kospi lag 1,6% im Plus und markierte somit den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch.

Dollar etwas schwächer

Der Kurs des Euros stieg am Dienstag zum Dollar. Bei Börsenschluss in Europa wurde die Gemeinschaftswährung zum Dollar bei 1.2275 $ gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Gegenüber dem Franken handelte sie kaum verändert und kostete um 17.30 Uhr MEZ 1.0792 Fr. Der Dollar zeigte sich zur Schweizer Valuta mit 0.8795 Fr. leichter.

Ölpreis markant im Plus

Der Ölpreis drehte ins Plus und legte stark zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 55.51 -0.98%) kostete am Abend knapp 53.50 $. Am Ölmarkt richtete sich das Interesse der Investoren auf die Förderpolitik des Ölkartells Opec und seiner Kooperationspartner, die in dem Verbund Opec+ zusammengefasst sind. Gemäss Insidern zeichnete sich ab, dass die Fördermengen nicht erhöht werden.

Gold (Gold 1'841.09 -0.53%) festigte sich über der Marke von 1900 $. So notierte die Feinunze des Edelmetalls bei einem Kurs von 1946 $.

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