Märkte / Aktien

SMI: Mit fast 10’200 ins Wochenende

Nach den gestrigen Verlusten schliesst die Schweizer Börse klar im Plus. Finanzwerte legen zu. Lonza schliessen stabil. Der Euro marschiert Richtung 1.08 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenschluss den Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10253.38 1.26%) notierte bei Eröffnung 0,2% fester. Kurz darauf arbeitete er sich über 10’100. Bis zum Mittag schaltete er einen Gang zurück und fiel unter diese Marke. Die Publikation der Zahlen vom US-Arbeitsmarkt verlieh der Börse wieder Schwung. Bei Börsenschluss in Zürich lag er nur knapp unter 10’200. Am Vortag war der Leitindex um 1,1% gesunken. Er hat in dieser Woche mehr als 3,5% gewonnen.

Auch die Börsen in New York zogen erneut kräftig an. Der breit gefasste S&P 500 (SP500 3130.01 0.45%) gewann bei Handelsende in Europa 3%. Der Dow Jones (Dow Jones 26168.68 1.32%) legte 3,8% zu. Die Technologiebörse Nasdaq Composite stieg 2,1%. In Frankfurt legte der Dax (DAX 12733.45 1.64%) markant zu und schloss über 12’800 Punkte. Nahezu 4% avancierte der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3350.03 1.69%) auf einen Stand von 3385.

Die Gewinnmitnahmen seien von kurzer Dauer gewesen, sagten Händler. Angesichts der massiven Geldschwemme, mit der die EZB und andere Notenbanken die Märkte fluten würden, gebe es für Aktien derzeit nur den Weg nach oben. Nun hechteten auch bisher vorsichtige Anleger in der Angst, den Aufschwung zu verpassen, noch in den Markt und kauften optisch zurückgebliebene Werte.

Starke Finanztitel

Im Schweizer Leitindex waren die Finanzwerte wieder gefragt. Credit Suisse (CSGN 10.085 2.37%) und UBS (UBSG 11.26 1.99%) legten zu. Damit stiegen CS wieder über 10 Fr. Avancen verzeichneten auch die Versicherer Swiss Re (SREN 75.7 1.75%), Swiss Life (SLHN 357.8 1.36%) und Zurich Insurance (ZURN 342 1.12%).

An der Spitze des SMI standen Richemont (CFR 62.42 1.5%). Der Titel des als zyklisch geltenden Luxusgüterherstellers war wegen der allgemeinen Ausgangssperre und der Reiserestriktionen massiv unter die Räder geraten. Er weist noch immer ein Minus von knapp einem Fünftel seit Jahresanfang auf und zählt damit zu den «zurückgebliebenen» Werten, wie ein Händler sagte. Auch die Valoren von Rivale Swatch Group (UHR 192.3 1.05%) legten deutlich zu.

Lonza (LONN 519.6 1.37%) bewegten sich kaum. Der Pharmazulieferer erhält mit Pierre-Alain Ruffieux zum 1. November einen neuen Chef. Er kommt von Roche (ROG 332.45 1.11%), wo er derzeit den Bereich Global Pharma Technical Operations mit 12’000 Mitarbeitern leitet.

Novartis (NOVN 83.47 1.32%) gewinnen. Der Pharmakonzern hat in einer Phase-1-Studie mit dem Enerzair Breezhaler zur Behandlung von Asthma bei Erwachsenen den primären Endpunkt erreicht. Wenig verändert bis etwas tiefer handelten die anderen Schwergewichte Roche und Nestlé (NESN 105.98 0.82%).

Etwas zurück blieben die Anteile des Medinzintechnikers Alcon (ALC 55.66 0.07%). Sie litten laut Händlern unter dem schwachen Ergebnis, das US-Rivale Cooper am Vortag vermeldet hatte. SGS (SGSN 2357 1.59%), Swisscom (SCMN 495 0.34%) und Givaudan (GIVN 3554 1.46%) gaben nach.

Dufry erneut stark

Auch im SMIM (SMIM 2534.71 1.74%) dominierten die Gewinner. Dazu zählten erneut Dufry (DUFN 28.5 -0.66%), die sich stark erholten. Die Käufer wetten laut Händlern darauf, dass all die angekündigten Lockerungen der Pandemiemassnahmen auch der Reiselust rasch neues Leben einhauchen.

Die Aktien Flughafen Zürich (FHZN 128.5 1.98%) stiegen. Der Flughafen will nach dem coronabedingten Einbruch der Passagierzahlen um 99% im April und Mai den Betrieb wieder hochfahren.

Stärker präsentierten sich bei Tech-Valoren vor allem AMS (AMS 15.35 3.96%). Temenos (TEMN 155.25 3.81%) lagen im Plus und Logitech (LOGN 62.32 2.2%) im Minus.

Wie im SMI avancierten auch bei den mittelgrossen Titeln die Finanzwerte. Neben Julius Bär (BAER 40.7 1.75%) gewannen Helvetia (HELN 90.25 2.21%). Partners Group (PGHN 879 0.8%) wetzten die Kursscharte vom Vortag mehr als aus.

Grössere Verlierer im SMIM waren die Aktien des Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 176.2 2.44%) oder die Titel des Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli (LISN 80700 0.5%).

Leclanché (LECN 0.636 2.58%) büssten einen Teil der jüngsten Gewinne ein. Der Energiespeicherhersteller hatte 2019 – wie bekannt – deutlich weniger umgesetzt und einen hohen Verlust hinnehmen müssen.

Freundliches Bild in Asien

Die Märkte in Asien entwickelten sich freundlich. An der Tokioter Börse schlossen der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix mit 0,7 bzw. 0,5% im Plus. In China stiegen der Shanghai Composite und der CSI 300 je 0,3%. Der südkoreanische Kospi kletterte hingegen stattliche 1,6% nach oben. Der Hang Seng in Hongkong stieg 0,7%.

Euro schwächer zum Dollar, stärker zum Franken

Der Eurokurs setzte zunächst seinen Höhenflug vom Vortag fort, entwickelte sich im Handlesverlauf auf zu Dollar und Franken unterschiedlich. Die europäische Gemeinschaftswährung büsste zum Dollar sogar ein und rutschte zeitweise unter die Marke von 1.13 $. Am Abend stand sie bei 1.1313 $. Gegenüber dem Franken konnte sie klar zulegen und notierte um 17.30 Uhr MESZ bei 1.0887 Fr. Der Euro hatte am Donnerstag nach der Ankündigung einer neuen Billionen-Euro-Geldschwemme der EZB die Marke von 1.08 Fr. überwunden und bewegt sich damit wieder auf dem Niveau von Anfang Januar. Der Dollar zog zur Schweizer Währung stark an und stand bei 0.9615 Fr.

Gold unter 1700 $ – Ölpreis höher

Gold (Gold 1783.78 0.51%) konnte sich nicht über der Marke von 1700 $ halten und gab klar nach. Bei Börsenschluss in Europa wurde er bei 1680 $ pro Feinunze gehandelt. Der Ölpreis stieg am Freitag deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.96 0.05%) kostete 42 $. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, dass an diesem Samstag ein Treffen der Ölminister des Verbunds Opec+ stattfinden soll. Offiziell war es für den 9. bis 10. Juni vorgesehen. Zuletzt gab es grosse Unsicherheit, ob und wann das Treffen stattfindet.