Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 10’100

Die Schweizer Börse zeigt sich erneut schwächer. Defensive Titel belasten. Zyklische Werte sind gefragt. Der Dollar verliert weiter zum Franken.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut nachgegeben. Dabei notierte der Swiss Market Index SMI (SMI 10548.49 0.28%) bei Eröffnung noch 0,4% höher. Damit eroberte der Leitindex die Marke von 10’200 zunächst zurück. Im frühen Handel kam er etwas zurück und fiel kurzzeitig in den negativen Bereich. Bis in den Nachmittag konnte sich der SMI zunächst im Plus halten, danach rutscht er ab und fiel im späten Handel unter die Marke von 10’100.

Anders als an der Schweizer Börse zeigten die Kurse an den Märkten in den USA nach oben. Positiv aufgenommene Geschäftszahlen aus dem Gesundheitssektor und ein schwächerer Umsatzrückgang beim Disney-Konzern als befürchtet liessen US-Anleger zugreifen. Der S&P 500 (SP500 3357.01 -0.84%) avancierte bei Handelsende in Europa 0,6%. Der Dow Jones (Dow Jones 27901.98 -0.47%) stieg 1,3%. Ein kleines Plus von 0,3% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Die US-Firmen haben im Juli weit weniger Stellen geschaffen als erwartet. Unter dem Strich wurden nur 167’000 Jobs aufgebaut, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten monatlichen Umfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgehrt. Von Reuters befragte Experten hatten mit 1,5 Mio. gerechnet. Allerdings wurden die Zahlen für Juni auf 4,3 Mio. von ursprünglich gemeldeten 2,3 Mio. kräftig nach oben revidiert.

In Marktkreisen wurde insbesondere das erstmalige Überschreiten der Marke von 2000 $ für eine Unze Gold diskutiert. Dies deute auf die grundsätzlichen Sorgen der Investoren, hiess es in einem Kommentar von CMC Markets (CMCX 331.5 -0.53%). Der Streit zwischen den USA und China um die Plattform TikTok lasse die Befürchtungen steigen, dass der Handelskonflikt zwischen den beiden Mächten wieder aufflackern könnte. Ausserdem gebe der anhaltende Disput um das finanzielle Rettungspaket in den USA Anlass zur Beunruhigung.

Zykliker im SMI fester

ABB (ABBN 23.61 -0.38%) zeigten sich fester. Am Morgen wurde über eine Offenlegungsmeldung der SIX bekannt, dass der Grossaktionär Cevian seine Beteiligung an ABB leicht reduziert hatte. Diese sank von leicht über 5 auf leicht unter 5%, womit eine meldepflichtige Schwelle überschritten wurde. Für Cevian spiegelt dies lediglich eine Neugewichtung des Portfolios aufgrund der jüngsten Kursgewinne von ABB, während diese die gar nicht kommentiert.

Die zyklischen Werte von Adecco (ADEN 51 -3.04%) und LafargeHolcim (LHN 43.55 -0.91%) fielen mit Avancen auf. Für Adecco hatte die Citigroup (C 45.53 -1.06%) das Kursziel leicht erhöht und dabei die Kaufempfehlung bestätigt. Die Aktien des Zementherstellers erhielten weiterhin etwas Auftrieb von der Bestätigung der Kaufempfehlung durch die französische Société Générale (GLE 12.784 -2.05%) vom Vortag.

Im Plus schlossen auch die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 63.76 -1.97%) und Swatch Group (UHR 214.3 -1.06%). Versichereraktien wie Swiss Re (SREN 73.38 -1.48%), Swiss Life (SLHN 368.2 -0.92%) und Zurich Insurance (ZURN 340.2 -0.23%) gaben nach. Die Quartalszahlen des deutschen Konkurrenten Allianz waren von der Coronakrise belastet worden.

Lonza (LONN 566.6 0.64%) wurden von einer Rückstufung durch Baader Helvea kaum gebremst. Das Institut hatte den Titel nach dem im bisherigen Jahresverlauf markanten Anstieg aus Bewertungsgründen auf «Reduce» zurückgestuft. Lonza verzeichnen weiterhin einen Saldo seit Jahresbeginn von +60%.

Gebremst wurde der Gesamtmarkt insbesondere von schwachen Schwergewichten. So büssten Novartis (NOVN 83.5 1.46%), Roche (ROG 344.6 2.29%) und Nestlé (NESN 109.42 0.02%) an Terrain ein. Roche hatte über eine Zulassung in den USA für einen Diagnosetest insbesondere für Transplantationspatienten berichtet.

Zu den Verlierern zählten ebenfalls die als defensiv eingestuften Swisscom (SCMN 499.7 -0.18%) und Givaudan (GIVN 4041 -0.42%).

AMS zogen an

Gesucht waren im SMIM (SMIM 2644.191 0.41%) AMS (AMS 18.56 1.53%), welche damit an die starke Vorstellung des Vortages (+5,3%) anknüpften. Für diese Aktien hatte Hauck&Aufhäuser zwar das Kursziel leicht gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Das neue, tiefere Kursziel attestiert AMS noch immer Potenzial für beinahe eine Kursverdoppelung. Der österreichische Sensorenhersteller hatte zudem am Dienstag über einen neuen Auftrag berichtet; demnach liefert er einen Spektralsensor an das deutsche Start-up Midge Medical, das einen neuen Coronatest entwickelt.

Avancen fuhren auch die in der Coronakrise stark volatilen Werte des Reisedetailhändelers Dufry (DUFN 29.98 -3.04%) sowie Flughafen Zürich (FHZN 131.3 -2.52%) auf. Zudem fielen die Chemie-Aktien von Clariant (CLN 19.16 0.1%) und Ems-Chemie (EMSN 850.5 0.65%) als Gewinner auf.

Im breiten Markt standen insbesondere Landis+Gyr  im Fokus. Der Anbieter von Energiemanagement-Lösungen tritt angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds auf die Kostenbremse und kündigt den Abbau von rund 12% der weltweiten Arbeitsplätze an.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Märkte zeigten am Mittwoch keine eindeutige Richtung. Der japanische Nikkei (–0,3%) notierte leicht tiefer, der Topix schloss stabil. Der Hang Seng (+0,4%) in Hongkong und der Shanghai Composite (+0,1%) legten zu. Der Kospi in Korea avancierte gar 1,4%. Der australische S&P/ASX 200 (–0,6%) stand tiefer.

Dollar schwach

Der Dollar schwächte sich am Mittwoch zur Schweizer Währung weiter stark ab und fiel auf ein Jahrestief von 0.9054 Fr. Der Kurs des Euros stieg zum Dollar wieder klar über die Marke von 1.18 $. Um 17.30 Uhr MESZ wurde die Gemeinschaftswährung sogar zu 1.1890 $ gehandelt. Gegenüber dem Franken zeigte sich der Euro bei 1.0770 Fr. ziemlich stabil.

Goldpreis klar über 2000 $

Der Goldpreis klettert von einem Rekordhoch zum nächsten. Am Dienstagabend erreichte er erstmals die Marke von 2000 $. Am Mittwochabend lag der Preis pro Feinunze des Edelmetalls bei 2048 $. Der Ölpreis setzte seine kräftigen Gewinne vom Vortag fort. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 43.42 0.46%) 46 $.

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