Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 10’300

Die Schweizer Börse büsst ein. Erneut gewinnen Banken, während die Schwergewichte verlieren. Der Euro fällt unter 1.10 Fr.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt haben Investoren am Dienstag die jüngsten Höchstkurse genutzt und Gewinne mitgenommen. Entsprechend ging es für den Swiss Market Index SMI (SMI 10645.99 -0.62%) abwärts. Der Leitindex notierte bei Eröffnung 0,1% tiefer und gab im frühen Handel noch etwas weiter nach. Noch vor dem Mittag erholte sich der SMI zunächst von seinem bisherigen Tagestief. Doch am Nachmittag rutscht der SMI deutlich unter die Marke von 10’300. Am Montag hatte er erstmals diese Grenze überschritten und neue Bestmarken gesetzt.

In New York hielten sich die Anleger bedeckt. Die drei viel beachteten Indizes an der Wallstreet zeigten bei Börsenschluss in Europa keine klare Richtung. Der Dow Jones (Dow Jones 27960.8 -3.56%) stieg 0,1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3225.89 -3.35%) verlor 0,1%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite trat ebenfalls auf der Stelle.

Nichtsdestotrotz hellten Spekulationen auf eine Aufhebung der gegenseitigen Strafzölle zwischen den USA und China die Stimmung der Investoren auf. Diese Hoffnung erhielt nun durch Berichte des «Wall Street Journal» sowie der «Financial Times» neue Nahrung. Dort heisst es unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, dass die USA und China einen Teil der in den vergangenen Monaten eingeführten Zölle zurücknehmen könnten. Bereits Ende vergangener Woche hatten beide Seiten betont, dass das Teilabkommen kurz vor dem Abschluss stehe.

Zunächst schwache Adecco mit Gewinnen

Im SMI drehten Adecco (ADEN 54.62 0.33%) am späten Nachmittag ins Plus. Der Personalvermittler hatte auch im dritten Quartal unter der wirtschaftlichen Abschwächung gelitten: Das adjustierte organische Wachstum nahm ab. Ausserdem verkaufte die Gruppe die US-Tochter Soliant Health für 612 Mio. $.

Schwächer waren die Schwergewichte aufgelegt. Novartis (NOVN 88.65 -2.89%) gaben nach, obwohl die Generika-Tochter Sandoz die US-Zulassung für ein Biosimilar erhalten hatte. Dieses soll nun so schnell als möglich auf den Markt gebracht werden. Ausserdem büssten Roche (ROG 335.9 0.34%) und Nestlé (NESN 105.98 0.13%) ein.

Auf der Seite der Verlierer fanden sich auch Titel wie Givaudan (GIVN 3240 -0.09%) und Lonza (LONN 409.9 0.34%) und wieder.

Fester präsentierten sich erneut die Bankaktien um UBS (UBSG 11.85 -1.78%) und Credit Suisse (CSGN 12.525 -1.46%), nachdem die Titel gestern stark avanciert hatten.

Dufry zogen an

Darüber hinaus hatten im breiten Markt noch eine Vielzahl an Unternehmen Zahlen vorgelegt. So waren etwa Dufry (DUFN 78.02 -1.27%) gesucht, nachdem der Reisedetailhändler in den ersten neun Monaten sein organisches Wachstum beschleunigt hatte.

OC Oerlikon (OERL 9.62 -0.47%) stiegen. Der Industriekonzern hatte nach einer Beschleunigung des organischen Wachstums den Umsatz gesteigert.

Derweil neigten die Gesundheitswerte im SMIM (SMIM 2725.719 -0.4%) wie Vifor Pharma (VIFN 172.1 -0.38%), Sonova (SOON 247.8 -0.84%) und Straumann (STMN 956.2 -2.05%) zur Schwäche.

Die Aktien des Winterthurer Kolbenkompressorenherstellers Burckhardt Compression (BCHN 246.5 -1.79%) notierten höher. Die Quartalszahlen gaben Anlegern Grund zur Hoffnung.

Lem (LEHN 1308 2.19%) legten klar zu. Anleger scheinen das langfristige Potenzial und auch die Steuerersparnisse höher zu gewichten als die schwachen Quartalszahlen des  Elektronikkomponentenherstellers.

Klare Abgaben verzeichneten die Aktien des Medizinaltechnikers Ypsomed (YPSN 151.8 0.26%). Das Unternehmen hatte die Gewinnschätzungen verfehlt und den Ausblick gesenkt.

Asiens Börsen im Hoch

Asiatische Aktien erreichten am Dienstag teilweise den Höchststand seit Juli dieses Jahres. Der 225 Werte umfassende japanische Nikkei lag 1,8% höher, der breiter gefasste Topix stieg 1,7%. Die Indizes der wichtigsten chinesischen Unternehmen in Schanghai und Shenzhen gewannen 0,5%. Der Kospi in Seoul avancierte 0,6%, der Hang Seng in Hongkong avancierte 0,4%. Der australische ASX 300 legte um vergleichsweise schmale 0,2% zu.

Euro klar leichter

Der Euro zeigt sich am Dienstag über weite Strecken wenig verändert, am Nachmittag Schweizer Zeit büsste er dann klar ein. Die Gemeinschaftswährung kostete zum Dollar mit 1.1068 $ klar weniger. Zum Franken bewegte sich der Euro bei Kursen um 1.0989 Fr. leicht abwärts. Der Dollar machte weiter Boden gut zum Franken, überschritt die 0.99er-Marke und lag um 17.30 Uhr MEZ bei 0.9928 Fr.

Ölpreis höher, Goldpreis tiefer

Der Ölpreis konnte seine in den vergangenen Tagen erzielten Gewinne am Dienstag ausbauen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 56.39 0.91%) kostete bei Börsenschluss in Europa 63 $. Der Goldpreis notierte indes klar leichter bei einem Preis von 1485 $ pro Feinunze.