Märkte / Aktien

SMI schliesst unter der 10’400-Marke

Die Schweizer Börse notiert zwischenzeitlich klar fester, kommt aber zurück. Auch Novartis schalten einen Gang zurück. EFG werden von Gerüchten beflügelt.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag mit Gewinnen beendet – vom dynamischen Anstieg bis fast 10’440 blieb bei Handelsende in Zürich aber nur noch ein relativ mageres Plus übrig. So stieg der Swiss Market Index SMI (SMI 10205.46 -2.92%) bei Eröffnung 0,2% und legte im frühen Handel weiter zu. Der Leitindex setzt dabei die Erholung vom Vortag fort und überschritt noch am Vormittag die Marke von 10’400. Am Nachmittag bewegte er sich auf hohem Niveau seitwärts. Mit Eröffnung der Wallstreet rutschte er jedoch wieder unter 10’400.

So hielten sich die Anleger in New York auch bedeckt. Die drei grossen Wallstreet-Indizes notierten bei Handelsende in Zürich kaum verändert. Der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) handelte 0,1% leichter. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) stieg minimal. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite bewegte sich seitwärts.

Laut Händlern hat sich am Markt dennoch die Meinung durchgesetzt, dass die Sorgen vom Wochenstart in Sachen Handelsstreit übertrieben gewesen seien. So sollen die Gespräche der USA mit China trotz der zugespitzten politischen Krise konstruktiv weiterlaufen, hiess es in Agenturberichten. Skeptiker meinten jedoch, die nächste Gegenbewegung sei nur eine Frage der Zeit: Trotz wiederholter Erklärungen, dass die Handelsgespräche vorankommen, dränge sich ihm nicht der Eindruck auf, dass es zwangsläufig auch zu entsprechenden Ergebnissen kommen müsse, sagte ein Analyst.

Novartis kamen zurück

Im Schweizer Leitindex drehten erst am Nachmittag einige Werte in die Verlustzone, über weite Strecken des Handels waren alle zwanzig Werte avanciert. Novartis (NOVN 85.05 -1.61%) gab sich am heutigen Investorentag optimistisch. Die Aktien kamen aber von ihrem Tageshöchst zurück. Die eigene Pipeline biete bis zu 25 potenzielle Kassenschlager. Die anderen beiden Schwergewichte, Roche (ROG 322.45 -2.63%) und Nestlé (NESN 101.76 -2.81%), verzeichneten ebenfalls leichte Avancen. Zudem legten Lonza (LONN 397.9 -2.69%) zu.

Die Luxusgütertitel entwickelten sich in gegenläufige Richtungen. Während Swatch Group (UHR 227.8 -3.11%) an der Spitze standen, blieben Richemont (CFR 66.02 -4.07%) hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Im Plus waren ABB (ABBN 21.61 -3.14%), nachdem sie schon am Vortag angezogen hatten. Händler führen das Kaufinteresse auf Aussagen von Verwaltungsratspräsident Peter Voser zurück, wonach sich der Traditionskonzern von weiteren Geschäftsbereichen trennen könnte.

Unauffällig entwickelten sich die beiden Grossbankpapiere Credit Suisse (CSGN 11.39 -5.98%) und UBS (UBSG 11.07 -5.3%). Die Versichereraktien um Swiss Re (SREN 94.96 -3.89%) und Swiss Life (SLHN 445 -4.12%) blieben zurück. Besser waren da Zurich Insurance (ZURN 390.4 -4.01%) aufgelegt.

EFG von Gerüchten beflügelt

Julius Bär (BAER 41.65 -4.54%) wartete am Vorabend mit einer Negativmeldung auf: Die Bank erlitt vor dem Zürcher Obergericht eine Niederlage und nimmt nun eine Rückstellung in dreistelliger Millionenhöhe vor. Im Rechtsstreit geht es um verschollene DDR-Vermögen.

EFG (EFGN 5.69 -2.57%) International wurden von Übernahmegerüchten getrieben. Julius Bär will die Spekulationen nicht kommentieren.

Bei AMS (AMS 35.07 -5.68%) hielten sich die Anleger zurück, denn um Mitternacht läuft beim Übernahmeangebot für Osram die Frist ab. «Es wird spannend», hiess es dazu am Markt. AMS meldete, dass die Annahmequote um 14 Uhr bei 39,8% liege. Das Mindestziel sind aber 55%. Die anderen Tech-Werte im SMIM (SMIM 2617.712 -3.02%) wie Temenos (TEMN 145.3 -4.44%) und Logitech (LOGN 37.88 -2.62%) gewannen.

Idorsia zogen an

Am breiten Markt verzeichneten Cembra (CMBN 114.6 -4.1%) Money Bank Gewinne. Die Kreditbank und die Migros Bank wollen zusammen eine neue Kreditkarte lancieren.

Idorsia (IDIA 27.12 -6.87%) profitierten von einer neuen Kooperation. Das Biotech-Unternehmen war mit der japanischen Mochia eine exklusive Lizenzvereinbarung über den Produktkandidaten Daridorexant eingegangen. Idorsia erhält gemäss Mitteilung dafür eine erste Zahlung von 1 Mrd. Yen (rund 9 Mio. Fr.) und hat Anspruch auf drei weitere Meilensteinzahlungen in den Bereichen Entwicklung und Zulassung.

Zulegen konnten auch SoftwareOne (SWON 21 -5.62%). Zu dem Titel, der erst seit kurzem kotiert ist, hatten diverse Banken ihre Ersteinstufung publiziert. So nahm ZKB die Abdeckung des IT-Unternehmens mit der Einstufung «Übergewichten» auf. Citigroup (C 64.45 -5.47%) stuft die Titel mit «Buy» ein und sieht das Kursziel bei 25 Fr. JPMorgan sagt «Overweight» und setzt das Kursziel auf 24 Fr. fest.

Schaffner (SAHN 192 -2.54%) gaben derweil klar nach. Der Industriekonzern hatte schwache Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr vorgelegt und die Dividende gesenkt.

Die Aktien des krisengeplagten Vermögensverwalters GAM (GAM 3.326 -4.97%) bewegten sich kaum. Die «Financial Times» schrieb über einen kleinen neuen aktivistischen Aktionären namens Bluebell. Er fordere die Überprüfung des Verkaufs des Bereichs Private Labelling, der Fondslösungen für Dritte anbietet. Eine Aufspaltung könnte etwas Wert freisetzen, wurde am Markt spekuliert.

Asiens Börsen mit Gewinnen

Die positiven Vorgaben aus New York vom Mittwoch sorgten an den asiatischen Aktienmärkten ebenfalls für steigende Kurse. In Tokio gewann der Nikkei 225 0,7%, der marktbreitere Topix kletterte 0,5%. Die japanischen Börsen profitierten zusätzlich von der Meldung, wonach die Regierung von Premierminister Shinzo Abe ein neues Stimulierungspaket in der Höhe von rund 240 Mrd. $ schnüren wird.

Auch die chinesischen Indizes tendierten höher. Der Shanghai Composite gewann 0,5%, der Shenzhen Composite rückte 1% vor, während der Hang Seng in Hongkong 0,4% avancierte. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 stieg 1,2%, der südkoreanische Kospi büsste 0,3% ein.

Euro etwas fester

Der Kurs des Euros bewegte sich am Donnerstag leicht aufwärts. Die Gemeinschaftswährung kostete zum Dollar etwas mehr und lag bei Börsenschluss in Europa bei 1.1095 $. Zum Franken zeigte sie sich mit einem Stand von 1.0965 Fr. ebenfalls minimal fester. Das Währungspaar Dollar-Franken lag kaum verändert bei 0.9880 Fr.

Ölpreis etwas fester

Der Ölpreis notierte am Tag des Treffens des Ölkartells Opec in Wien fester. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 63 $. Insidern zufolge beraten die Mitgliedsländer über eine Verschärfung ihrer Förderbremse um 500’000 Barrel pro Tag. Der Goldpreis stieg leicht und lag bei 1477 $ pro Feinunze.