Märkte / Aktien

SMI schliesst über der Marke von 10’600

Die Schweizer Börse dämmt nach anfänglich klaren Kursverlusten ihr Minus ein. Die Spannungen zwischen den USA und Iran belasten.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Montag schwächer präsentiert, die anfänglichen Kursverluste aber zu grossen Teile wettgemacht. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) stand bei Eröffnung 0,4% tiefer. Im frühen Handel gab er noch deutlicher nach und rutschte klar unter die Marke von 10’600. Am Nachmittag erholte sich der SMI vom Tagestief und arbeitete sich wieder über diese Marke. Am vergangenen Freitag, der ersten Sitzung 2020, hatte der Leitindex um 0,8% zugelegt.

Die Angst vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran verunsicherte die Anleger vor allem zu Handelsbeginn und veranlasste sie zu Gewinnmitnahmen. «Wir sind in einer Phase erhöhter Verunsicherung. Und das ist Gift für die Märkte», sagte ein Händler dazu. Die Umsätze seien entsprechend etwas höher als normal gewesen und auch die Nervosität sei merklich gestiegen. Von panikartigen Verkäufen könne aber nicht die Rede sein.

Auch in New York hielten sich die Anleger zurück. Nach anfänglichen Verlusten der drei vielbeachteten Indizes an Wallstreet war zur Zeit des Handelsendes in Europa kein klarer Trend auszumachen. So lag der Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) 0,3% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) handelte stabil. Der Nasdaq Composite drehte ins Plus, nachdem er im frühen Handel unter die Marke von 9000 gefallen war.

Wenige Gewinner im SMI

Viele SMI-Werte schlossen tiefer. Alcon (ALC 62.01 -0.26%) und Swisscom (SCMN 572.2 -0.38%) bildeten Ausnahmen. Die Aktie des Augenheilmittelproduzenten Alcon habe das Vorjahr unter dem Niveau der Erstnotiz beendet und gelte nun als eine Turnaround-Chance, hiess es am Markt.

Am deutlichsten büssten die Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%) ein. Auch die Banktitel UBS (UBSG 12.685 -2.61%) und Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) verloren.

Die Papiere der als wenig krisenanfällig und als konjunkturresistent geltenden Pharmariesen Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) und Roche (ROG 345.8 0.04%) gaben in etwa im Ausmass des Gesamtmarktes nach. Die Titel des Lebensmittelmultis Nestlé (NESN 109.02 -0.31%) bauten ihre Verluste ab.

Sunrise gesucht

Im SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) standen Sunrise (SRCG 84.05 0%) an der Spitze. Die Valoren des Telecomkonzerns reagierten womöglich nachträglich auf die personellen Wechsel.

Sonova (SOON 256 -0.16%) notierten wenig verändert. JPMorgan hatte die Empfehlung für den Hörgerätehersteller von «Neutral» auf «Overweight» angehoben. Das Kursziel beträgt 236 Fr.

Barry Callebaut (BARN 2190 -1.44%) wurden ex Dividende gehandelt, stiegen aber dennoch. Unter den mittelgrossen Werten schnitten die Chemie-Titel von Ems-Chemie (EMSN 632 -0.63%) und Clariant (CLN 23.2 -0.73%) am schwächsten ab.

Im breiten Markt standen GAM (GAM 3.65 4.46%), SoftwareOne (SWON 24.45 -1.01%) oder Basilea (BSLN 50.75 -2.96%) verstärkt unter Druck.

Im breiteren Markt fielen Stadler Rail (SRAIL 48.58 -0.74%) trotz positiver Nachrichten. Das Zugunternehmen hatte in Deutschland einen Grossauftrag in der Höhe von 62 Mio. € an Land gezogen.

Asien mit teils deutlichen Verlusten

In Tokio erlitten die Aktien im Nikkei einen Rückschlag von 1,9%. Der breiter gefasste Topix gab 1,4% nach. Der Hang Seng (Hang Seng 27308.81 -1.09%) in Hongkong büsste 1% ein. Ebenfalls 1% verlor der südkoreanische Kospi (Kospi 2162.77 -1.74%). Weniger beeindruckt zeigten sich die Börsen von Schanghai und der CSI300, die leicht zurückgingen.

Euro gewinnt zum Dollar

Der Euro erholte sich am Montag von seinen Kursverlusten in der vergangenen Woche etwas. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1188 $, nachdem sie gegen Mittag sogar bei mehr als 1,12 $ notiert hatte. Zum Franken lag der Euro bei 1.0839 Fr. Der Dollar büsste zur Schweizer Währung weiter ein und kostete 0.9690 Fr. Auftrieb erhielt der Euro durch Konjunkturdaten. Zum einen hellte sich die Unternehmensstimmung, gemessen am Markit-Einkaufsmanagerindex, leicht auf.

Öl und Gold verteuerten sich

Der Ölpreis war wegen der Eskalation der Lage im Nahen Osten weiter im Höhenflug. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) kostete zeitweise mehr als 70 $. Bei Börsenschluss in Europa lag er bei knapp 69 $. Auch Gold (Gold 1643.32 1.34%) zog an. In der Nacht auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1588 $ und damit auf den höchsten Stand seit 2013.

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