Märkte / Aktien

SMI schliesst klar fester – Wallstreet zieht an

Die Schweizer Börse erreicht die Marke von 9500, kommt aber bis Handelsende etwas zurück. Finanzwerte sind stark gefragt. Der Goldpreis legt zu.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat die Woche mit deutlichen Kursgewinnen begonnen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10183.77 2.33%) lag bei Eröffnung 0,3% im Plus. Bereits wenige Minuten später notierte er 2,5% höher. Die Marke von 9500 wurde im frühen Handel erreicht. Im weiteren Verlauf kam der Leitindex zurück und notierte am Nachmittag aber noch über der Marke von 9400. Der SMI schloss bei 9462. Wegen der Osterfeiertage sind diese und die kommende Woche verkürzt. Die Vorwoche hatte der Leitindex mit einem Plus von 2,7% beendet.

Die Hoffnung auf eine rasche Eindämmung des Coronavirus beflügelte den Dax (DAX 12487.36 3.88%) in Frankfurt. Er eroberte die Marke von 10’000 Punkten zurück. Das ist der höchste Schlussstand seit vier Wochen.

Auch in New York stiegen die Aktienkurse kräftig. Alle drei Hauptindizes an der Wallstreet lagen bei Handelsende in Europa deutlich im Plus. So legte der Dow Jones (Dow Jones 26269.89 2.05%) 4,8% zu. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3122.87 1.36%) avancierte 4,7%. Ebenfalls 4,7% kletterte der US-Technologiebörsen-Index, der Nasdaq Composite.

Wie immer in den letzten Wochen wurde der Aktienmarkt auch zum Wochenstart von der Nachrichtenlage rund um das Coronavirus geprägt. So scheint die Zahl der Neuinfektionen in manchen Ländern leicht rückläufig, und auch die Sterblichkeitsraten verharren offenbar – wenn auch beides auf hohem Niveau. Es sei auf jeden Fall verfrüht, schon Entwarnung zu geben, hiess es einstimmig aus dem Handel. Anleger sollten sich hüten, hieraus die Wende hin zum Positiven abzuleiten. Insgesamt sollten sie sich denn auch auf eine anhaltend hohe Volatilität einstellen, kommentiert ein weiterer Händler. Zwar wolle kein Investor in das berühmte fallende Messer greifen, andererseits aber auch nicht den Moment der Bodenbildung mit einem dann einsetzenden Aufwärtstrend verpassen.

Viele Gewinner im SMI

Deutlich höher ging es im Schweizer Leitindex für Zykliker wie Adecco (ADEN 49.38 5.18%) und LafargeHolcim (LHN 42.9 4.99%). Die Aktien des Industriekonzerns ABB (ABBN 20.6 5.1%) waren nach Händlerangaben dank Umschichtungen in den europäischen Investitionsgütersektor gefragt. Aber auch die Valoren von Finanzunternehmen legten klar zu. Darunter die Versicherer Swiss Re (SREN 75.62 8.21%), Zurich Insurance (ZURN 344.3 6.1%) und Swiss Life (SLHN 370.5 5.08%). Die Grossbanken UBS (UBSG 11.17 4.69%) und Credit Suisse (CSGN 9.812 6.37%) machten einen Gutteil ihrer Verluste aus der Vorwoche wett.

Die Luxusgüterhersteller wie Swatch Group (UHR 204.5 5.06%) und Richemont (CFR 61.32 4.78%) wiesen deutliche Gewinne aus.

Geberit (GEBN 483.3 3.07%) konnten nicht ganz mithalten. Der Sanitärtechnikkonzern hatte am Morgen vorab Umsatzzahlen für das erste Quartal publiziert. So war ihm im ersten Quartal trotz erster Auswirkungen der Coronapandemie in einigen Märkten in Landeswährung gerechnet ein Umsatzwachstum von 1,5% gelungen.

Für Unterstützung sorgten auch die Schwergewichte Nestlé (NESN 103.86 0.91%), Roche (ROG 339.1 1.27%) und Novartis (NOVN 82.48 -0.13%).

Leicht im Minus schlossen Swisscom (SCMN 504 1.35%). Die Aktionäre des Telecomkonzerns hatten an der Generalversammlung vom Montag allen Anträgen des Verwaltungsrates zugestimmt und somit auch die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 22 Fr. pro Aktie genehmigt.

Starke Finanzwerte – ausser Temenos

Vor allem Finanzwerte zogen auch im SMIM (SMIM 2542.917 1.92%) überdurchschnittlich an. Neben Julius Bär (BAER 44.23 3.66%) gewannen auch Partners Group (PGHN 826.4 3.61%).

Deutliche Gewinne verbuchten zwei der Hauptleittragenden der Coronakrise. So stiegen die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 35.22 10.3%) und jene vom Flughafen Zürich (FHZN 140 1.82%) stark.

Bei Temenos (TEMN 146.05 0.38%) kommen derweil langsam Fragen auf, wie der Bankensoftwarespezialist aus der Coronakrise herauskommen wird, wie es am Markt hiess. Vor allem zuletzt habe sich der Druck auf die Titel verschärft. Bei UBS monierte der Analyst, dass Temenos heute zwar grösser sei als während der Finanzkrise 2008/09, defensiv seien die Titel aber dennoch nicht.

Die Aktien von Ems-Chemie (EMSN 730 2.24%) blieben zurück. Der Spezialchemiekonzern hatte wegen der Covid-19-Krise seine Erwartungen für das laufende Jahr nach unten revidiert.

AMS (AMS 16.4 7.86%) lagen im Plus. Der Chiphersteller hatte am Morgen den Beginn eines Aktienrückkaufprogramms angekündigt. Damit sollen bis Anfang Dezember 2021 bis zu 5% des Grundkapitals zurückgekauft werden.

Deutlicher bewegt präsentierten sich im breiten Markt Cosmo (COPN 80 -0.5%), nachdem der Partner RedHills in Italien die Zulassung für sein Mittel Opaganib zur Behandlung von Coronapatienten erhalten hatte.

DKSH (DKSH 54.8 0.74%) profitierten von eines Hochstufung durch Credit Suisse auf «Outperform».

Zweistellige Kursaufschläge waren bei GAM (GAM 2.472 2.57%) auszumachen, nachdem Händlern zufolge MainFirst die Papiere hochgestuft hatte.

Erholung in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte starteten mehrheitlich positiv in die neue Woche. Im heutigen Handel notierten die meisten im Plus. Kommentatoren verwiesen darauf, dass die Zahl der Todesopfer in einigen globalen Epizentren am Sonntag zurückgegangen sei.

Teils dürften die Avancen einfach auch eine Reaktion auf vorangegangene Einbussen sein. Japan zum Beispiel blickte auf eine Serie von fünf Verlusttagen zurück. Am Montag notierten der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix 4,2 und 3,9% über dem Schlussstand vom Freitag. Ebenfalls im Plus stand der Hang Seng in Hongkong, und zwar mit 2,4%, sowie der Kospi (Kospi 2151.02 2.97%) in Südkorea mit 3,7%. Die Börsen auf dem chinesischen Festland waren Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Euro kaum verändert

Der Euro stoppte am Montag die Kursverluste der vergangenen Woche vorerst. Die Gemeinschaftswährung handelte um 17.30 Uhr MESZ zum Greenback bei 1.0795 $. Damit lag der Euro zwar unter der Marke von 1.08, doch die Verluste waren minim. Auch zum Franken zeigte er sich bei 1.0557 Fr. nur wenig bewegt. Zur Schweizer Währung verharrte der Dollar mit 0.9777 Fr. auf dem Niveau von Freitagabend.

Ölpreis belastet

Der Ölpreis fiel am Montag angesichts eines Dämpfers für die Hoffnung auf ein Ende des Preiskriegs führender Ölstaaten. Das für Montag geplante Treffen von Ölförderländer, die sich in der sogenannten Opec+ zusammengeschlossen haben, wurde auf Donnerstag verschoben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 39.23 -1.13%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 33 $. Für Belastung sorgten auch jüngste Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Nachdem er zuletzt noch angedeutet hatte, als Vermittler zwischen Saudi-Arabien und Russland auftreten zu können, drohte er am Samstagabend mit Zöllen auf Rohölimporte. «Ich werde tun, was auch immer nötig ist», sagte Trump am Samstagabend im Weissen Haus. Hintergrund ist der drastische Preisverfall am Rohölmarkt.

Gold (Gold 1696.85 -1.9%) festigte sich nach Avancen über der Marke von 1600 $ bei einem Preis von 1648 $ pro Feinunze.