Märkte / Aktien

SMI schliesst fester

Die Schweizer Börse startet nach Ostern mit Gewinnen und erreicht zeitweise 11'200. Viele Werte legen zu. Erneut stehen Credit Suisse im Fokus.

(AWP/SPU) Dem Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag ein freundlicher Start in die Woche gelungen. Der SMI (SMI 11'181.35 -0.51%) gewann bei Eröffnung 0,5%. Im weiteren Handel baute er seine Avancen noch etwas aus. Damit arbeitete er sich am frühen Nachmittag über 11’200. Diese Marke konnte der Leitindex bis Handelsende in Zürich aber nicht halten. In der vergangenen Woche hatte sich der Leitindex am Gründonnerstag mit einem Plus von 1,2 Punkten praktisch unverändert ins Osterwochenende verabschiedet. Händler begründeten den Aufwärtstrend vor allem mit den guten US-Arbeitsmarktdaten vom Karfreitag. Demnach waren viel mehr Arbeitsstellen als erwartet geschaffen worden und die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken. Ausserdem ist in Europa die Anlegerstimmung so gut wie seit August 2018 nicht mehr.

Obwohl in Europa die Virusfallzahlen steigen und weitere Einschränkungen die Konjunkturerholung im Gegensatz zu den USA verzögerten, blendeten die Marktteilnehmer die Pandemie aus und wetteten auf eine künftige Wirtschaftserholung, hiess es am Markt. Zudem hatten sich die Renditen zehnjähriger US-Anleihen wieder auf unter 1,7% entspannt, was den Aktien ebenfalls helfe.

Derweil hielten sich die Anleger an den US-Börsen zurück. Nach den Rekordhochs zum Wochenanfang legten Anleger in den USA eine Verschnaufpause ein und nahmen Gewinne mit. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'120.30 +0.02%) stiegt 0.1%. Der Dow Jones (Dow Jones 33'745.40 -0.16%) gab 0,1% nach. Ein Plus von 0,3% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

CS schwankten deutlich

Allen voran fielen im SMI Credit Suisse (CSGN 9.83 +0.35%) auf. Sie eröffneten deutlich im Plus, fielen aber bereits wenige Minuten danach ans Indexende zurück. Und auch im weiteren Handel verhielten sie sich volatil. Die Grossbank kommt das Archegos-Debakel teuer zu stehen. CS stellt für das erste Quartal einen Vorsteuerverlust in der Höhe von 900 Mio. Fr. in Aussicht. Er schliesst eine Belastung von 4,4 Mrd. aus der Pleite eines US-Hedge-Fund ein. Risikochefin Lara Warner und Investmentbank-Chef Brian Chin müssten daher die Bank verlassen. Die Boni der Konzernleitung und auch die Dividende werden gekürzt.

Die Papiere der Konkurrentin UBS (UBSG 14.83 -0.74%) schlossen im Plus. Stärker präsentierten sich zudem andere Vertreter aus der Finanzbranche. So gehörten die Aktien des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'317.50 +1.27%) zu den grösseren Gewinnern. Versicherer um Swiss Life (SLHN 475.40 -0.11%), Swiss Re (SREN 93.76 +0.45%) und Zurich Insurance (ZURN 384.40 -0.29%) gaben ein uneinheitliches Bild ab.

Deutlich zogen unter den Blue Chips noch die Anteilsscheine von ABB (ABBN 29.33 -0.68%) an, die von einem positiven Analystenkommentar aus dem Hause Goldman Sachs (GS 331.84 +0.31%) profitierten.

In der Spitzengruppe rangierten die Valoren der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 92.20 -1.09%) und Swatch Group (UHR 279.30 +0.58%) sowie die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim (LHN 57.04 -0.07%).

Die Schwergewichte gewannen. Als Stütze für den Gesamtmarkt erwiesen sich zudem die Papiere des Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 108.30 -0.46%). In einem FuW-Interview sagte Firmenchef Mark Schneider, die grössten geplanten Devestitionen seien abgeschlossen. Dagegen hinkten die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 80.68 -0.27%) und Roche (ROG 306.80 -0.92%) dem Markt hinterher.

Rein optisch erschienen unter den Blue Chips die Aktien der Swisscom (SCMN 482.80 -0.45%) wegen des Dividendenabgangs schwächer. Ein Grossteil der Verluste war aber dem Dividendenabgang von 22 Fr. geschuldet.

Adecco gesucht

Beim Personaldienstleister Adecco (ADEN 65.44 -1.48%) stiess die Nachricht, dass das kurzzeitig verschobene Atienrückkaufprogramm wieder aufgenommen wird, auf Wohlwollen. Maximal sollen 16,3 Mio. Namenaktien erworben werden, womit sich das Rückkaufvolumen basierend auf dem Schlusskurs vom 26. März auf maximal 600 Mio. € beläuft.

Ebenfalls klar im Plus schlossen die reisenahen Werte wie Dufry (DUFN 63.06 -1.68%) oder Flughafen Zürich (FHZN 155.50 -0.32%).

Aktien von Technologiefirmen wie Logitech (LOGN 100.10 -0.55%) und Temenos (TEMN 143.25 -0.8%) lagen im Plus, AMS (AMS 18.59 -0.88%) ermässigten sich etwas.

Im breiten Markt wurden Huber+Suhner (HUBN 75.90 -1.94%), Leonteq (LEON 47.25 -0.74%) sowie PSP (PSPN 113.10 -0.79%) ex Dividende gehandelt.

Gewinnmitnahmen in Asien

Im heutigen Dienstagshandel gelang es den asiatischen Aktienmärkten nur vereinzelt, die Vorgaben von Wallstreet in Gewinne umzumünzen. Die Börse in Hongkong war wegen eines Feiertages geschlossen. In Tokio notierten der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix 1,3 und 1,5% im Minus; das allerdings nach kräftigen Avancen am Vortag. Der Shanghai Composite präsentierte sich 0,3% ermässigt – solide Wirtschaftsdaten weckten Befürchtungen über eine restriktivere Geldpolitik. Dagegen schloss der Kospi in Seoul 0,1% höher.

Dollar drehte zum Franken ins Minus

Der Euro zeigte sich am Dienstag uneinheitlich. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg auf 1.1843 $. Damit notierte sie bei Börsenschluss in Europa etwas höher als am Vorabend. Auch zum Franken gab der Dollar nach und wurde zuletzt zu 0.9336 Fr. nach 0.9373 Fr. am Morgen gehandelt. Aber auch zum Euro konnte sich der Franken leicht erholen und kostete um 17.30 Uhr MESZ 1.1048 Fr.

Ölpreis avancierte markant

Der Ölpreis stieg am Dienstag klar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.12 -0.25%) kostete bei Börsenschluss in Europa 63.80 $. Auch Gold (Gold 1'732.91 -0.63%) legte deutlich zu. So notierte die Feinunze des Edelmetalls bei 1745 $.

Nachdem die grösste Cyberdevise Bitcoin (Bitcoin 59'940.00 -0.13%) über die Ostertage wieder die Marke von 60’000 $ erreicht hatte, notierte sie am Dienstag bei rund 57’500 $. Derweil übersprang die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen die Marke von 2 Bio. $.

 

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