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SMI schliesst unverändert

An der Schweizer Börse war am Donnerstag nicht viel los. Einzig Lonza sowie eine Grossbank sorgten für Gesprächsstoff.

(AWP/CF) Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Händler erklärten, die Sorgen vor einer möglicherweise anziehenden Inflation habe die Anleger-Stimmung gedämpft. Auch wenn die US-Notenbank alles versuche, Sorgen vor steigenden Zinsen zu zerstreuen, seien die Aussagen von US-Finanzministerin Janet Yellen zu möglichen Zinssteigerungen weiterhin in den Hinterköpfen der Investoren. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 11'978.19 +0.47%)) beendet den Handelstag auf Vortagesniveau.

Auf den Verkaufszetteln befanden sich die Titel von konjunkturempfindlichen Unternehmen wie dem Zementriesen LafargeHolcim oder dem Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 114.35 -0.78%). Der Augenheilkonzern Alcon (ALC 64.52 +1.03%) baute die im Zuge einer enttäuschenden Jahresprognose am Vortag erlittenen Verluste weiter aus. Lonza (LONN 667.20 +1.06%) rutschten ebenfalls ab. Die Anleger befürchteten, dass die Forderung von US-Präsident Joe Biden für eine vorübergehende Freigabe der Patente für Covid-Impfstoffe dem Moderna-Zulieferer schaden könnte.

Dagegen zogen die Versicherer an. Swiss Life (SLHN 463.10 +0.37%), Swiss Re (SREN 85.82 +0.54%) und Zurich Insurance (ZURN 376.80 +0.75%) gewannen. Im Gegensatz zu zyklischen Firmen würden die Versicherer von einem Trend hin zu Zinserhöhungen wohl profitieren.

Im Fokus der Anleger standen zudem die Grossbanken. UBS (UBSG 14.61 -0.41%) hat ihren verbleibenden Minderheitsanteil von 48,8% am Clearstream Fund Centre (CFC) für rund 390 Mio. Fr. an die Deutsche Börse verkauft. Die Transaktion folgt auf den erfolgreichen Übergang des UBS Fondcenters zur Deutschen Börse im September 2020. Die Anteile der Credit Suisse (CSGN 9.64 +0.02%) büssten ein. Sie stehen laut Händlern spätestens seit der Quartalsberichterstattung unter vermehrtem Abgabedruck.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Deutscher Leitindex wenig verändert

Inmitten einer Flut von Firmenbilanzen sind Europas Anleger am Donnerstag auf der Hut geblieben. Trotz vieler erfreulicher Gewinnzahlen und einem Lichtblick für die deutsche Industrie machen viele Investoren Kasse. Dax (DAX 15'746.96 +0.11%) und Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'155.83 +0.3%) notieren tiefer.

Zu den Gewinnern gehören Volkswagen (VOW3 222.10 -1.35%)Der Autobauer hat trotz des weltweiten Chipmangels inmitten der Pandemie eines der besten ersten Quartale seiner Geschichte eingefahren.

Deutlich abwärts geht es hingegen für Shop Apotheke (SAE 157.30 -1.99%). Ein gestiegener Verwaltungsaufwand und Sondereffekte haben das Ergebnis der Online-Apotheke geschmälert.

Am Tag vor den mit Spannung erwarteten US-Beschäftigtenzahlen halten sich amerikanische Investoren mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones (Dow Jones 34'299.33 -0.27%), Nasdaq und S&P 500 (S&P 500 4'246.60 -0.19%) kamen zur Eröffnung am Donnerstag kaum vom Fleck.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones überspringt in der Folge seine bisherige Bestmarke um wenige Punkte und steigt auf ein Rekordhoch von 34.341,34 Zähler. Einsetzende Gewinnmitnahmen drücken ihn anschliessend knapp ins Minus.

Dollar schwach

Der US-Dollar hat am Donnerstag zu den Hauptwährungen merklich an Terrain eingebüsst. Am Nachmittag kostete der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.21 -0.06%) 1,2058 $, nachdem sie im frühen Handel noch bei rund 1,20 $ notiert hatte.

Auch der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.90 +0.06%) verlor deutlich an Terrain. Für Euro in Franken (EURCHF 1.09 -0%) ergab dies 1,0960 nach 1,0970 am frühen Morgen.

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise haben am Donnerstag etwas nachgegeben. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.11 -0.18%) 68,83 $. Das waren 13 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 72.26 +0.25%)) fiel um 19 Cent auf 65,44 $.

Am Mittwoch war der Brent-Preis bis auf knapp 70 $ gestiegen, am Abend ging es aber wieder abwärts. Zurzeit bewegen sich die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Mitte März. Auftrieb kommt durch konjunkturelle Besserung in grossen Ölverbrauchsländern wie den USA oder China. Jüngste Lagerdaten aus den USA bestätigen zunächst diese Sichtweise. Die Rohölvorräte gingen in der vergangene Woche deutlich zurück, was ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage sein könnte.

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