Märkte / Aktien

SMI schliesst nach EZB-Zinsentscheid noch leicht im Plus

Der Leitindex legte bis zu 1% zu, bevor die Europäische Zentralbank einige Änderungen an ihrer Geldpolitik bekannt gab.

(AWP/Reuters/RB) Der geldpolitische Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Auswirkungen auf den Schweizer Aktienmarkt. Kurz nachdem die EZB um 13.45 Uhr bekannt gegeben hatte, den Leitzins, der aktuell bei 0% liegt, bis Ende des ersten Halbjahres 2020 nicht zu erhöhen und auch nicht zu senken, schmolzen die Gewinne im Leitindex SMI (SMI 9831.49 -0.95%) dahin. Am Ende schloss er noch leicht im Plus. Zuvor hatte er am Donnerstag bis zu 1% zugelegt und laut Händlern an den positiven Trend vom Vortag angeknüpft.

Gestützt wurde der Index der grössten Unternehmen insbesondere von Roche (ROG 332.7 -2.51%). Gut hielten sich aber auch Zurich, Swisscom (SCMN 499.8 1.42%) und Swiss Life (SLHN 337.4 -1.95%). Credit Suisse (CSGN 8.768 -3.96%), Geberit (GEBN 467.3 -1.23%) und LafargeHolcim (LHN 39.74 -0.48%) führten die Verliererliste an.

Die im SMIM (SMIM 2448.219 -0.61%) zusammengefassten mittelgrossen Unternehmen und der breite Markt ohne die SMI-Werte fielen nach dem EZB-Entscheid rasch ins Minus und beendeten den Tag auch dort. Im breiten Markt legten Airopack (AIRN 0.006 -40%) Technology Group eine gewaltige Achterbahnfahrt hin. Zuerst verloren die Aktien, die für nur wenige Rappen gehandelt werden, fast die Hälfte ihres Werts. Den Tag beendeten sie mit einem Plus von 20%. Airopack hatte am Morgen bekannt gegeben, dass sie sich definitiv in Nachlassstundung befindet. Vor knapp zwei Wochen wurde auch bekannt, dass sie sich von der Börse zurückziehen will.

Zu den Gewinnern gehören ausserdem Kuros, Stadler Rail (SRAIL 40.64 0.74%) und Tecan (TECN 335.6 3.58%). Letztere hatte an ihrem Investorentag die Ziele bekräftigt.

Wallstreet zu Beginn mit leichten Gewinnen

In Paris fielen die Aktien von Renault (RNO 100 65.89%) nach dem Rückzug der Übernahmeofferte von Fiat Chrysler um rund 5%. Der Pariser Leitindex Cac 40 und der deutsche Dax (DAX 11586.85 -1.65%) behaupteten sich am Morgen noch im grünen Bereich, gaben nach dem EZB-Entscheid die Gewinne aber ab.

Die Wallstreet stützte wie in den zwei vorangegangenen Tagen die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Wegen des Zollstreits mit China und Mexiko scheuten Investoren aber grössere Engagements. «Es herrscht allgemeines Unbehagen», sagte Analyst Tilmann Kolb von UBS (UBSG 10.3 -1.86%). Die Leitindizes Dow Jones (Dow Jones 25383.11 -0.07%), Nasdaq und S&P 500 (SP500 3044.31 0.48%) kamen zur Eröffnung am Donnerstag kaum vom Fleck.

Der Kurs des Euros ist nach geldpolitischen Entscheidungen der EZB zum Dollar und zum Franken gestiegen. Zeitweise schaffte die Gemeinschaftswährung den Sprung über 1.13 $. Am Nachmittag musste der Euro aber einen Teil der Gewinne abgeben und wurde zuletzt bei 1.1283 $ gehandelt. Damit stand der Kurs jedoch immer noch deutlich höher als am Morgen, als die Gemeinschaftswährung bei 1.1220 $ gehandelt worden war. Zum Franken waren es 0,15% auf 1.118 Fr. Ein Dollar kostete 0.992 Fr. oder 0,2% weniger.

Zum Franken hat der Euro zeitweise ebenfalls zugelegt und ist in die Nähe der Marke von 1.12 vorgestossen. Am späteren Nachmittag hat er die Gewinne aber abgegeben und notiert noch bei 1.1161 Fr. (Mittag 1.1185). Der US-Dollar sinkt unter 99 Rappen und wird noch zu 0.9891 Fr. (Mittag 0.9954) gehandelt.

Auch Erdöl gab seine anfänglichen Gewinne ab. Für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 37.64 7.24%) wurden 60.53 $ bezahlt, was 0,3% unter dem Vortagesschluss liegt. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 33.99 0.03%)) ermässigte sich um 0,44% auf 51.58 $.

Gold (Gold 1729.87 0.51%) setzt den Aufwärtstrend fort und notiert 0,56% höher bei 1336.35 $ die Unze.