Märkte / Aktien

SMI schliesst über 10’200

Die Schweizer Börse legt zu. Unter anderem stehen Geberit und Sonova im Fokus. Zykliker sind gefragt. Wallstreet handelt fester. Der Dollar schwächelt.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag ein klares Plus eingefahren. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10067.13 -0.31%) notierte bereits bei Eröffnung um 1,1% höher. Im weiteren Handel festigte er sich über der Marke von 10’200. Gegen Handelsschluss zog der SMI nochmals etwas an. Die erste Woche des zweiten Halbjahres hatte der Leitindex mit einem leichten Plus von 0,8% beendet.

Auch in New York legten die Aktienmärkte zu, nachdem die Wallstreet feiertagsbedingt am vergangenen Freitag geschlossen gewesen ist. Die drei US-Hauptindizes gewannen im frühen New Yorker Handel deutlich. Der breit gefasste S&P 500 (SP500 3349.16 0.64%) stieg 1,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 27386.98 0.68%) notierte 1,4% höher. Der technologielastige Nasdaq Composite markierte bei Börsenschluss in Europa mit einem Plus von 2,4% auf knapp 10’459 Punkte sogar ein erneutes Rekordhoch.

Am Markt wurden die Gewinne mit den jüngsten Konjunkturdaten erklärt. Sie weckten am Markt die Hoffnung auf eine klare Erholung nach dem Einbruch infolge der Coronakrise. Unterstützung komme dabei auch von den Infektionszahlen etwa in China, die deutlich rückläufig seien. Dagegen ziehen die Neuinfektionen in zahlreichen anderen Ländern, vor allem aber den USA weiter an. Die Märkte würden daher noch einige Zeit mit der Volatilität zu kämpfen haben, da ein Ende der schlechten Nachrichten noch nicht in Sicht sei, so ein Marktteilnehmer.

Zyklische Werte besser als der Gesamtmarkt

Alle zwanzig SMI-Werte schlossen fester. Geberit (GEBN 515.4 0.27%) kamen nach einem guten Start zurück. Der Sanitärtechnikkonzern war im zweiten Quartal nach einem soliden ersten vom Coronavirus wie erwartet voll ausgebremst worden. Auch der starke Franken trug zum Umsatzrückgang im ersten Halbjahr bei.

Zyklische Werte wie ABB (ABBN 23.58 0.13%) oder Sika (SIKA 203.6 -0.15%) präsentierten sich besser als der Gesamtmarkt. So legten die Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 193.2 -0.67%) und Richemont (CFR 57.06 -0.07%) zu. Ihnen kamen die Hoffnungen auf eine starke Erholung in Asien zugute. Immerhin erwirtschaften beide Unternehmen einen wichtigen Teil ihres Umsatzes mit asiatischen Kunden.

Auch die Finanzwerte standen in der Gunst der Anleger. Bankaktien wie UBS (UBSG 11.08 0.05%) und Credit Suisse (CSGN 10.025 -0.3%) wiesen klare Gewinne auf. Fester zeigten sich auch die Versicherer wie Swiss Re (SREN 70.36 -1.26%), Zurich Insurance (ZURN 342.4 -0.35%) und Swiss Life (SLHN 334.7 -0.68%).

Defensive Titel waren derweil eher im unteren Teil der SMI-Tabelle zu finden. Von den drei Schwergewichten legten Novartis (NOVN 76.01 0.08%) und ROche etwas deutlicher zu. Bei Novartis wirke die Einigung mit den US-Behörden im Bestechungsskandal noch positiv nach, hiess es von Händlerseite. Nestlé (NESN 107.4 -0.39%) blieben etwas zurück.

Lonza (LONN 567.8 0.21%) drehten nach einem verhaltenen Start ins Plus. Seit Jahresbeginn steht bei den Aktien des Lifescience-Unternehmens ein Kursplus von rund 45% zu Buche.

Sonova an der SMIM-Spitze

Im SMIM (SMIM 2533.509 -0.01%) stiegen Sonova (SOON 205.8 -0.39%) klar. Der Spezialist für Hörsysteme hatte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (April bis Juni) aufgrund der Coronakrise einen klar tieferen Umsatz erwirtschaftet. Gegenüber dem Tiefstand vom April habe sich das Geschäft aber schon deutlich erholt.

Techwerte legten zu. Dazu gehören neben Temenos (TEMN 138 -0.58%) und Logitech (LOGN 66.9 0%) auch AMS (AMS 17.12 1.9%). Die Österreicher haben von der EU-Kommission das Okay zur Übernahme von Osram erhalten.

Bei Clariant (CLN 17.89 -0.75%) war das Minus nur optischer Natur, da die Titel an diesem Montag ex Dividende gehandelt wurden (3 Fr. aus Masterbatches-Verkauf).

Die Papiere von Biotech-Unternehmen im breiten Markt stiegen. Idorsia (IDIA 26.1 0.54%) hatte mit einem wichtigen Produktkandidaten positive Studienergebnisse erzielt. Bei Cosmo (COPN 88.2 0.57%) reagierte Credit Suisse nach der US-Zulassung für ein Sedativum vergangene Woche nun mit einer Kurszielerhöhung, was den Titeln Schubkraft verleiht.

Auch ObsEva (OBSV 2.4 0%) profitierten zunächst von Fortschritten eines ihrer Mittel. Die Aktien zogen deutlich an, gegen die Mittagszeit fielen die Titel jedoch massiv ab, ohne dass ein Grund für den Kursrutsch ausgemacht werden konnte.

Starkes Plus in Asien

Die Börsen in Asien starteten kräftig in die neue Handelswoche. In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei 225 1,8% im Plus, der breiter gefasste Topix legte 1,6% zu. Der Hang Seng avancierte in Hongkong gar 3,2% und das Barometer für chinesische Aktien in Schanghai, der CSI 300, 5,3%. In Südkorea verbesserte sich der Kospi um 1,6%.

Euro über 1.13 $

Der Euro startete am Montag mit kräftigen Kursgewinnen in die neue Handelswoche. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern verlieh eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten der Gemeinschaftswährung Auftrieb. Bei Börsenschluss in Europa wurde sie über der Marke von 1.13 $ bei 1.1315 $ gehandelt. Zum Franken verteidigte der Euro bei einem Stand von 1.0647 Fr. die moderaten Gewinne. Der Dollar büsste zum Franken ein und notiert bei 0.9410 Fr. klar schwächer, nachdem er zwischenzeitlich unter 0.94 Fr. gerutscht war.

Ölpreis fester

Der Ölpreis zeigte sich zu Beginn der neuen Woche fester. Das europäische Rohöl der Nordseesorte Brent (Brent 45.2 0.13%) kostete um 17.30 Uhr MESZ knapp 43.50 $ pro Barrel (159 Liter). Marktteilnehmer nannten die gute Finanzmarktstimmung als wesentlichen Grund für die steigenden Ölpreise. Gold (Gold 2063.33 1.23%) bewegte sich leicht aufwärts und notierte bei 1783 $ pro Feinunze.

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