Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 10’700

Die Schweizer Börse kommt vom Tageshöchst zurück. Nestlé belasten. UBS stehen im Fokus. Der Euro verliert klar zum Dollar.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag nur noch leicht fester präsentiert. Nach der Erholung am Vormittag ging ihr am Nachmittag immer mehr die Luft aus. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) stand bei Eröffnung noch 0,5% höher. Im frühen Handel festigte er sich über der Marke von 10’700. Seit dem Mittag bröckelten die Gewinne jedoch ab, sodass der SMI wieder unter dieser Marke schloss. Am Vortag hatte der Leitindex 0,3% tiefer geschlossen.

Aus New York kam kein Schwung für die Schweizer Börse. Die Aktien an der Wallstreet suchten bis zum Handelsende in Europa die Richtung. So gab der Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) minimale 0,1% nach. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) trat ebenfalls auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse, der Nasdaq Composite, drehte ins Plus und stand 0,2% höher.

Die Anleger hätten die Irankrise zumindest vorläufig abgehakt, hiess es am Markt. Nun dürften sie sich wieder stärker auf Firmennachrichten und Konjunkturdaten konzentrieren. Die Krise zwischen den USA und Iran sei zwar nicht gelöst und könne jederzeit wieder aufflackern. Aber sie habe ihren Schrecken wenigstens vorläufig etwas verloren. Am Vortag hatte die Angst vor einer Eskalation der Krise im Nahen Osten die Furcht vor den negativen Folgen für die Weltwirtschaft angeheizt. Da wohl beide Parteien kein Interesse an einer Eskalation hätten, habe sie sich gelegt.

SMI: UBS und CS vorn

Während am Vormittag noch alle SMI-Werte anstiegen, drehten am Nachmittag einige Titel ins Minus. Im Fokus der Anleger in der Schweiz standen UBS (UBSG 12.685 -2.61%). Die Grossbank will das europäische Vermögensverwaltungsgeschäft in drei Teile aufsplitten und bis zu 500 Stellen abbauen. Zudem hatte die Deutsche Bank (DBK 9.524 -3.47%) das Kursziel von 12.50 auf 13 Fr. erhöht.

Die Papiere von Rivalin Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) gewannen ebenfalls klar.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%) holten einen Teil der Vortagesverluste von 1,2 beziehungsweise 1,7% auf. Ihnen machte die Angst vor einer Eskalation der Golfkrise arg zu schaffen, weil darunter die Weltwirtschaft und dabei vor allem der Tourismus stark zu leiden hätten, hiess es am Markt.

Während die Pharmariesen Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) und Roche (ROG 345.8 0.04%) mit dem Markt mithalten konnten, fielen Nestlé (NESN 109.02 -0.31%) ab und belasteten mit ihrem Minus den SMI. Verluste fuhren auch Givaudan (GIVN 3363 -0.71%) ein.

Die Titel der zyklischen Firmen LafargeHolcim (LHN 48.66 -0.86%), Geberit (GEBN 538.4 0.19%) und Sika (SIKA 196.55 4.69%) sowie ABB (ABBN 23.51 -1.63%) verloren im Verlauf an Schwung oder drehten sogar in die Verlustzone.

Kommentar beflügelte Clariant

Im SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) avancierten vor allem Clariant (CLN 23.2 -0.73%). Vontobel (VONN 72.75 -0.75%) stufte das Rating für die Aktien des Spezialchemiekonzerns von «Hold» auf «Buy» hoch und erhöhte das Kursziel von 20 auf 28 Fr. Nach den Veräusserungen im Geschäftsjahr 2019 erachte er Clariant als attraktives Übernahmeziel, schrieb der Analyst. Zudem hatte der Chemiekonzern eine dritte Lizenzvereinbarung für seine Biotreibstofftechnologie Sunliquid abgeschlossen.

Gute Geschäftszahlen von Microchip Technology ermunterten Anleger zum Einstieg bei europäischen Halbleiterherstellern. Darunter war auch AMS (AMS 39.59 -1.44%). Die Aktien eroberten zunächst die Marke von 40 Fr. zurück und schlossen sogar über 41 Fr. Die Papiere des Softwareherstellers Temenos (TEMN 160.45 0.5%) und diejenigen des Computerzubehörproduzenten Logitech (LOGN 41.64 -0.62%) kamen von ihren Tageshochständen zurück.

Flughafen Zürich (FHZN 170.2 -1.45%) büssten leicht ein. Bank of America (BAC 34.36 -1.41%) hatte die Abdeckung für die Aktie mit der Einstufung «Underperform» und einem Kursziel von 161 Fr. aufgenommen.

Am Ende des SMIM-Tableaus standen die Titel des Schliesstechnikspezialisten Dormakaba (DOKA 622 -0.64%) und des Vakuumventileherstellers VAT Group (VACN 149.7 -1.74%).

S+B schossen in die Höhe

Am breiten Markt standen die Aktien von Bobst (BOBNN 51.45 -1.81%) höher. Der Verpackungsmaschinenhersteller will seine Stellung mit zwei Übernahmen ausbauen.

Der Industriekonzern Dätwyler (DAE 172 -0.23%) stellt sich nach dem angekündigten Verkauf der Division Technical Components neu auf und richtet die verbleibende Division Sealing Solutions nach Kundensegmenten aus.

Schmolz + Bickenbach (STLN 0.203 0.74%) legten massiv zu. Die Finanzierung ist gesichert, nachdem Grossaktionär Martin Haefner seine Beteiligung ausgebaut hatte.

Das Zugunternehmen Stadler Rail (SRAIL 48.58 -0.74%) vermeldet einen weiteren Auftrag aus Ungarn und einen Servicevertrag aus den USA.

Zu einer Erholung setzten mit Comet (COTN 136.6 -1.94%), Gurit (GUR 1626 -2.28%) und Klingelnberg (KLIN 21.1 -0.47%) Aktien an, die am Vortag stark gefallen waren.

Asiens Börsen erholt

Die asiatischen Börsen erholten sich weitgehend von den am Montag verzeichneten Rückschlägen. Der japanische Nikkei 225 gewann am Dienstag 1,6%. In China legte der Shanghai Composite 0,7% zu; der Hang Seng in Hongkong schloss 0,5% im Plus, und der koreanische Kospi avancierte 1%.

Euro gab nach

Der Euro büsste am Dienstag gegenüber dem Dollar und dem Franken ein. Die Gemeinschaftswährung wurde zum Greenback klar tiefer bei 1.1142 $ gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend noch an der Marke von 1.12 $ gestanden hatte. Zum Franken bewegte sie sich bei Kursen von 1.0831 Fr. ebenfalls abwärts. Der Dollar überschritt zur Schweizer Währung wieder die 0.97er Marke und lag um 17.30 Uhr MEZ bei 0.9721 Fr.

Ölpreis kam zurück

Der Ölpreis notierte bei Börsenschluss in Europa tiefer. Nach einem starken Anstieg in den vergangenen Handelstagen sprachen Marktbeobachter von einer Gegenbewegung. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) kostete knapp 68 $. Gold (Gold 1643.32 1.34%) handelte nach den jüngsten Gewinnen etwas fester bei einem Preis von 1569 $ pro Feinunze.

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