Märkte / Aktien

CS schaffen es kurz vor Handelsschluss noch ins Plus

Der SMI schliesst zum Wochenende leicht im Minus. Nach dem Abgang von CEO Thiam erlitten die Titel der Credit Suisse zunächst herbe Verluste.

(AWP/RB) Der Schweizer Aktienmarkt legt am Freitag nach seinem Höhenflug vom Vortag eine Verschnaufpause ein. Am Ende verliert der Leitindex SMI (SMI 9432.39 -0.86%) aber nur rund 10 Punkte. Am Vortag hatten gute Wirtschaftsdaten aus den USA, der Impeachment-Freispruch für US-Präsident Donald Trump und die weitere Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit dem SMI zu einem neuen Rekordhoch verholfen.

Die Aktien der Credit Suisse (Credit Suisse 8.16 -1.95%) standen am Freitag im Fokus, nachdem die Grossbank den Abgang von CEO Tidjane Thiam angekündigt hat (lesen Sie hier mehr). Die Valoren eröffneten mit rund 5% deutlich im Minus, erholten sich aber zusehends und überstiegen kurz vor Handelsschluss das Niveau vom Vortag. Nach zunehmendem Druck aufgrund der Beschattungsaffäre verlässt Thiam die Grossbank und übergibt die Leitung an Thomas Gottstein, den heutigen Leiter des Schweizgeschäfts.

Schwergewichte stabilisieren

Wie diverse andere Titel setzten Roche (ROG 312.45 -1.15%) erst am späten Nachmittag noch zu einem kleinen Schlusspurt an. Der Konzern hatte am Morgen positive Studiendaten mit seinem Immuntherapeutikum Tecentriq bei der Behandlung von Leberkrebs gemeldet, die Aktie handelte aber den Tag über fast unverändert. Die anderen beiden Schwergewichte, Novartis (NOVN 82.45 -0.42%) und Nestlé (NESN 104.2 0.29%), bewegten sich bis zum Schluss nur wenig.

Bei Nestlé hat die Beteiligung L’Oréal am Vorabend ein starkes Wachstum im Jahr 2019 gemeldet. Als Wermutstropfen bezeichneten Analysten jedoch, dass der effektive Gewinn pro Aktie und damit auch der Beitrag für Nestlé wegen Sonderkosten tiefer ausfalle.

Der einzige SMI-Titel mit klarem Kursgewinn war den ganzen Freitag lang Swisscom (SCMN 519.6 -4.94%). Die Aktien gingen als Tagesgewinner unter den Bluechips ins Wochenende. Die Schlusslichter bildeten Sika (SIKA 162.75 -0.03%), Richemont (CFR 54.42 -1.48%), ABB (ABBN 17.205 -2.27%) und Adecco (Adecco 38.97 -1.07%).

Ems, Mobimo und Graubündner KB mit Zahlen

Im breiten Markt schlossen Ems-Chemie (EMSN 603 1.43%) nach Zahlen praktisch unverändert. Zunächst hatten sie noch mit Abgaben reagiert. Die Graubündner Kantonalbank (GRKP 1405 -1.06%), die wie Mobimo (MOBN 255.5 1.19%) ebenfalls Zahlen vorlegte, schwankte um den Vortagesschlusskurs. Einzig Mobimo verzeichneten stetig wachsende Verluste und schlossen deutlich im Minus.

Zu den Verlierern gehören auch die Biotech-Titel ObsEva (OBSV 2.14 0%), Molecular Partners (MOLN 17.44 5.06%) sowie Georg Fischer (FI-N 697 0.29%) und GAM (GAM 2.126 10.38%). MCH teilte mit, sie sage die Art Basel in Hongkong ab. Obenaus schwangen Aluflexpack (AFP 19.65 5.65%), Asmallworld (ASWN 1.95 0%), Luzerner KB und Phoenix Mecano (PM 329 -3.66%).

Zurückhaltung vor US-Arbeitsmarktdaten

Der Euro wurde um 1.07 Fr. gehandelt, der US-Dollar kletterte gegen den Abend in Richtung 0.98 Fr.. Gold (Gold 1646 -0.5%) legte leicht zu, Silber (Silber 15 0%) notierte marginal leichter im Vergleich mit dem Vortag. Erdöl der Sorten Brent (Brent 33.64 3.35%) und WTI (WTI 23.89 -4.59%) handelten fast unverändert.

Trotz besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten eröffneten die US-Börsen mit Verlusten. In Europa schlossen die wichtigsten Indices im roten Bereich. In Deutschland wurden am Morgen wenig erfreuliche Konjunkturdaten veröffentlicht. Dort brach die Industrieproduktion zum Jahresende 2019 ein. Am Vortag war bereits der Auftragseingang überraschend schwach ausgefallen.