Märkte / Aktien

SMI schliesst klar im Minus

Die Schweizer Börse geht auf Talfahrt. Die Banken büssen ein. Der Dividendenabschlag bei Roche zieht den Leitindex nach unten.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist deutlich schwächer aus dem Handel gegangen. Am Markt wurde dies mit den erneut hochkochenden Konjunktursorgen erklärt. Besonders klar wirkte sich auch ein Sonderfaktor aus – der Dividenenabschlag bei Roche (ROG 267 0.39%).

Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9624.16 0.44%) verlor bei Eröffnung 0,6%. Er bewegte sich bis am frühen Nachmittag auf diesem Niveau im Minus. Mit der überraschenden geldpolitischen Lockerung  der Europäischen Zentralbank (EZB) dämmte der SMI seinen Verlust ein. Doch die Erholung war  nur von kurzer Dauer. Mit Eröffnung der New Yorker Börse rutschten die Kurse wieder ab. Am späten Nachmittag fiel gar die Marke von 9300 Punkten. Letztlich konnte sich der SMI bei Handelsschluss darüber halten.

An Wallstreet fielen alle drei viel beachteten Indizes bei Börsenschluss in Europa deutlich. Der Dow Jones (Dow Jones 25877.33 0.77%) verlor 1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2864.36 0.85%) gab  0,9% nach. An der Technologiebörse Nasdaq büsste der Composite-Index 0,8% ein.

Roche und die Banken belasteten

Am deutlichsten fielen bei den Schweizer Bluechips die Papiere von Roche: Der Konzern schüttet an diesem Tag 8.70 Fr. je Genussschein an seine Aktionäre aus.

Derweil setzten sich mit Nestlé (NESN 99.07 -0.48%) die Aktien eines anderen Schwergewichts an die Indexspitze. Auch Novartis (NOVN 83.61 0.82%) gewannen und verhinderten somit ein noch deutlicheres Minus.

Die Banktitel büssten ein. So verloren UBS (UBSG 12.14 0.58%), Credit Suisse (CSGN 12.02 1.14%) und Julius Bär (BAER 42.56 1.09%) klar. Am Markt wurde diese Entwicklung mit neuen Regeln in den USA erklärt. Die US-Notenbank (Fed) lockert nämlich den Stresstest für inländische Banken, nicht aber für einzelne ausländische Institute. «Das schafft Ungleichheit und verhindert fairen Wettbewerb», sagte ein Händler. Dies sei ein Kampf mit ungleich langen Spiessen, sagte ein Börsianer zur Nachrichtenagentur AWP.

LafargeHolcim (LHN 51.76 1.33%) fanden keine klare Richtung. Der Baustoffkonzern hatte 2018 wieder schwarze Zahlen geschrieben. So wies der Weltmarktführer einen Gewinn von 1,5 Mrd. Fr. aus. 2017 hatten Wertberichtigungen auf Übernahmen zu einem Verlust von 1,68 Mrd. Fr. geführt.

Sonova im Plus, AMS im Minus

Im SMIM (SMIM 2473.883 1.42%) legten Sonova (SOON 219 6.26%) zu, nachdem der Hörsystemspezialist angekündigt hatte, seine Strukturen in Grossbritannien, Deutschland und Kanada umzubauen.

Die ohnehin sehr volatilen AMS (AMS 38.59 3.93%) gaben klar nach. Hier wurde im Handel auf Nachrichten des japanischen Chipherstellers für die Autoindustrie, Renesas, verwiesen. Sein Kurs war in Tokio um fast 15% abgesackt. Das Unternehmen will die Produktion drosseln und begründete dies mit einer schwachen Nachfrage aus China.

Zudem notierten VAT Group (VACN 111.9 0.09%) deutlich im Minus. Der Vakuumventilspezialist legt morgen Freitag seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vor.

Das Nachrichtengeschehen wurde ansonsten von den Unternehmen aus der zweiten Reihe bestimmt. Baloise (BALN 167.9 1.02%) erzielt 2018 weniger Gewinn, die Aktien der Versicherungsgruppe fielen zurück.

Auch das Technologieunternehmen Ascom (ASCN 13.16 3.3%) hatte im vergangenen Jahr weniger verdient. Die Aktien kletterten aber deutlich in die Höhe.

Zu den grössten Verlierern zählten Sensirion (SENS 37.5 -0.66%). Die Aktien des Sensorspezialisten brachen nach der Vorlage der Jahreszahlen ein. Auch Siegfried verloren nach den enttäuschenden Zahlen für 2018.

Zudem fielen Santhera (SANN 14.88 0.4%) und Meyer Burger (MBTN 0.6595 4.68%) mit markanten Abschlägen auf. Nachrichten, welche die Kurse nach unten gezogen haben könnten, gab es keine.

Asiens Börsen schwächer

Die asiatischen Märkte tendierten nach den uninspirierenden Vorgaben aus den USA und wegen Sorgen betreffend das Wachstum allgemein schwächer. Der Nikkei gab rund 0,7% nach. Der Shanghai Composite gewann 0,1%, der Hang Seng dagegen notierte 0,8% tiefer. Der Kospi in Seoul büsste rund 0,5% ein.

EZB-Entscheid sorgte für Bewegungen

Der Entscheid der EZB schickte den Eurokurs auf den tiefsten Stand seit November. Der Euro büsste insgesamt deutlich ein. Bei Börsenschluss in Europa handelte die europäische Gemeinschaftswährung markant leichter zum Greenback bei 1.1231 $. Zum Franken ging sie bei einem Stand von 1.1324 Fr. klar leichter um. Der Dollar erstarkt zur Schweizer Valuta deutlich und notierte bei 1.0084 Fr.

Ölpreis gab Gewinne preis

Der Ölpreis konnte seine klaren Avancen von bis zu 1,7% im Tagesverlauf nicht halten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 72.13 0.54%) kostete um 17.30 Uhr knapp 66 $. Der Goldpreis lag ebenfalls nahezu unverändert. 1286 $ war der Preis pro Feinunze.

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