Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse korrigiert nach den gestrigen Avancen. Novartis und Roche belasten. Huber+Suhner und Galenica werden beflügelt. Kaum Impulse aus New York.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte etwas tiefer geschlossen. Der Leitindex SMI (SMI 11'122.37 -0.53%) verlor bei Eröffnung 0,3%. Im weiteren Handel gab er zwischenzeitlich etwas mehr nach, die Marke von 11’100 hielt aber. Am Vortag hatte der Leitindex noch ein Jahreshoch markiert. Da nennenswerte Impulse aktuell fehlten, würden vereinzelt Gewinne eingestrichen, hiess es im Markt. Grundsätzlich sei die Stimmung aber weiter gut.

An den New Yorker Börsen kaufetn die Anleger weiter zu – allerdings in stark gedrosseltem Tempo. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes legten bei Handelsende in Zürich leicht zu. So gewann der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'132.80 +0.3%) 0,1%. Auch der Dow Jones (Dow Jones 33'677.27 -0.2%) notierte 0,1% höher. Avancen in Höhe von 0,2% verzeichnete die Technologiebörse gemessen am Nasdaq Composite.

«Überraschend hat der IWF seine globale Wachstumsprognose nach oben korrigiert», kommentierte ein Stratege. Die Experten haben dies mit dem sich rasch aufhellenden Ausblick für die US-Wirtschaft begründet. Die Börse preise aber bereits sehr viel Hoffnung und hohe Erwartungen ein. Die Lockdowns, gerade in Europa, würden die Erholung jedoch verzögern. Das US-Handelsbilanzdefizit war leicht grösser ausgefallen als erwartet.

Roche und Novartis drückten den SMI

Einheitlich schwach präsentierten sich sämtliche Vertreter der Gesundheitsbranche – auch die Schwergewichte Novartis (NOVN 79.79 -1.1%) und Roche (ROG 306.05 -0.24%). Bei Novartis machten Händler einen Kommentar von JPMorgan verantwortlich, in dem sich der Experte eher vorsichtig über den Pharmakonzern äusserte und vor allem die derzeitigen durchschnittlichen Gewinnschätzungen nach wie vor für zu hoch hielt. Aber auch für Alcon (ALC 67.40 -1.35%) ging es nach unten.

Auf der anderen Seite waren die Valoren des Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 107.78 -0.48%) zu finden, die stabilisierend wirkten und ein neues Jahreshöchst erreichten.

Der Finanzsektor entwickelte sich uneinheitlich: Bankwerte fielen zurück, während Versicherer gesucht waren. Damit gaben auch die Anteilsscheine der Credit Suisse (CSGN 9.81 -0.16%) nach, nachdem sie sich im frühen Handel noch etwas erholt gezeigt hatten. Nach dem Debakel mit Archegos und Greensill geht Konzernchef Thomas Gottstein davon aus, dass der neue Verwaltungsratspräsident António Horta-Osório auch eine Strategieüberprüfung vornehmen werde, wie er im Gespräch mit der NZZ (NZZ 5'390.00 +2.67%) sagte.

Auch die Titel der UBS (UBSG 14.42 -0.47%) gehörten zu den Verlierern. Dagegen griffen Anleger bei Partners Group  sowie Swiss Life (SLHN 473.80 -0.34%), Swiss Re (SREN 91.04 -2.9%) und Zurich Insurance (ZURN 379.70 -1.22%) zu.

Etwas unter Druck waren die Anteilsscheine von ABB (ABBN 29.12 -0.72%). Beim Industriekonzern äussertn sich die ersten Experten im Vorfeld der Zahlen zum ersten Quartal. Während man bei Barclays (BARC 187.38 -0.5%) eine fundamentale Änderung der Gruppenstruktur für unabdingbar hält, meineten die Jefferies-Experten, dass die Ebita-Schätzungen nach wie vor zu hoch seien.

Die Aktien der Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 280.20 +0.32%) und Richemont (CFR 93.64 +1.56%) korrigierten. Am heutigen Mittwoch ist die Uhrenmesse Watches & Wonders erstmals im Internet gestartet.

Keine klaren Trends

Deutliche Verluste verzeichneten im SMIM (SMIM 3'172.12 +0.32%) Zykliker wie die Aktien des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 279.40 +1.6%) oder die Tech-Werte Logitech (LOGN 100.95 +0.85%). Dem standen Gewinne in den Chiptiteln AMS (AMS 19.18 +3.15%) und den Valoren des Bankensoftwarespezialisten Temenos (TEMN 143.45 +0.14%) gegenüber.

Die Aktien des Apothekenkonzerns Galenica (GALE 61.20 +0.91%) wurden von einem Analystenkommentar angeschoben. Ebenfalls fester präsentierten sich die Titel des Pharmaunternehmens Vifor Pharma (VIFN 127.85 -0.58%). Andere Werte aus der Branche gaben nach. So gehörten die Papiere des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 1'235.50 +0.71%) und des Hörsystemproduzenten Sonova (SOON 262.70 +1%) zu den Verlierern.

Im breiten Markt stachen noch Huber+Suhner (HUBN 75.90 0%) nach einem Analystenkommentar positiv hervor. Baader Helvea hatte die Titel am Vorabend hochgestuft.

Der Kurseinbruch von Belimo (BEAN 385.00 -0.13%) war rein technisch. Die Aktien des Industriekonzerns wurden per heute in einem Verhältnis von eins zu zwanzig gesplittet.

Asiens Börsen uneinheitlich

Wenig Bewegung zeigten die asiatischen Aktienmärkte. In Tokio zeigte der Nikkei 225 ein Plus von 0,1% an, der breiter gefasste Topix eines von 0,7%. Der Shanghai Composite präsentierte sich kaum verändert. Der Hang Seng in Hongkong, wo die Börse gestern geschlossen war, schloss 0,8% tiefer. In Seoul stand der Kospi 0,3% über dem Stand vom Vortag.

Euro erreicht 1.19 $

Der Euro knüpfte am Mittwoch an seine jüngsten Kursgewinne zum Dollar an. Am Nachmittag stieg der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung auf ein Zweiwochenhoch bei 1.1903 $. Auch zum Franken schwächte sich der Dollar ab und rutschte im Tagesverlauf unter die 0.93er Marke auf 0.9271 Fr. Auch der Euro tendierte zum Franken mit 1.1041 Fr. etwas tiefer, nach noch 1.1052 Fr. im frühen Handel.

Ölpreis leicht im Minus

Der Ölpreis büsste am Mittwoch etwas ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.93 -0.08%) kostete bei Börsenschluss in Europa 62.50 $. Nach den gestrigen Avancen korrigierte Gold (Gold 1'744.83 -0.03%) leicht. Der Preis pro Feinunze des Edelmetalls lag bei 1741 $.

Erneute Gewinnmitnahmen drückten den Kurs des Bitcoin (Bitcoin 63'296.00 -0.02%) auf den niedrigsten Wert seit mehr als einer Woche. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verbilligte sich und lag am Abend unter 57’000 $.

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